Professionelle Finanzplaner als Berufsstand anerkennen

Financial Planning Standard Board (FPSB): Weißbuch zur einheitlichen Regulierung und Aufsicht
(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Das internationale Financial Planning Standards Board Ltd. (FPSB Denver) hat zum 1. November ein Weissbuch mit dem Titel "Regulation and Oversight of the Financial Planning Profession" publiziert, um seine Positionen hinsichtlich Regulierung und Beaufsichtigung des Berufsstandes der Finanzplaner darzulegen. Ziel ist eine Stärkung der Professionalität des Berufsstandes der Finanzplaner (Financial Planner) durch die Entwicklung, Propagierung und Durchsetzung weltweit einheitlicher Kompetenzstandards, sowie ethischer und praktischer Leitlinien herbeizuführen. Um die Transparenz für die Kunden zu erhöhen, sollen sich die Financial Planner stärker von der punktuellen und produktzentrierten Finanzberatung abgrenzen. Das 19-seitige Dokument wurde innerhalb eines einjährigen Konsultationsprozesses fertiggestellt und von allen 23 Mitgliedsorganisationen einschliesslich des FPSB Deutschland e.V. einstimmig beschlossen.

Die Finanzkrise und die damit verbundenen erheblichen finanziellen Verluste vieler Privatkunden haben das Misstrauen gegenüber Finanzdienstleistern und Finanzinstitutionen geschürt. Als Konsequenz drängen immer mehr Verbraucherschützer und Politiker auf schärfere Regulierungsvorschriften.

FPSB Deutschland hat Vorreiterrolle bei der Regulierung

Der FPSB Deutschland setzt sich schon seit Jahren durch die Entwicklung von Ethik-, Kompetenz - und Praxisstandards sowie der Etablierung des Zertifizierungsprozesses zum Certified Financial Planner (CFP) für ein bisher in der Finanzbranche einmaliges Qualitätsniveau in der Finanzplanung ein. Mit seinem Regelwerk und seinen hohen ethischen Ansprüchen ist der FPSB prädestiniert, eine Vorreiterrolle bezüglich der Regulierung und der Aufsicht des Berufsstandes der Finanzplaner einzunehmen und wertvolle Anstösse für die Arbeit der Regulierungsbehörden zu liefern.

In Zeiten, in denen die punktuelle und produktzentrierte Finanzberatung immer mehr in der Kritik steht, gewinnt eine umfassende und unabhängige Finanzplanung mit qualifizierten, kompetenten und ethisch einwandfrei agierenden Finanzplanern an Bedeutung. Der Finanzplaner orientiert sich primär an den persönlichen Bedürfnissen und Zielen seines Kunden. Er verkörpert eine Beratungsphilosophie, die durch eine simultane und vernetzte Betrachtung aller für den Kunden relevanten finanziellen Aspekte eine optimale Anlagestrategie entwickelt.

Für eine ganzheitliche und individuelle Finanzplanung sind ein hohes Mass an fachlicher Kompetenz sowie permanente Weiterbildungen unabdingbar. Da der Titel Finanzplaner mit Ausnahme des CFP nicht geschützt ist, müssen Qualitäts-, Praxis- und ethische Standards das hohe Niveau der Finanzplanung sichern. Nur so kann die Transparenz für die Kunden bei der Wahl eines kompetenten CFP erhöht werden.

Rahmenbedingungen für eine effektive Aufsicht

Der Berufsverband FPSB Deutschland spielt bei der Regulierung und Aufsicht der Finanzplanung eine Schlüsselrolle. Sie unterstützen die Regierungen bei der Etablierung geeigneter Regulierungsvorschriften, indem diese auf die globalen Best Practice Standards bei der Regulierung und Zertifizierung von Finanzplanern zurückgreifen können.

"Der FPSB Denver ist der Ansicht, dass eine effektive Aufsicht des Berufsstandes der Finanzplaner am besten durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Regierungen und den professionellen Finanzplanungsinstitutionen erzielt werden kann" so Corinna Dieters, board chairperson beim FPSB Ltd..

Der FPSB hat in dem Weissbuch vier Eckpunkte ausgearbeitet, die für eine wirkungsvolle Regulierung und Aufsicht signifikant sind:

- Verpflichtung zu einem "fiduciary standard"

Das oberste Prinzip des FPSB lautet "Client First". Die Bedürfnisse und Ziele des Kunden haben immer an erster Stelle zu stehen. Somit wird sichergestellt, dass der Financial Planner Kundeninteressen immer vor seine eigenen Bedürfnisse stellt.

- Berufsbezeichnung Finanzplaner muss geschützt werden

In vielen Ländern können Berater den Titel Finanzplaner tragen, ohne jegliche Qualifikationen nachgewiesen zu haben. Durch den Schutz der Berufsbezeichnung können Kunden sicher sein, bei der Ausarbeitung einer Anlagestrategie durch einen Finanzplaner auf entsprechende Qualifikation, Know-how und ethisch einwandfreies Verhalten zu treffen.

- Reglementierung des Gebrauchs von Berufsbezeichnungen, die mit Finanzplanung zusammenhängen

Berufstitel, die Berater häufig verwenden, um ihren Kunden zu signalisieren, dass sie mehr als rein produktorientiert beraten, sollen genauso unter Aufsicht gestellt und reguliert werden, wie die Finanzplaner.

- Zusätzliche Aufsicht durch eine Berufsorganisation

Ungeachtet sonstiger Regulierungsvorschriften hat der Berufsstand der Finanzplaner die Verantwortung, sich selber zu regulieren. So ist die Standesorganisation verpflichtet, Disziplinarmassnahmen für diejenigen Mitglieder zu entwickeln, die berufsständische Regelungen nicht befolgen oder ethische Standards missachten.

"Unsere Vision ist die Anerkennung des Berufsstandes der Finanzplaner. Aber wir sind uns auch darüber im klaren, dass die Rechtssprechung in einigen Ländern noch nicht dazu bereit ist. Dennoch fühlen wir uns dazu verpflichtet, in Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden und Interessenvertretern durch die Entwicklung, Propagierung und Durchsetzung globaler Kompetenz- und Praxisstandards sowie ethischen Richtlinien eine höhere Professionalität in der Finanzplanung zum Wohle der Kunden zu erreichen" erläutert Noel Maye, CEO beim FPSB Ltd..

Kontakt

Financial Planning Standards Board Deutschland e.V.
Eschersheimer Landstraße 61-63
D-60322 Frankfurt am Main
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