Besserer Durchblick bei der Krankenhaussuche

AOK bietet langfristige Routinedaten jetzt deutschlandweit an
(lifePR) (Berlin, ) Wer eine Operation an der Hüfte oder am Kniegelenk benötigt, kann ab sofort überall in Deutschland eine einzigartige Orientierungshilfe der AOK nutzen. "Für überwiegend planbare Operationen stellen wir jetzt deutschlandweit Behandlungsergebnisse von Kliniken in unserem AOK-Krankenhausnavigator auf Basis der Weißen Liste zur Verfügung. Für uns steht der mündige Patient im Vordergrund. Die Daten im Krankenhausnavigator tragen dazu bei, dass sich unsere Versicherten und alle anderen Interessierten umfassend, schnell und einfach über die medizinische Qualität von Krankenhäusern informieren können", sagte der Vorstandvorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, am Montag (15.November) in Berlin.

Die Grundlage dieser Informationen zur stationären Ergebnisqualität sind Routinedaten, also Daten, die Krankenkassen aus den Abrechnungen und ohnehin erforderlichen Dokumentationen der Kliniken erhalten. Die Informationen im AOK-Krankenhausnavigator können derzeit neben überwiegend planbaren Eingriffen an Hüfte oder Knie auch für Operationen wegen eines Oberschenkelbruchs nahe dem Hüftgelenk genutzt werden. Im Laufe kommenden Jahres sind Veröffentlichungen zu einem weiteren Krankheitsbild geplant.

Jedes Jahr stehen in Deutschland mehrere Millionen Patienten vor der Frage, in welches Krankenhaus sie gehen sollen. Reichelt: "Natürlich wollen sie in eine Klinik, die für die entsprechende Erkrankung eine gute Behandlung mit hoher Qualität anbietet. Die Auswahl ist aber gar nicht so einfach - weder für den einweisenden Arzt, noch für die Patienten", sagt Reichelt. Ausgestattet mit diesem Wissen der Behandlungsergebnisse, sind die Patienten gut gerüstet für das Gespräch mit dem Arzt, wenn es darum geht, ein Krankenhaus auszuwählen.

Die unter www.weisse-liste.aok-gesundheitsnavi.de abrufbaren Informationen basieren auf Daten, die nach dem QSR-Verfahren ermittelt wurden und besonders aussagekräftige Aussagen zur Ergebnisqualität ermöglichen. Die Abkürzung QSR steht für "Qualitätssicherung mit Routinedaten". Das Besondere an QSR ist die konsequente Berücksichtigung aller Krankenhausbehandlungen eines Patienten bis zu einem Jahr nach dem ersten Eingriff. Einen Teil der Daten werten Statistiker für bestimmte Krankheitsbilder in anonymisierter Form aus und analysieren Art und Anzahl der aufgetretenen Komplikationen während und nach dem Krankenhausaufenthalt von Patienten. So wird zum Beispiel untersucht, wie häufig chirurgische Komplikationen, Thrombosen oder Lungenembolien auftreten. Zudem sorgt ein aufwändiges statistisches Verfahren für einen fairen Krankenhausvergleich. Diese Nachverfolgung des Krankheitsgeschehens zusammen mit der Nutzung von mehreren Qualitätsindikatoren macht eine umfassende Qualitätsbeurteilung der Arbeit von Krankenhäusern möglich. Reichelt: "Die Anstrengungen in Sachen QSR lohnen sich, denn QSR macht Qualität transparent und letztlich auch vertragsfähig."

In Deutschland müssen sich jährlich mehr als 330.000 Patienten einer Operation unterziehen, um ihre Hüft- oder Kniegelenke ersetzen zu lassen. Mehr als 100.000 Menschen müssen sich zudem wegen hüftgelenksnaher Frakturen operieren lassen. QSR wurde schon 2002 vom AOK-Bundesverband und den Helios-Kliniken gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) und der Universität Magdeburg als Kooperationsprojekt gestartet. 2007 wurde der QSR-Abschlussbericht veröffentlicht. Als erstes Produkt wurde kurze Zeit später interessierten Kliniken mit dem QSR-Klinikbericht ein Qualitätsdossier mit ihren QSR-Ergebnissen zur Förderung des klinikinternen Qualitätsmanagements zur Verfügung gestellt.

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