Über 600.000 Menschen sterben durch Passivrauchen

WHO-Studie: weltweit 21.400 vermeidbare Lungenkrebstote
(lifePR) (Berlin, ) In der ersten umfassenden Studie zum Passivrauchen haben schwedische Forscher nun erschreckende Zahlen publiziert: Insgesamt gebe es weltweit jährlich mehr als 600.000 Tote durch Passivrauchen, 165.000 davon seien Kinder, so die nun veröffentlichte Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO im Fachjournal "The Lancet".

Weltweit seien demnach 40 Prozent der Kinder, 35 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer unfreiwillig Tabakrauch ausgesetzt. Dadurch sterben nach WHOSchätzungen 379.000 Menschen durch Herzleiden, 165.000 durch allgemeine Atemwegserkrankungen, 36.900 durch Asthma und 21.400 Menschen durch Lungenkrebs.

"Die Zahlen sind erschütternd, da wir es mit vermeidbaren Todesfällen und unfreiwilligen Opfern zu tun haben", erklärt Dr. Johannes Bruns Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft. Er verweist zudem auf Zahlen für Deutschland, die seit Jahren bekannt sind: Laut Tabakatlas für Deutschland des Deutschen Krebsforschungszentrums sterben allein in Deutschland jährlich über 3.000 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens. 85 % der nichtrauchenden Jungen und 87 % der nichtrauchenden Mädchen in der Altersgruppe von 11 bis 17 Jahren halten sich zumindest gelegentlich in Räumen auf, in denen geraucht wird. Einer täglichen Belastung durch Passivrauchen sind 24 % der nichtrauchenden Jungen und 27 % der nichtrauchenden Mädchen ausgesetzt. "Wir appellieren hier an die Eltern ihrer Verantwortung bewusst zu werden und ihren Kindern eine rauchfreie Jugend zu ermöglichen", so Bruns und ergänzt: "Ein Ausstieg aus dem Rauchern lohnt sich immer!".
Ein Rauchstopp senkt zu jeder Zeit das Risiko später an einer Tabak bedingten Erkrankung zu sterben.

Laut Statistischen Bundesamt starben in Deutschland Im Jahr 2008 43 830 Personen, davon 30 780 Männer und 13 050 Frauen, an Krebserkrankungen, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Tabakprodukten gebracht werden können.
Neben Lungen-/Bronchialkrebs, der mit 42 319 Sterbefällen die vierthäufigste Todesursache ist, zählen auch Kehlkopf- (1 484 Sterbefälle) und Luftröhrenkrebs (27 Sterbefälle) zu diesen Folgeerkrankungen des Rauchens. Insgesamt waren 5,2% aller Sterbefälle im Jahr 2008 auf eine für Raucher symptomatische Krebserkrankung zurückzuführen.
In den letzten 20 Jahren ist insbesondere bei den Frauen ein erheblicher Anstieg bei den rauchertypischen Krebserkrankungen festzustellen. Starben daran im Jahr 1988 noch 15,8 Frauen je 100 000 Einwohner hat sich die Zahl im Jahr 2008 mit 31,2 Frauen je 100 000 Einwohner fast verdoppelt. Bei den Männern blieb die Sterberate an einer der genannten Krebsarten nahezu konstant. 1988 starben 76,4 Männer je 100 000 Einwohner, 2008 waren es 76,5.

Die Forderungen der Deutschen Krebsgesellschaft zur Tabakprävention:

1. Schutz vor Tabakrauch in Innenräumen
2. Erhöhung der Tabaksteuer und Einführung einer Präventionsabgabe
3. Verbot der Tabakwerbung
4. Einschränkung des Angebots von Tabakprodukten
5. Verbesserung des Jugendschutzes
6. Verbesserung von Produktkontrolle und Verbraucherinformationen
7. Verbesserung der massenmedialen Prävention
8. Ausbau von Beratung und Therapie
9. Eindämmung des Tabak-Schmuggels

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André Franck
Pressesprecher
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