Ortsumgehungen wichtiger als Querungshilfen für Tiere

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Straßen- und Schienenwege zerschneiden zunehmend Landschaften und Tierreviere. Beim Wechsel zwischen ihren gewohnten Plätzen kommen jährlich unzählige Wildtiere - Hochwild, Niederwild und Amphibien - im Verkehr unter die Räder.Aber auch Menschen sind betroffen: Fast jeden zehnten Tag stirbt auf Deutschlands Straßen ein Kraftfahrer nach einem Zusammenprall mit einem Tier oder nach einem Ausweichmanöver; pro Tag erleiden im Durchschnitt zehn Menschen Verletzungen durch Wildunfälle. Spezielle Unterführungen und so genannte Grünbrücken an Straßen und Schienen sollen die Zusammenstöße zwischen Tier und Mensch verringern helfen. Querungshilfen sind auch dazu da, negative Folgen für die genetische Vielfalt wegen der zunehmenden Landschaftszerschneidung abzumildern.Derzeit sind nach Auskunft von Verkehrsstaatssekretär Andreas Scheuer 18 Grünbrücken in Planung oder bereits im Bau. Bei einer Befragung durch Abgeordnete im Bundestag am 25. Mai ließ er jedoch keinen Zweifel daran, dass er den Bau von Grünbrücken eher für nachrangig hält - wie sein Minister übrigens auch. Scheuer sprach von einem deutlichen Nachhol- und Sanierungsbedarf bei normalen Straßenbrücken, bei der Engpassbeseitigung und bei der Stauvermeidung; Spielräume für "Luxusprojekte" sehe er nicht. Es würde auch noch manche Umgehungsstraße fehlen, die wegen der Sparzwänge bislang nicht gebaut werden konnte. Ein als Entwurf vorliegendes Bundesprogramm listet eine Reihe von Wiedervernetzungsabschnitten in Deutschland auf, in die mittel- und langfristig Querungshilfen eingebaut werden sollen. In welchem Umfang und wann solche Projekte finanziert werden können, sei "derzeit noch völlig offen", sagte der Staatsekretär den Abgeordneten.

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