»Himmlische Längen«

DI 31.05.11 / 20.00 Uhr / Konzerthaus Berlin, Großer Saal
(lifePR) (Berlin, ) Worte vermögen nie ganz auszudrücken, was Musik wirklich ausmacht. Das meint auch Arcadi Volodos, wenn er sagt: »Man kann die emotionalen Zustände beschreiben, die Musik in uns auslöst. Aber in der Musik drückt sich das auf einer höheren Ebene aus, als dies mit Worten möglich ist«. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau ergänzt er: »Die Musik drückt den Zustand aus, dem man sich vermittels der Worte annähert.«

Oder führen sie nicht doch in die Irre? Robert Schumann schwärmte einst mit Blick auf Franz Schuberts C-Dur-Sinfonie von »himmlischen Längen«. Daraus nun zu folgern, dass alle Schubertschen Längen automatisch himmlischer Natur seien, wäre natürlich verfehlt. Schuberts eher selten zu hörende f-Moll-Sonate D 625 etwa zeichnet eine eher düstere Gefühlswelt aus, so gar nicht typisch für seinen Stil. Hingegen bergen die »Moments musicaux« dieses tiefgründigsten Psychologen seines hoffnungslosen Zeitalters eben jene hauchzarten Erinnerungen, die unendlich dahin zu fließen scheinen. Zugleich sind es aber sechs Stücke (von denen Volodos drei für sein Programm ausgewählt hat), die vielleicht die persönlichsten Äußerungen sind, die Schubert dem Klavier anvertraute.

Ob Schumann die himmlischen Längen auch bei Franz Liszt ausgemacht hat, sei dahingestellt. Auf jeden Fall hat der seine h-Moll-Sonate dem Kollegen gewidmet: ein opus summum für Klavier, ein fürwahr visionärer (Ent-)Wurf, der mehr noch der entfesselten Ekstase huldigt als dem endlosen Fluss.

»Pianissimo«

Arcadi Volodos Klavier
Franz Schubert Drei Moments musicaux aus D 780 (Nr. 1 Moderato C-Dur, Nr. 2 Andantino As-Dur, Nr. 5 Allegro vivace f-Moll)
Franz Schubert Sonate f-Moll D 625
Franz Liszt Sonate h-Moll

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Stephanie Langenberg
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