Das Ticket S kommt an

Evaluation des Sozialtarifs im Öffentlichen Personennahverkehr
Evaluation Sozialtarif (lifePR) (Hannover, ) Mit dem Ticket S preiswerter in der Region Hannover unterwegs: Seit gut einem Jahr können Menschen mit geringem Einkommen zu einem vergünstigten Tarif Busse und Bahne im Großraum-Verkehr Hannover (GVH) nutzen. Wie das Angebot ankommt, wie bekannt es ist und was sich aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer an dem Ticket S noch verbessern lässt, wurde in einer umfangreichen Evaluation untersucht. Die Ergebnisse haben Sozialdezernent Erwin Jordan und Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz von der Region Hannover am Freitag (19.11.) in Hannover vorgestellt.

Die wichtigste Erkenntnis: Der Sozialtarif kommt bei den meisten Nutzerinnen und Nutzern an. Mehr als zwei Drittel der für die Evaluation Befragten finden das Ticket S gut (69 Prozent). Ebenfalls mehr als zwei Drittel gaben an, durch den Sozialtarif im Alltag Geld zu sparen (73 Prozent). Das Verfahren zur Nutzung des Tickets S bewerten mehr als die Hälfte derjenigen, die den Tarif kennen, als einfach und unkompliziert (57 Prozent).

Außerdem kommt die Evaluation zum Ergebnis, dass sich das Mobilitätsverhalten der befragten Nutzerinnen und Nutzer durch den Sozialtarif verändert hat. Die Gruppe derjenigen, die vor Einführung des Sozialtarifs eher selten mit Bussen und Bahnen gefahren sind, ist von 33 Prozent auf nunmehr 15 Prozent geschrumpft. Auf der anderen Seite fahren die Vielfahrer noch häufiger: So ist die Gruppe der regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs durch das Ticket S von 67 Prozent auf 84 Prozent angewachsen. 4 Prozent der Befragten gaben an, durch den Sozialtarif Neukunden des GVH geworden zu sein.

"Wir wollen es denjenigen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben, leichter machen, in der Region Hannover unterwegs zu sein", sagte Sozialdezernent Erwin Jordan von der Region Hannover. "Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass wir genau das mit dem Sozialtarif erreicht haben: die Mobilitätschancen zu verbessern und damit allen Menschen zu ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben", so der Dezernent.

"Unser Konzept, mit dem Sozialtarif das Angebot des GVH auch für einkommensschwache Menschen attraktiv zu machen, ist aufgegangen", ergänzte Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz von der Region Hannover. "Wie erwartet, nutzen durch das Ticket S mehr Menschen Busse und Bahnen in der Region, wovon auch die Verkehrsunternehmen profitieren. Gleichwohl zeigt uns die Evaluation, dass wir das Angebot noch optimieren können, zum Beispiel im Bereich des Marketings", so Franz.

So geht aus der Befragung hervor, dass bisher 24 Prozent der Berechtigten das Ticket S nicht kennen. Auch die Anzahl der nötigen Nachweise - neben dem Ticket S wird für eine Fahrt die Wertmarke S und die Region-S-Karte bzw. der Hannover-Aktiv-Pass benötigt - könnte als Hemmschwelle empfunden werden. Daher empfiehlt der Evaluationsbericht, die Abschaffung der Wertmarke S zu prüfen. Eine weitere Überlegung: Den Preis des Tickets S zu senken, damit sich für Vielfahrer auch tägliche Fahrten mit dem Sozialtarif gegenüber regulären Tarifangeboten lohnen.

Aus Sicht der beiden Dezernenten der Region soll das bestehende Sozialtarif-Modell fortgesetzt werden. "Wir sind sehr zufrieden, dass aus dem Stand so viele Menschen den Sozialtarif in Anspruch nehmen", sagte Ulf-Birger Franz. Wie sich das das Ticket S weiter entwickle, werde genau beobachtet. "Auf der Erfahrungsbasis von zwei Jahren muss dann geprüft werden, ob größere Änderungen machbar und sinnvoll sind", so Erwin Jordan.

Seit Einführung des Tarifangebotes im Oktober 2009 fahren monatlich rund 10.300 der insgesamt 130.000 Nutzungsberechtigten mit dem Ticket S. Bis August 2010 wurden rund eine Million Ticket-S-Fahrkarten verkauft. Für die Evaluation wurden rund 1.000 Anrufe bei der Hotline für den Sozialtarif ausgewertet, gut 1.250 Nutzungsberechtigte ab 18 Jahren befragt und Workshops mit Experten von Verkehrsunternehmen oder Wohlfahrtsverbänden durchgeführt.

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Nils Meyer
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