Minister Tesch: Frühkindliche Bildung als erster Schritt des lebenslangen Lernens

(lifePR) (Schwerin, ) Auf einer Landesfachtagung am Sonnabend, d. 18. Juni 2011, in der Fachhochschule Güstrow ziehen rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Zwischenbilanz ihrer inzwischen einjährigen Arbeit mit der Bildungskonzeption für 0 - 10-jährige Kinder. Außerdem werden neue Kapitel der Bildungskonzeption vorgestellt.

Die Bildungskonzeption für 0- bis 10-jährige Kinder, die seit Juni 2010 als Handlungsgrundlage in den Kindertageseinrichtungen angewandt wird und im Kindertagesförderungsgesetz verbindlich festgeschrieben ist, wurde gemeinsam mit der Fachpraxis von der Arbeitsgruppe weiterentwickelt und um neue Kapitel ergänzt. Dabei geht es um die drei Themenkomplexe:

- Wertorientiert handelnde Kinder, Ethik/Religion/ Philosophie, Gestaltung
- Gestaltung des Übergangs von der Familie in die Kindertageseinrichtung bzw. Kindertagepflege und die
- Leitgedanken zu den Bildungs- und Erziehungsbereichen.

"Aus der Praxis, mit der Praxis, für die Praxis - dass wir diesem Prinzip von Anfang an bei der Bildungskonzeption treu geblieben sind, hat sich sehr bewährt und wir können nun - wie in der Koalition zu Beginn der Legislatur vereinbart - einen Handlungsrahmen anbieten, der dem Grundrecht aller Kinder auf eine individuelle Förderung gerecht wird und ihnen mehr Chancengerechtigkeit einräumt", so Bildungsminister Henry Tesch.

Bereits umgesetzt wird die Bildungskonzeption zu Themen wie

- Einheit von Betreuung, Bildung und Erziehung, theoretische und didaktische Rahmenüberlegungen zur frühpädagogischen Bildung,
- Bildungs- und Erziehungsbereiche, also Ziele/Standards am Ende der Kita-Zeit, zu Kommunikation, Sprechen und Sprache, elementares mathematisches Denken, (Inter)kulturelle und soziale Grunderfahrungen, Welterkundung und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen, Musik, Ästhetik und bildnerisches Gestalten, Bewegung,
- Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Schule,
- Konzeption zur Arbeit im Hort,
- Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern.

Minister Tesch betonte: "Die Bildungskonzeption ist damit aber für Mecklenburg-Vorpommern nicht abgeschlossen. Sie muss den Aufgaben der frühkindlichen Bildung und Erziehung als erste Phase des lebenslangen Lernens ständig gerecht werden. Entsprechend muss die Bildungskonzeption immer weiterentwickelt werden."

Mehr zum Thema unter http://www.bildung-mv.de/...

Hintergrund

Zusammensetzung der Projektgruppe
- Bildungsministerium M-V
- Sozialministerium M-V
- Universität Rostock
- Hochschule Neubrandenburg
- Staatliches Schulamt Rostock
- Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V
- Grundschulverband
- AWO Landesverband
- Caritas
- Diakonisches Werk
- DRK - Landesverband
- Paritätischer Wohlfahrtsverband,
- Landkreistag M-V
- Städte- und Gemeindetag M-V
- Landesjugendhilfeausschuss M-V
- Kita gGmbH Schwerin

Zeitliche Struktur der Bildungskonzeption:

2006
Das Bildungsministerium erhält die Zuständigkeit für die frühkindliche Bildung in folgenden Bereichen:
- Entwicklung von Leitlinien ganzheitlicher frühkindlicher Bildungskonzeptionen
- Sicherung eines effizienten Einsatzes der Mittel zur Verbesserung der vorschulischen frühkindlichen Bildung und deren Bewirtschaftung
- Koordination und Begleitung der Evaluierung sowie Fortschreibung des Rahmenplanes für die zielgerichtete Vorbereitung von Kindern in Kindertageseinrichtungen auf die Schule
- Entwicklung schulvorbereitender Förderkonzepte mit dem Schwerpunkt "Sprachförderung"
- Abstimmung der Rahmenpläne für die vorschulische (frühkindliche) Bildung und Erziehung und der Grundschule
- Entwicklung einer Konzeption für die Arbeit im Hort
- Abschluss von regionalen Kooperationsbeziehungen zwischen Kindergarten und zuständiger Grundschule zur Verbesserung des Überganges vom Kindergarten in die Grundschule und Erstellung verbindlicher Regelungen
- Modell- und Innovationsvorhaben im Elementarbereich

2008
Bildungsminister beruft Projektgruppe zur Entwicklung einer Bildungskonzeption für 0- bis 10jährige Kinder in M-V
- Blick erweitert auf Bildung für alle von Anfang an, nicht nur im letzten Kita-Jahr vor der Schule
- Nicht mehr ausschließlich curriculare Ziele, sondern Blick auf alle Bereiche der Kindertagesförderung - Krippe, Kindergarten, Hort
- Herzstück ist die individuelle Förderung auf der Grundlage von Beobachtungen, Dokumentationen und deren Deutung
- Übergänge Familie/Kita, Kita/Schule, Kita/Hort, innerhalb Kita
- Elternpartnerschaft als wesentliches Moment der gemeinsamen Verantwortung

2009
Arbeit in der Projektgruppe Regionalkonferenzen zur Diskussion der Kapitel
- Kindheit im Wandel - Kindheit heute
- Übergänge gestalten
- Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
- Konzeption zur Arbeit im Hort
- Wertorientiert handelnde Kinder

Öffentliche Anhörung via Internet zu den Kapiteln Vorstellung auf Bildungsserver www.bildung-mv.de

Beginn der Erarbeitung neuer Themen
- Wertorientiert handelnde Kinder
- Gestaltung von Übergängen (Familie -Kindertagesförderung)
- Bildungs- und Erziehungsbereiche

Erteilen von Forschungsaufträgen
- Hochschule Neubrandenburg - Arbeit mit Portfolio
- Universität Rostock - Sprache in den Bildungs- und Erziehungsbereichen

Zusammenarbeit mit Weiterbildungsträgern und Beginn von Weiterbildungen zu den o. g. Themen

2010
Regionalkonferenzen zur Diskussion der Kapitel:
- Wertorientiert handelnde Kinder
- Gestaltung von Übergängen (Familie -Kindertagesförderung)
- Bildungs- und Erziehungsbereiche

Einführung der Bildungskonzeption - Paragraph 1 des neuen Kindertagesförderungsgesetzes

2011
Landesweite Fachtagung in Güstrow zur Bildungskonzeption Auswertung der Forschungsvorhaben, Beginn der Evaluation, Vorstellung des neuen Kapitels

Kontakt

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Werderstraße 124
D-19055 Schwerin
Katrin Schwarz
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