"Unternehmer wissen, dass sie jetzt in die Ausbildung investieren müssen"

Handwerkskammer und Arbeitsagentur besuchen Betriebe
(lifePR) (Nürnberg, ) Die Ausbildungsplatzsituation profitiert weiter von der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Bis Ende Mai haben bereits 914 junge Leute eine Ausbildung im Bezirk der Handwerkskammer Rhein-Main begonnen. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 41,9 Prozent mehr. Zum Stichtag Ende März 2011 waren es mit insgesamt 442 neu geschlossenen Verträgen sogar 63,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

"2010 haben wir insgesamt mehr als 4.000 jungen Leuten eine berufliche Perspektive im Handwerk gegeben. Das ist eine Zahl, auf die wir stolz sind. Ich bin ganz sicher, dass wir in diesem Jahr mindestens genauso gut abschneiden werden", sagte Kammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Christof Riess. "Die Unternehmer wissen, dass sie jetzt in die Ausbildung junger Menschen investieren müssen - der Fachkräftemangel ist aktueller denn je. Wir dürfen keine Zeit verlieren." Insgesamt sind 132 Lehrstellen bei der Handwerkskammer Rhein-Main als unbesetzt gemeldet. "Wir werben bereits heute, um jeden neuen Auszubildenden", so Dr. Riess.

Gemeinsam mit Dr. Frank Martin, Geschäftsführer der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, besuchte Dr. Riess am Donnerstag zwei Handwerksbetriebe, um sich über die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt zu informieren. Dr. Frank Martin: "Das Handwerk spürt aktuell den Fachkräftebedarf am stärksten und steht im direkten Wettbewerb mit anderen Branchen um motivierte Bewerber und Bewerberinnen. Es muss uns gelingen noch mehr junge Menschen für die vielfältigen Handwerksberufe zu gewinnen. Das geht am besten im Verbund von Handwerkskammern, Agenturen für Arbeit, Schulen und Elternhäusern. In Hessen suchen immer noch über 17.000 junge Frauen und Männer über die Agenturen für Arbeit nach einem Ausbildungsplatz. Die wenigsten möchten allerdings eine Lehrstelle im Handwerk antreten. Ausnahmen machen da nur das KFZ-, Friseur- und Schreinerhandwerk".

Burkhard Wagner, Niederlassungsleiter der Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt/Offenbach sagte: "Ausbildung ist für uns nicht nur eine wichtige Investition in unsere Zukunft, sondern auch Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Deshalb bilden wir stets auch über unseren eigenen Bedarf hinaus aus." Mercedes-Benz bildet in 7 verschiedenen Bereichen aus, darunter sind die Berufe Automobilkaufmann/-frau, Kfz-Mechatroniker/in, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in sowie Fahrzeuglackierer/in. Insgesamt sind 94 Azubis in der Niederlassung beschäftigt, davon 58 in technischen Berufe und 36 in kaufmännischen Berufen. Das Unternehmen hat 759 Mitarbeiter insgesamt.

Thomas Herglotz, Geschäftsführer der Herglotz GmbH u. Co. Holzwerkstätten KG in Hattersheim sagte: "Auch wenn im Tischlerhandwerk trotz sinkender Ausbildungszahlen in den letzten Jahren die meisten freien Stellen besetzt werden konnten, werden wir in Zukunft - verstärkt durch den de facto Wegfall des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) - mehr in die Ausbildung investieren müssen, damit die Zahl motivierter und qualifizierten Bewerber und damit auch das Ausbildungsniveau nicht absinkt". Bei dem Unternehmen lernen derzeit fünf Auszubildende das Tischlerhandwerk.

Die Handwerkskammer Rhein-Main vertritt die Interessen von mehr als 31.000 Betrieben und rund 134.000 Beschäftigten in 120 Gewerken. 2010 absolvierten wieder rund 11.000 junge Leute eine Ausbildung im Handwerk. Zum 31. Dezember waren insgesamt 448 Ausbildungsverhältnisse in den Holzhandwerken und 1.569 im Bereich der Kfz-Mechatroniker im Kammerbezirk eingetragen.

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