Versorgungs-Report: Chronikerprogramme wirken

Prävention wird immer wichtiger
versorgungsreport 2011 (lifePR) (Berlin, ) Für 20 Prozent der Versicherten wendet das deutsche Gesundheitswesen mehr als 80 Prozent der Behandlungskosten auf. Dazu gehören insbesondere chronisch Kranke, heißt es im Versorgungs-Report 2011, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am Montag (22. November) veröffentlicht hat. "Ihre bedarfsgerechte Versorgung ist deshalb auch in finanzieller Hinsicht eine entscheidende Herausforderung", erklärt dazu WIdo-Gechäftsführer Jürgen Klauber. Er geht infolge der demografischen Entwicklung für die Zukunft von einer Verschärfung der Situation aus. Vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, viele Krebserkrankungen sowie Demenz dürften als Nebeneffekt des medizinischen Fortschritts weiter zunehmen. Zwar verlängerten frühzeitige Diagnosen und eine verbesserte Behandlung die Lebenserwartung der Menschen, doch werde oft keine dauerhafte Heilung erreicht. Klauber: "Angesichts der beeinflussbaren Risikofaktoren für viele chronische Krankheiten gewinnt deshalb die Prävention an Bedeutung."

Dass sich bei der Versorgung chronisch Kranker in den letzten zehn Jahren durchaus etwas verändert hat, lässt sich dem Versorgungs-Report zufolge insbesondere auf Disease-Management- Programmen (DMP) zurückführen. "Sie haben der Versorgungssteuerung nachhaltig Schub verliehen", betont Klauber. Schon die häufigen Arztbesuche der Patienten - Diabetiker suchen 38-mal im Jahr eine Arztpraxis auf - zeigen, wie notwendig eine koordinierte Behandlung ist. Mit sechs Millionen Teilnehmern sind die zur Verbesserung der Betreuung chronisch Kranker seit 2003 schrittweise eingeführten strukturierten Behandlungsprogramme der gesetzlichen Krankenkassen inzwischen ein fester Bestandteil der Versorgung. Nahezu jeder zweite Diabetiker in Deutschland ist in ein DMP eingeschrieben. Nach Angaben des Mitherausgebers des Reports, Prof. Norbert Schmacke, wäre "ohne die Anbindung der DMP an den Risikostrukturausgleich (RSA) in der gesetzlichen Krankenversicherung und ohne die zentrale und in dieser Form neue Rolle der Krankenkassen ein derartiges Programm zur Beseitigung struktureller Versorgungsmängel nicht zustande gekommen".

Der Versorgungs-Report 2011 bildet den Auftakt zu einer neuen WIdO-Reihe, die das Geschehen im Gesundheitswesen sektorenübergreifend analysiert und die WIdO-Veröffentlichungen Arzneiverordnungs-, Krankenhaus - und Fehlzeiten-Report ergänzt. Herausgeber des Versorgungs-Reports sind die WIdO-Wissenschaftler Joachim Klose und Christian Günster sowie der Leiter der Arbeits-und Koordinierungsstelle Gesundheitsforschung an der Universität Bremen, Prof. Norbert Schmacke.

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