Der Arbeitsmarkt im Dezember

Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen
(lifePR) (Nürnberg, ) .
- 2010: Rund 199.000 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt
- Saisonbereinigt: Stagnation der Arbeitslosigkeit seit August
- Regierungsbezirk Kassel bleibt weiter vorn

Die Arbeitslosenzahl in Hessen ist im Dezember 2010 saisonbedingt angestiegen. Insgesamt 184.493 Frauen und Männer wurden in diesem Monat zum Stichtag (15. Dezember) als arbeitslos gezählt. Das sind 2.361 oder 1,3 Prozent mehr als im Vormonat, aber 13.106 oder 6,6 Prozent weniger als im Dezember des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 6,0 Prozent; im Vormonat lag die Quote bei 5,9 Prozent, im Vorjahr noch bei 6,4 Prozent. Der Jahresdurchschnittswert für 2010 liegt bei 6,4 Prozent.

Ein Ergebnis, das Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, zufrieden stellt: "Der Arbeitsmarkt 2010 hat sich insgesamt besser entwickelt als vermutet, auch wenn die letzten Monaten hinter den Erwartungen zurückblieben. Wir sind von einer Arbeitslosenzahl von 250.000 im Jahresdurchschnitt ausgegangen. Diese Zahl haben wir jetzt mit rund 199.000 Arbeitslosen weit unterschritten. Insgesamt ist dies ein gutes Ergebnis. Für 2011 erwarte ich, dass die Arbeitslosigkeit nochmals um 10 Prozent auf etwa 180.000 im Jahresschnitt sinkt."

Allzu positiv möchte Frank Martin allerdings die letzte Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt nicht sehen, denn: "Bereinigt man die offiziellen Arbeitslosenzahlen um die üblichen saisonalen Schwankungen, stellt man fest, dass die Arbeitslosigkeit nach starken Rückgängen im ersten Halbjahr seit August stagniert. Es sieht so aus, als gönne sich der Arbeitsmarkt derzeit eine Verschnaufpause."

Wie in einem Dezember üblich waren in erster Linie Männer vom saisonbedingten Anstieg betroffen. Ihre Zahl stieg um rund 2.600 (2,8 Prozent) im Vergleich zum Vormonat an. Üblicherweise fallen in den Wintermonaten Stellen in den sogenannten Außenberufen, wie Baugewerbe oder Landwirtschaft, weg. Die Zahl arbeitsloser Frauen sank im Vergleich um 270 (0,3 Prozent).

Entwicklung bei Jüngeren und über 50-Jährigen bleibt konstant

Weiterhin beständig zeigt sich die Entwicklung bei den unter 25-jährigen. Im Vergleich zum Vormonat muss ein leichter Anstieg um 117 (0,7 Prozent) verzeichnet werden. Allerdings sinkt die Zahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich weiter und zwar um 16,0 Prozent auf jetzt 16.257. Im Jahresdurchschnitt waren rund 19.900 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos.

Die Anzahl der Arbeitslosen über 50-jährigen stieg im Dezember ebenfalls an: Im Vormonatsvergleich um 0,9 Prozent und im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent auf jetzt 54.462. Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl bei rund 55.500.

Regierungsbezirk Kassel bleibt weiter vorn

Im Vergleich der Regionen bleibt der Regierungsbezirk Kassel im Dezember mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent an der Spitze (Vorjahr: 6,6 Prozent), gefolgt vom Regierungsbezirk Frankfurt 6,0 Prozent (Vorjahr: 6,3 Prozent) und dem Regierungsbezirk Gießen mit 6,1 Prozent (Vorjahr: 6,5 Prozent).

Im Vorjahresvergleich konnten im Dezember fast alle hessischen Kreise und kreisfreien Städte ihren Beitrag zu den guten Arbeitsmarktergebnissen beisteuern. Die Ausnahme bilden der Rheingau-Taunus-Kreis (Anstieg gegenüber dem Vorjahr: 5,5 Prozent) der Hochtaunuskreis (Anstieg: 2,2 Prozent), und der Landkreis Offenbach (Anstieg: 0,7 Prozent).

Bestand offener Stellen bleibt stabil

Der Bestand der gemeldeten offenen Stellen bleibt mit rund 33.200 stabil. Dies ist ein Anstieg zum Vorjahr um rund 40,0 Prozent. Der Bestand im Jahresdurchschnitt betrug 2010 rund 30.800.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt hinter dem Bundesniveau

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Oktober bei hochgerechnet 2.230.500; 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Hessen bleibt damit unverändert hinter der Entwicklung im Bund (+ 1,8 Prozent) sowie Westdeutschland (+ 1,8 Prozent) zurück.

Positiv zu bewerten ist, dass erstmalig seit Beginn der Krise im Vorjahresvergleich beim Verarbeitenden Gewerbe kein weiterer Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu verzeichnen war.

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Angela Köth
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