Physisch direkt

24.06. SA 25.06.11, 20.00 Uhr / SO 26.06.11, 16.00 Uhr / Konzerthaus Berlin, Großer Saal
(lifePR) (Berlin, ) Zweifellos ist die Trompete eines der wandlungsfähigsten Instrumente überhaupt - und zweifellos gibt es nur wenige Spieler, die diese Wandlungsfähigkeit immer wieder aufs Neue unter Beweis stellen. Einer von ihnen ist der schwedische Trompeter Håkan Hardenberger. »Es war Liebe auf den ersten Blick - und das kann man nicht erklären«, sagt er. Dennoch ein Versuch: Die Trompete sei »der menschlichen Stimme sehr nahe, hat aber auch etwas physisch Direktes.« Gemeint ist jene Faszination des natürlichen Klangs, kombiniert mit einer unvergleichlichen Direktheit und Energie. Und natürlich war am Anfang auch Maurice André im Spiel, den Hardenberger mit zehn Jahren erstmals hörte und ihm nacheiferte.

Einige Jahre später begann Hardenberger, auf eigenen instrumentalen Beinen zu stehen. Er pflegte Kontakte zu zeitgenössischen Komponisten, Klang-Experimentlern und Neutönern, wie beispielsweise Harrison Birtwistle, Hans Werner Henze oder Mark Anthony Turnage. Dessen spektakuläres Trompetenkonzert mit dem Titel »From the Wreckage« entstand auf Anregung Hardenbergers, der 2005 die Uraufführung übernahm und seitdem mit dem Werk durch die Welt tourt. Das Konzert, bestehend aus einem einzigen 15-minütigen Satz, durchmisst nicht weniger als die gesamte denkbare Aus-drucks-, Interpretations- und Technikpalette: von tief bis hoch, ruhiger Trauer bis Rage, von lässigem Blues bis straightem Rock. Der Solist beginnt das Stück mit dem Flügelhorn, wechselt dann auf die Trompete, um die ätherischen Schlusstakte schließlich auf der Piccolo-Trompete zu intonieren.

Das Konzerthausorchester Berlin unter Leitung von Massimo Zanetti stellt diesem Trompeten-Coup Gustav Mahlers Adagio Fis-Dur aus der Sinfonie Nr. 10 voran, gleichsam als vorweg-genommener Ruhepunkt. Dann zwei ebenfalls höchst farben- und abwechslungsreiche Stücke von Maurice Ravel: die fünf Kinderstücke für Orchester »Ma mère l'oye« (»Mutter Gans«), die Ravel für ein befreundetes Ehepaar polnischer Herkunft schrieb und später auf Bitten seines Verlegers Jacques Durand in ein in allen Farben schillerndes Orchesterwerk überführte. Schließlich die berühmte »Rapsodie espagnole«, Ravels so gar nicht folkloristisch-volkstümliche Überhöhung des spanischen Lebensgefühls, verfasst mit den zeitgemäßen Mitteln eines höchst einfallsreichen und klangsensiblen französischen Komponisten.

Konzerthausorchester Berlin
Massimo Zanetti Dirigent
Håkan Hardenberger Trompete

Gustav Mahler Adagio Fis-Dur aus der Sinfonie Nr. 10
Mark Anthony Turnage »From the Wreckage« für Trompete und Orchester
Maurice Ravel »Ma mère l'oye« – Fünf Kinderstücke für Orchester
Maurice Ravel »Rapsodie espagnole«

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