Internetauftritte Niedersächsischer Landkreise untersucht

Kommunikationsmanagement-Studierende analysieren Benutzerfreundlichkeit, Suchmaschinenoptimierung und Rechtssicherheit
Jetzt ist es geschafft: 200 Kriterien, mit denen man die Qualität von Websites messen kann, wurden erhoben und in einem Bericht zu einem Ganzen zusammengefügt. Foto. Paolo Lombardo (lifePR) (Osnabrück, ) Ein gut gestalteter, aussagekräftiger Internetauftritt ist heutzutage für alle Unternehmen und Dienstleister ein Muss. So auch für die niedersächsischen Landkreise, die die Bürger informieren und die Touristen zum Besuch anregen wollen.

Fünf Landkreise - darunter der Landkreis Osnabrück, der Landkreis Ammerland, der Landkreis Aurich, der Landkreis Celle, der Landkreis Goslar, aber auch der Niedersächsische Landkreisverband wollten wissen, wie gut ihre Internetauftritte sind und baten die Hochschule Osnabrück im Spätsommer 2010 um eine Evaluation ihrer Websites.

Um die Stärken und Schwächen der sechs Landkreis-Internetauftritte herauszuarbeiten, haben 14 Bachelor-Studenten des Studiengangs Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Kirchhoff und Dipl.-Ing. Ralf Garten zunächst einen Evaluationskatalog mit rund 200 wichtigen Kriterien entwickelt, mit dem die Qualität der Websites gemessen werden konnte. Geprüft wurden die sechs Websites schließlich auf ihre Benutzerfreundlichkeit, Suchmaschinenoptimierung und Rechtssicherheit.

Dafür wurde jede Landkreis-Website genau analysiert. Entspricht das Impressum dem Telemediengesetz? Fand das Urheberrecht Anwendung? Ist die Navigation übersichtlich? Sind Links leicht erkennbar? lauteten typische Fragen. Um den Vertretern der Niedersächsischen Landkreise zu demonstrieren, wie unbedarfte Nutzer die Seiten sehen, wurden zudem noch mehrere Usability-Tests durchgeführt, mit denen das Nutzerverhalten geprüft wird. Die Ergebnisse dieser Tests wurden in einem Film festgehalten und am letzten Freitag den Vertretern der Landkreise präsentiert.

"Wer lange Zeit an einem Internetauftritt arbeitet, vergisst, wie kompliziert eine Website für den Otto-Normalverbraucher sein kann,"

kommentiert die Professorin für Medienarbeit, Dr. Sabine Kirchhoff, das Verhalten der gefilmten Nutzer, die teilweise verzweifelten, als sie weder das Angebot einer Musikschule fanden noch den Sperrmüll online bestellen konnten. "So ein Behördenauftritt hat schnell mehrere tausend Seiten Inhalt, die aus Sicht der Internetbesucher und nicht aus Sicht der Behörde gegliedert werden müssen", begründet Kirchhoff die hohe Abbruchquote der beobachteten Testpersonen.

Damit die untersuchten Niedersächsischen Landkreise wissen, wie sie ihre Websites optimieren können, erhielt jeder Teilnehmer der Untersuchung im Anschluss an die Präsentation einen schriftlichen 60seitigen Bericht zu seinem Internetauftritt. Besonders Manfred Malzahn vom Niedersächsischen Landkreistag war von der Arbeit der Kommunikationsmanagement- Studierenden angetan: "Diese Analyse trifft die Probleme auf den Kopf und viele Anregungen werden wir auch schnell umsetzen." Genau das will der Großteil der Teilnehmer in den nächsten Wochen tun. Natürlich ist allen klar, dass nicht alles auf einmal optimiert werden kann - allein schon wegen der technischen und personellen Voraussetzungen. Aber bei diesem Punkt plädieren die beiden Leiter der Untersuchung. Sabine Kirchhoff und Ralf Garten, für eine realistische Einschätzung; denn es wird nie eine Seite geben, die aufgrund der vielen gleichzeitig zu bewältigenden Anforderungen 100 Prozent optimiert sein kann.

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