Region lehnt weitere Ausdehnung des Kies-, Sand- und Torfabbaus ab

Änderung und Ergänzung des Landesraumordnungsprogramms
(lifePR) (Hannover, ) Die Region Hannover hat sich gegenüber dem Land gegen noch weiter gehenden Kies-, Sand- und Torfabbau ausgesprochen. Die Region Hannover war im Zuge der Änderung und Ergänzung des Landes-Raumordnungsprogramms Niedersachsen von der Landesregierung zur Stellungnahme aufgefordert worden.

"Wir haben zu dem Thema klar Position bezogen und deutlich gemacht, dass wir in unserer dicht besiedelten Region bereits in großem Umfang Flächen für Rohstoffabbau bereit gestellt haben. Jetzt müssen die Belange des Naturschutzes und der Naherholung Vorrang haben", sagte der zuständige Dezernent für Umwelt, Planung und Bauen, Prof. Dr. Axel Priebs. Insbesondere hat die Region die geplante Erweiterung der Rohstoffgewinnung im Bereich des Brelinger Bergs in der Wedemark abgelehnt. Dort sollen zwei Abbaugebiete am Nord- und Südrand weiter aufeinander zuwachsen. Wertvolle Waldflächen sowie Gebiete für Naturschutz und Naherholung würden wegfallen. "Wir sprechen uns entschieden gegen das Durchbaggern des Brelinger Berges aus, schließlich gingen damit die Qualitäten eines unserer hochwertigsten Natur- und Naherholungsräume verloren", so Priebs.

Auch gegen eine Verlängerung des Kiesabbaus im Bereich des Wietzetals hat sich die Region ausgesprochen. Die Region Hannover, die Stadt Langenhagen und die Gemeinde Isernhagen haben den Unternehmen, die dort Kiesabbau betreiben, lediglich ein Abbaurecht bis 2020 eingeräumt. Anschließend soll das Areal genutzt werden, um das vorhandene Naherholungsgebiet auszudehnen und weiterzuentwickeln. "Auch hier bewerten wir die Interessen der Bewohner rund um den neu geschaffenen Naherholungsschwerpunkt Wietzepark eindeutig höher. 2020 muss hier mit dem Bodenabbau Schluss sein", sagt Ulrich Kinder, für Naherholung zuständiger Fachbereichsleiter bei der Region.

Ein weiterer Kritikpunkt der Region betrifft das in das Regionsgebiet hineinragende Hanlaxmoor im Landkreis Nienburg, das durch das Land für den Torfabbau freigegeben werden soll. "Intakte Moorflächen sind als bedeutende CO2-Senken bekannt und es ist unstrittig, dass sie für den Klimaschutz höchste Bedeutung haben. Sie müssen deshalb von der Rohstoffgewinnung ausgenommen werden" so Umweltdezernent Priebs. Die Region befürchtet dabei auch, dass im Fall des Torfabbaus im Landkreis Nienburg auch die Moorbereiche im hannoverschen Regionsgebiet entwässert würden.

Positiv hat die Region registriert, dass das Land - auf Anregung der Region Hannover und der Stadt Hemmingen - darauf verzichtet, östlich von Arnum weiteren Kiesabbau zuzulassen. Dort hatten sich Nachbarschaftskonflikte abgezeichnet.

Darüber hinaus hat die Region zu geplanten Neuregelungen im Bereich des Klimaschutzes, der erneuerbaren Energien, des Hochwasserschutzes und der Logistikflächenentwicklung Stellung genommen.

Die Änderungen des Landes-Raumordnungsprogramms müssen auch bei der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms der Region Hannover, die ab 2012 erfolgen soll, aufgegriffen werden.

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