Strenger Winter bewirkt leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit

Arbeitslosenquote bleibt bei 4,3 Prozent
(lifePR) (München, ) Zum Jahresende zeigt sich der Münchner Arbeitsmarkt trotz des strengen Winters robust. Die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen steigt zwar im Dezember gegenüber November um 649 Personen auf 52.802. Im Vergleich zum Dezember 2009 liegt die Arbeitslosenzahl aber um über 5.600 Personen niedriger.Die Arbeitslosenquote im Vorjahr lag noch bei 4,9 Prozent.

Arbeitslos gemeldet Menschen im Dezember 52.802 Arbeitslosenquote im Dezember 4,3 Prozent

Für Bernd Becking, Leiter der Agentur für Arbeit München, hält damit die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt an. "Den - trotz des strengen Winters - erfreulich moderaten Anstieg der Zahl der Arbeitslosen im Dezember verdanken wir in erster Linie dem konjunkturellen Aufschwung. Unabhängig von saisonalen Schwankungen bleibt die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften erkennbar hoch. Die Arbeitslosenzahlen werden sich in den weiteren Wintermonaten voraussichtlich erhöhen, da Mitarbeiter der witterungsabhängigen Branchen, wie Landschafts- und Gartenbau, entlassen werden und darüber hinaus sich das Ende des Weihnachts- und Silvestergeschäfts im Hotel- und Gaststättengewerbe besonders in der Tourismusregion München auswirken wird. Alle Signale deuten jedoch darauf, dass sich die positive Entwicklung in unserer Region weiter verstetigt ", erklärt Becking.

Im "Rechtskreis" des Sozialgesetzbuches III (Kurzzeitarbeitslosigkeit, betreut von der Arbeitsagentur) waren im Dezember 23.057 Menschen arbeitslos gemeldet, im "Rechtskreis" des Sozialgesetzbuches II (betreut von ARGEN und getrennter Trägerschaft) 29.745 Personen. Die Arbeitslosenquote "Kurzzeitarbeitslosigkeit" ist im Vergleich zum Dezember 2009 um 0,5 Prozentpunkte von 2,4 Prozent auf aktuell 1,9 Prozent zurückgegangen. Im Rechtskreis des ALG II kann immerhin eine Abnahme der Quote im Vergleich zum Dezember 2009 von 2,5 Prozent auf derzeit 2,4 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte) verzeichnet werden.

Neuer Spitzenreiter - neues Schlusslicht

Im Landkreis München ist die Zahl der Arbeitslosen um 0,6 Prozent auf 4.702 Personen gestiegen. Das ist der geringste Anstieg, den die Region München zu verzeichnen hat. Es folgen der Landkreis Ebersberg (plus 1,0 Prozent bzw.

1.645 arbeitslose Menschen), die Landeshauptstadt München mit einem Anstieg von 1,1 Prozent auf 39.178 Personen und der Landkreis Fürstenfeldbruck (plus 1,1 Prozent bzw. 3.667 arbeitslose Menschen). Im Landkreis Starnberg steigt die Arbeitslosenquote um 2,4 Prozent. Dort sind aktuell 1.569 Menschen ohne Arbeit. Der Landkreis Dachau, muss einen Anstieg von 5,9 Prozent hinnehmen.

Im nördlichsten Landkreis sind im Berichtsmonat 2.041 Personen arbeitslos.

Albert Kugler, Leiter der Geschäftsstelle Dachau, sagt dazu: "Das überrascht uns nicht. Ein Grund für den vergleichsweise hohen Anstieg der Arbeitslosigkeit ist, dass in Dachau überproportional viele Beschäftigte in witterungsabhängigen Branchen, zum Teil in andere Landkreise pendelnd, tätig sind".

Kurzarbeit unverändert rückläufig

Aufgrund der Umstellung der Datengrundlage von Melde- auf Abrechnungslisten liegen als Hochrechnung die aktuellsten Zahlen für August vor. Im August 2010 waren 755 Betriebe und 5.456 Beschäftigte von konjunktureller Kurzarbeit betroffen. "Immer weniger Betriebe müssen das Instrument Kurzarbeit in Anspruch nehmen. Die Zahlen sind stark rückläufig. Dennoch ist Kurzarbeit erkennbar nach wie vor ein wichtiges Instrument, um Arbeitsverhältnisse in Unternehmen, wo die Krise noch nicht beendet ist, zu sichern und Fachkräfte zu halten.

Ich bitte weiterhin betroffene Arbeitgeber, das Know-how der Arbeitsagentur zu nutzen, damit Entlassungen auch zukünftig vermieden werden können"; so Becking weiter.

Arbeitslosigkeit bei einzelnen Personengruppen - Jugendarbeitslosigkeit erneut gesunken

"Es ist besonders erfreulich, dass die Arbeitslosigkeit gerade bei jungen Menschen zwischen 15 und 20 Jahren erneut zurückgegangen ist und zwar überdurchschnittlich stark um 7,8 Prozent. Die Gründe hierfür liegen vor allem im konjunkturellen Aufschwung und in der Bereitschaft der Unternehmer sich die Fachkräfte von morgen zu sichern", erklärt Becking. Insgesamt waren im Dezember 3.463 Jugendliche von 15 bis 25 Jahren arbeitslos, das sind knapp 138 weniger als noch im November (minus 3,8 Prozent) und 694 bzw. 16,7 Prozent weniger als im Dezember 2009. In der Altersgruppe der 15- bis 20-Jährigen waren 785 Jugendliche ohne Arbeit, 66 weniger als im Vormonat.

Die Zahl der älteren Arbeitslosen von 50 bis unter 65 Jahren hat sich verändert.

Diese steigt im Dezember um 505 auf 16.890 Personen (plus 3,1 Prozent). Im Vergleich zum Dezember 2009 stieg die Zahl der älteren Arbeitslosen um 208 (plus 1,2 Prozent). "Es ist keine positive Entwicklung, wenn diese Personengruppe Dreiviertel des Gesamtanstiegs der Arbeitslosen stellt. Alle Akteure am Arbeitsmarkt müssen mit Blick auf Demographie und Fachkräftebedarf einem derartigen Trend entgegenwirken, damit er sich nicht verstetigt. Die Beschäftigungsfähigkeit dieser Personengruppe muss verbessert werden. Die älteren Arbeitnehmer werden in den nächsten Jahren unverzichtbar sein", betont Becking.

Arbeitskräftenachfrage steigt wieder

Derzeit können die Arbeitsvermittler der Arbeitsagentur München auf 10.535 gemeldeten Stellen zurückgreifen. Im Vergleich zum Dezember 20091 sind 3.106 bzw. 41,8 Prozent mehr Stellen im Bestand. Arbeitgeber meldeten der Agentur für Arbeit München im Dezember 3.850 neue Arbeitsstellen. Im Vergleich zum Dezember 2009 wurden damit 1.097 bzw. 39,8 Prozent mehr offene Stellen gemeldet.

"Vor allem im Dienstleistungssektor, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Gastgewerbe wird nach Arbeitskräften gesucht. Oberstes Ziel der Agentur für Arbeit ist es, arbeitslos gewordenen Menschen schnell wieder Arbeit zu vermitteln und Arbeitgeber bei der Suche nach qualifizierten Fachkräften zu unterstützen. Unter der Service-Nummer 01801 / 66 44 662 bieten wir den Betrieben an, freie Stellen und das Anforderungsprofil zu melden. Der Arbeitgeberservice berät zu allen Fragen der Personalsuche und Fördermöglichkeiten für Beschäftigte, die Qualifizierungsbedarf haben", unterstreicht Becking abschließend.
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