Schülerinnen und Schüler besser auf Berufsausbildung vorbereiten

Hessen und Bund vereinbaren die bundesweit erste Verknüpfung der Förderprogramme
(lifePR) (Nürnberg, ) Hessen und der Bund wollen Schülerinnen und Schüler besser auf die Berufsausbildung vorbereiten. Dazu haben beide Seiten die bundesweit erste Verknüpfung ihrer jeweiligen Förderprogramme vereinbart. Dies soll den Beteiligten Planungssicherheit geben und abgestimmte Hilfsangebote ermöglichen. Die Vereinbarung wurde unterzeichnet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), von der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, vom Hessischen Kultusministerium und vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.

"Die Wirtschaft fordert eine bessere Vorbereitung Jugendlicher auf die Arbeitswelt von morgen. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist eine umfassende Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler", erklärte der hessische Wirtschafts-Staatssekretär Steffen Saebisch. Hessen hat dazu die Strategie "OloV" (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit) gestartet. Zentraler Bestandteil ist eine Kompetenzanalyse in den 7. Klassen der Haupt- und Realschulen, um etwaigen Förderbedarf Schülerinnen und Schüler zu ermitteln.

"Es ist das vorrangige Ziel des Hessischen Kultusministeriums, die Jugendlichen bestmöglich auf den Übergang Schule-Beruf und damit auf die Anforderungen der Berufsausbildung vorzubereiten. Auf der Grundlage einer frühzeitigen Kompetenzfeststellung kann die individuelle Förderung gezielt ansetzen. Die durch die Schulen bereits ergriffenen Maßnahmen zur Berufsorientierung im Rahmen der hessenweiten Strategie OloV werden durch die Initiative des Bundes praxisorientiert unterstützt", so Kultus-Staatssekretär Heinz-Wilhelm Brockmann.

Die Potenzialanalyse in der 7. Klasse ist auch ein zentraler Bestandteil des BMBF-Programms Bildungsketten. Dieses setzt darüber hinaus auf Berufsorientierungs-maßnahmen, die Schülerinnen und Schülern praktische Einblicke in verschiedene Berufsfelder ermöglichen, und auf Berufseinstiegsbegleiter, die förderbedürftige Jugendliche bei der Berufswahl und zu Beginn ihrer Lehre unterstützen. 500 Bildungslotsen haben vor wenigen Wochen ihre Arbeit an Schulen in ganz Deutschland aufgenommen. "Die jetzt getroffene Vereinbarung hat Vorbildcharakter für die Kooperation zwischen Bund und Ländern bei der zielgenauen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern auf ihrem Weg in den Beruf", sagte Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF. "Wichtig ist, dass wir die Bildungsketten-Initiative sinnvoll mit den Aktivitäten der Länder verknüpfen. Das ist uns hier in Hessen gelungen. Nur gemeinsam schaffen wir es, mehr junge Menschen zu Schulabschluss und Ausbildungsreife zu führen", betonte Braun.

Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, sagte: "Auch in diesem Jahr konnten rund 6.000 junge Menschen in Hessen keinen Ausbildungsplatz finden. Sie sind jetzt in außerbetrieblichen Ausbildungen, Berufsvorbereitenden Maßnahmen oder Einstiegsqualifizierungen eingemündet.. Diese Zahl ist deutlich zu hoch. Wir erhoffen uns von dem intensiven Ansatz der Bildungsketten, dass die Teilnehmer in den sogenannten Warteschleifen deutlich weniger werden. In der wichtigen Übergangs- und Orientierungsphase von der Schule in den Beruf können Schüler besser und intensiver begleitet werden als bisher. Die Anstrengungen der Eltern und Schulen reichen nicht immer aus und müssen weiterhin sinnvoll ergänzt werden."

Das Land Hessen und die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit finanzieren die Potenzialanalysen mit 3,6 Mio. € in den Jahren 2011 bis 2013. Das BMBF fördert seinerseits die Einführung von Potenzialanalysen in über-betrieblichen Berufsbildungsstätten sowie an zunächst 70 hessischen Haupt- bzw. Gesamtschulen, wo derzeit 35 Berufseinstiegsbegleiter tätig sind. Ihre Zahl soll bis zum Jahr 2013 verdoppelt werden. Für die Durchführung dieser Potenzialanalysen stellt das BMBF bis dahin insgesamt 3,455 Mio. € zur Verfügung.

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