Billig geht nur billig

Dioxin-Skandal deckt Schwächen im System auf
(lifePR) (Passau, ) BSE, Gammelfleisch und nun Dioxin beschreiben die Auswirkungen der Massentierhaltung und eines Systems, das auf billig setzt und Qualität vorgaukelt. Dabei ist bekannt, dass die Auswirkungen industrieller Tierhaltungsformen auf die Umwelt schwerwiegend sind und dass das Leben der Tiere auf engem Raum und ohne Tageslicht ethisch mehr als fragwürdig ist. Mit dem aktuellen Dioxinskandal wird nun auch offen-sichtlich, dass derart produzierte Nahrungsmittel gesundheitsschädlich und krebserregend sind. Angekündigte Kontrollen sollen nun den Verbraucher beruhigen, um einem System treu zu bleiben, das der derzeitigen Bundesregierung am Herzen liegt: Fortentwicklung agrarindustrieller Systeme und Ausbau der Massentierhaltung. Da wirkt es geradezu grotesk, wenn sich, wie von Ilse Aigner gefordert, die Verursacher, sprich die Futtermittelindustrie, darüber Gedanken machen sollen wie das System zukünftig sicherer werden kann. Die Ernsthaftigkeit dieses Unterfangens darf bezweifelt werden, denn zusätzliche Kontrollen und Analysen bedeuten höhere Kosten und bringen schnell die Wettbewerbsfähigkeit industrieller Tiermast in Schieflage. Damit verfährt die Bundeslandwirtschaftsministerin schon wie ihr Ziehvater Seehofer, der schon beim Gammelfleischskandal darauf hoffte, dass die Zeit alle Wunden heilt und das Thema von selbst aus der Presse verschwindet.

Für Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer ist das zögerliche Vorgehen der Agrarministerin Programm. "Die Politik wird immer mehr zum Erfüllungsgehilfen der Agrarlobby, und diese setzt bekanntlich auf Großindustrie mit Massentierhaltung. Die Produkte daraus müssen billig sein, nicht gut. Und damit sind wir wieder beim Verbraucher, der gerne zu "mehr" und "billig" greift, ohne darüber nachzudenken, dass manche Preise nur mit radikalen Rationalisierungsmaßnahmen wie Massentier-haltung und billigem Futter erreichbar sind. Billig lässt sich eben immer nur mit billig produzieren - auf der Strecke bleibt die Lebensmittelsicherheit.

Sepp Brunnbauer fordert daher die Verbraucher auf, Bioprodukte zu kaufen und Politik mit dem Einkaufskorb zu machen. "Damit zeigen wir der Agrar- und Lebensmittelindustrie die rote Karte und machen deutlich, dass wir es satt haben von Politik und Agrarlobby langsam aber sicher vergiftet zu werden."

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