"Thüringen stellt sich der Mahnung des Holocaust"

Matschie fordert auch künftig intensive Auseinandersetzung mit Verbrechen des Nationalsozialismus
(lifePR) (Erfurt, ) "Thüringen stellt sich der Mahnung des Holocaust. Dazu gehört eine lebendige Erinnerungskultur. Sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus gegenüber den in Europa lebenden Juden auch viele Jahrzehnte später aktiv auseinanderzusetzen, ist eine Aufgabe, die auf der Tagesordnung bleibt." Das erklärt der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, vor dem morgigen Symposium "Den Holocaust erzählen?" des Jena Center "Geschichte des 20. Jahrhunderts". Bei der Tagung wird der Historiker Saul Friedländer die von ihm vor mehr als 20 Jahren in Los Angeles begonnene Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Geschichtsschreibung fortsetzen. Friedländer ist Autor des bekannten Buches "Das Dritte Reich und die Juden".

Matschie begründet die Notwendigkeit, den Holocaust weiter zu thematisieren: "Angesichts der Unmenschlichkeit der Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen wir nicht sprachlos werden. Auch, wenn die Worte für das Erzählen des Holocaust schwer zu finden sind, müssen wir es immer wieder versuchen, das sind wir sowohl den Opfern von damals als auch heute lebenden Generationen schuldig. Nur wer die Vergangenheit kennt, lernt für die Zukunft." Die Verpflichtung dazu steige, wenn Zeitzeugen nicht mehr erzählen könnten, so Matschie.

Für Matschie gehen Erinnern und Erzählen stets mit einer wissenschaftlichen Aufarbeitung einher. "Geschichtsschreibung braucht beide, sowohl Zeitzeugen als auch Historiker", so der Minister.

Hinweis: Minister Christoph Matschie wird am Freitag, dem 10. Juni 2011, 9.30 Uhr, beim Symposium ein Grußwort sprechen. Staatsekretär Prof. Dr. Roland Merten nimmt am Samstag, dem 11. Juni 2011, ab 9.30 Uhr, an der Tagung teil. Informationen zum Programm des Symposiums unter: www.jenacenter.uni-jena.de.

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Gregor Hermann
Thüringer Kultusministerium
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