Russen-Disko

FR 17.06., SA 18.06.11 | 20.00 Uhr | Konzerthaus Berlin, Großer Saal
Anna Vinnitskaya (lifePR) (Berlin, ) »Mein Konzert sei wertlos, völlig unspielbar. Die Passagen seien so bruchstückhaft, unzusammenhängend und armselig komponiert, dass es nicht einmal mit Verbesserungen getan sei. Die Komposition selbst sei schlecht, trivial, vulgär. Hier und da hätte ich von anderen stibitzt. Ein oder zwei Seiten vielleicht seien wert, gerettet zu werden; das Übrige müsse vernichtet oder völlig neu komponiert werden.« So berichtet Pjotr Tschaikowsky im Schockzustand an seine Brieffreundin Nadeshda von Meck.

Die beschriebene Szene spielte sich ab, als er nicht etwa seinem schlimmsten Feind, sondern seinem Freund und Mentor Nikolai Rubinstein sein 1. Klavierkonzert vorspielte. Trotz aller Bewunderung für den großen Mann, machte Tschaikowsky das einzig Richtige: Er widersetzte sich, änderte keine einzige Note und schickte die Partitur postwendend an den Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow, der sofort begeistert die Uraufführung anging. Dann das Wunder: Rubinstein änderte seine Meinung und gab mit dem Werk eine legendäre Aufführung in Paris - der Grundstein für einen regelrechten weltweiten Siegeszug, der noch bis heute anhält und dem Werk den ungekrönten Titel des »meistgespielten Klavierkonzerts der Klassik« einbrachte. Die Einspielung durch den Pianisten Van Cliburn etwa von 1961 wurde über 1 Million Mal verkauft - Rekord. Ob E- oder U-Musik, Klassik oder Pop: »Man muss sich amüsieren, tanzen und lachen.« Dies war passenderweise auch die Lieblingsmelodie im Hause Tschaikowsky, die im 1. Klavierkonzert in den scherzoartigen Mittelteil des Andantinos einging.

Diesen Gipfel der Klavierliteratur erklimmt die russische Pianistin Anna Vinnitskaya, überragende Preisträgerin des Concours Reine Elisabeth 2007, gemeinsam mit dem Konzerthausorchester Berlin unter Vladimir Fedoseyev. Orchester und Dirigent widmen sich im Anschluss einem weiteren »Klassiker« der Literatur, den »Bildern einer Ausstellung« von Modest Mussorgsky in der fabelhaften Orchestrierung von Maurice Ravel. Zwei Werke, die man zweifelsohne als Klassik-Hits bezeichnen kann, die sich aber auch jenseits der Klassik große Bekannt- und Beliebtheit erfreuen.

Konzerthausorchester Berlin

Vladimir Fedoseyev Dirigent
Anna Vinnitskaya Klavier
Pjotr Tschaikowsky Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23
Modest Mussorgsky »Bilder einer Ausstellung«, für Orchester von Maurice Ravel

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