Nichts für Schlappohren - »2 x hören«

MO 23.05.11 / 20.00 Uhr / Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal
(lifePR) (Berlin, ) Bi- und Polytonalität, Polymetrik und -rhythmik, Toncluster, Aleatorik und Raumklang: Es gibt kaum eine musikalische Erscheinung der Moderne, für die Charles Ives nicht zum Ahnherrn erklärt worden ist. Er wollte halt keine »Betäubungsmittel« komponieren für »Schlappohren« – so nannte der US-Amerikaner selbst die gestrigen Romantik-Schwelger. Dabei war der erfolgreiche Versicherungsfachmann eigentlich »nur« ein Freizeitkomponist, der vor allem an Abenden und langen Wochenenden schrieb – und diese Tätigkeit parallel zu seinem Rückzug aus dem Berufsleben schon 25 Jahre vor seinem Tod 1954 wieder aufgab. Vielleicht blieben auch deshalb all diese musikalischen Erscheinungen bei ihm fast immer zufällig, wucherten ohne Regeln vor sich hin, was wiederum schon früh manchen Kritiker dazu brachte, dem Generationsgenossen Schönbergs Stillosigkeit und Inkonsequenz vorzuhalten.

Dabei war es gerade diese von keinerlei Denkbarrieren der Alten Welt eingeschränkte Aufgeschlossenheit, die es Charles Ives ermöglichte, verschiedenste Neuerungen der europäischen Avantgarde unbefangen vorwegzunehmen. Sein Klaviertrio etwa, 1904 in Angriff genommen und 1911 abgeschlossen, zeugt nicht nur von typisch amerikanischer College-Folklore, sondern auch von atemberaubender Originalität. Grund genug für das Trio Boulanger, den Dreisätzer innerhalb der von Markus Fein moderierten Reihe »2 x hören« eben gleich zweimal zu spielen.

Die drei jungen Damen musizieren übrigens bereits seit 2006 zusammen: »Es war unser Traum, die Kammermusik zum Hauptberuf zu machen«, sagt Cellistin Ilona Kindt. »Schon nach kurzer Zeit des Zusammenspiels waren wir bereit, das Risiko einzugehen und alles, was wir nebenher machten, dem Trio zuliebe aufzugeben.« Dieses Risiko hatte Ives, bei aller Liebe zur Musik, dann allerdings doch nicht eingehen wollen.

»2 x hören«

Trio Boulanger
Markus Fein Moderation
Charles Ives Klaviertrio

Eine Veranstaltungsreihe der Körber-Stiftung und des Konzerthauses Berlin.

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Stephanie Langenberg
Assistenz Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
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