SCHLAGWERK VOM FEINSTEN - Martin Grubinger ist wieder zu Gast

(lifePR) (Dresden, ) Zum Anfang des Jahres ist Martin Grubinger nach knapp zwei Jahren wieder zu Gast bei der Dresdner Philharmonie und im Gepäck hat er einen "Erstling": Eine Deutsche Erstaufführung von John Corigliano, dem Sohn des legendären Konzertmeisters der New Yorker Philharmoniker, der heute zu Amerikas originellsten und bekanntesten Komponisten zählt. Seine im Auftrag der Met komponierte Oper "Der Geist von Versailles" brachte den internationalen Durchbruch. Corigliano geht es nicht so sehr um die Ergründung der Klangfarben, sondern darum, den Instrumenten Melodien abzutrotzen. Die Struktur der drei Sätze ist analog gebildet: der Solist beginnt mit einer Kadenz und begibt sich im weiteren Verlauf in den Dialog mit dem Orchester, wobei eine breite Palette von Charakteren und Stimmungen entwickelt wird. Nachdem er das Werk beendet hatte, fiel Corigliano auf, dass der Solist wie eine Art Hexenmeister agiert: Er führt die Themen weniger ein, als dass er sie heraufbeschwört. Wie durch Zauberei entlockt er den drei Instrumentengruppen das Material, dass Solist und Orchester dann weiterentwickeln. Daher der Titel des Werkes: Beschwörer.

Der Solist Martin Grubinger ist ein Musiker, der aus dem Rahmen fällt, nicht nur, was sein Instrument angeht. So ist er tatsächlich im Frühjahr 2008 den Wiener Marathon gelaufen - am Tag nach einem Konzert! Dass er auch sein Musizieren durchaus als Extremsport versteht, hat er z.B. in Wien oder Bonn gezeigt, wo er vier und sieben Stunden auf der Bühne stand. Er liebt das Gefühl, wie er selbst sagt, »am Limit zu sein« - körperlich und geistig, denn er spielt seine Werke immer auswendig. Bei einem Konzert in Lübeck im vergangenen Sommer

auf 250 Instrumenten bedeutete dies eine aus dem Gedächtnis zu spielende Menge von ca. 600.000 Noten. Obwohl Weltbürger im besten Sinne, lebt er nach wie vor auf dem Lande, in Thalgau im Salzburger Land, wo er - wie er selbst sagt - ungestört Lärm machen kann. Er ist vielleicht der einzige Künstler auf Erden, dem man es nicht übel nehmen kann, wenn er sagt, dass sein Publikum auch aus Rindviechern besteht, denn: Sein Proberaum ist ein Anbau am Haus, der zur Weide hinaus liegt, weshalb dort schon mal die Kühe den Kopf durchs Fenster stecken, wenn er seine Konzerte vorbereitet.

Wie die meisten Erstlingswerke entstand auch Jean Sibelius erste Sinfonie nicht ohne Vorbild. Der Musikwissenschaftler Gerald Abraham wies auf Parallelen zu Borodins zweiter Sinfonie hin. Viele andere wollten in dem Werk Tschaikowskys Einfluss erkennen, wozu sich Sibelius selbst äußerte: "Ich kann nicht verstehen, warum meine Sinfonien so oft mit denen von Tschaikowsky verglichen werden. Seine Symphonien sind sehr menschlich, aber sie stellen die weichen Züge der menschlichen Natur dar. Meine zeigen die harten."

Samstag, 15. Januar 2011 | 19:30 Uhr
Sonntag, 16. Januar 2011 | 19:30 Uhr
Festsaal im Kulturpalast

4. Zyklus-Konzert

John Corigliano (geb. 1938)
Conjurer: Concerto for Percussionist and String Orchestra
(with optional brass)
Deutsche Erstaufführung

Jean Sibelius (1865 - 1957)
Sinfonie Nr. 1 e-Moll op. 39

Hannu Lintu | Dirigent
Martin Grubinger | Schlagwerk

Karten sind erhältlich in der Ticketcentrale im Kulturpalast am Altmarkt
Mo bis Fr, 10 - 19 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr
Tel. 0351 / 4 866 866, Fax 0351 / 4 866 353
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