Gutachten sieht gute Chancen für niedersachsenweit einmaligen Logistikstandort

Zwischenbericht der Machbarkeitsstudie für den Logistikschwerpunkt West liegt vor
(lifePR) (Barsinghausen/Wunstorf, ) Entwickelt sich in Wunstorf und Barsinghausen ein neuer Logistikschwerpunktstandort für die Region Hannover? Das Gutachterbüro Grontmij GmbH aus Bremen sieht gute Chancen dafür. Das geht aus dem Zwischenbericht hervor, den das Fachbüro jetzt vorgelegt hat. Die Region Hannover und die Städte Wunstorf und Barsinghausen hatten die Experten im November 2010 mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, um rund 290 Hektar Fläche auf ihre Nutzbarkeit für Logistikunternehmen zu untersuchen. Konkret geht es um drei Teilflächen: eine Fläche im Norden in Wunstorf angrenzend an den bestehenden Gewerbepark-Süd bis zur Landesstraße L 392, dem Luther Forst und dem Mittellandkanal; das mittlere Areal bei Kolenfeld zieht sich östlich der L 392 vom Kanal bis zur Autobahn; das südliche Teilstück bei Holtensen liegt im Dreieck der Autobahn, der L 392 und der Deponiestraße.

Der Auftrag an das Fachbüro Grontmij GmbH lautete auszuloten, welche Chancen dieser Standort bietet, welche Restriktionen einer Nutzung entgegenstehen und wie eine Umsetzungslösung aussehen kann. Im Zwischenbericht bescheinigt das Büro dem Standort eine niedersachsenweit konkurrenzlose Qualität. Er biete große zusammenhängende Flächenpotenziale, die an die A 2 über die beiden Anschlussstellen Wunstorf-Kolenfeld und Wunstorf-Luthe ohne Ortsdurchfahrten angebunden sind. Große Teile des Untersuchungsraums können ohne Störung von Wohnbevölkerung auch nachts genutzt werden. Einzigartig ist, dass der Standort sogenannte Trimodalqualität bietet. Das heißt, dass neben der Straße auch die Anbindung an die Schiene und den Mittellandkanal möglich ist.

In Wunstorf gibt es bereits konkret Interesse von ansässigen Unternehmen, Container auf die Schiene zu verladen. Ein erstes Realisierungskonzept mit grober Kostenschätzung für einen Umschlagbahnhof mit Anbindung an die Bahnlinie Minden bzw. Bremen - Hannover liegt bereits vor. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, den bestehenden Umschlaghafen in Wunstorf-Kolenfeld, der von Agravis genutzt wird, auszubauen und sowohl für den Umschlag von der Straße auf das Binnenschiff als auch die Schiene zu nutzen.

Mit diesen Qualitäten eignet sich der Standort nach Einschätzung von Grontmij vor allem für Verteilzentren von Logistikdienstleistern, die Waren im internationalen Fernverkehr empfangen, weiterverarbeiten, kommissionieren und überregional verteilen. Auch Logistikdienstleister der Automobilindustrie wie Syncreon in Wunstorf, die Waren weiterverarbeiten und weltweit bedarfsgerecht an die Produktionsstätten liefern, kämen als Nutzer eines Umschlagplatzes von der Straße auf Schiene und Schiff infrage, ebenso wie Distributionslager des Handels (wie z. B. Kaufland in Bantorf) und Großhandelsbetriebe z.B. mit norddeutschem Fokus.

Von etwa 160 Hektar zwischen dem Wunstorfer Gewebegebiet Süd, dem Luther Forst und dem Mittellandkanal, die als Untersuchungsraum definiert worden waren, kommen nach jetziger Einschätzung der Gutachter etwa 90 Hektar Netto-Bauflächen infrage. Das ergibt sich aus den Untersuchungen über Brutvögel- und Hamstervorkommen, für die Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen. Die Experten kommen in ihrem Zwischenbericht zu dem Schluss, dass dieses Areal von allen drei Teilgebieten am besten abgesichert für eine konkrete Beplanung ist.

Die Flächenpotenziale der beiden südlichen Teilflächen bei Kolenfeld (bis zu 100 ha brutto) und Holtensen (bis zu 125 ha brutto) bedürfen weiterer Klärung. Zum einen besteht hier eine Überlagerung mit einem sogenannten "Gastvogelgebiet" von landesweiter Bedeutung. Zum anderen wird die Teilfläche Kolenfeld teilweise von einem Vorranggebiet für den Mergelabbau überlagert. Eine Grundsatzentscheidung über die Gewichtung der Belange von Naturschutz, der Rohstoffsicherung und der Wirtschaftsentwicklung muss zunächst auf Ebene der Landesministerien erfolgen, bevor entsprechende Bauleitplanverfahren und Bürgerbeteiligungen durch die Städte eingeleitet werden können. Die zuständigen Ministerien des Landes sind bereits mit der Prüfung befasst.

Aus Sicht des Gutachters Grontmij wäre ein zusammenhängendes "Logistikband", das sich vom Gewerbepark Süd in Wunstorf bis über die Autobahn erstreckt, notwendig, um in dem Untersuchungsgebiet einen landesweit bedeutsamen Logistikschwerpunktstandort zu entwickeln. Ein solches Areal würde in allen drei Teilgebieten attraktive Baufelder in variablen und großen Flächen bieten, so dass auch Ansiedlungen von 10 ha oder mehr möglich sind.

Ziel der Region Hannover ist, die "Machbarkeitsstudie West" bis zum Herbst 2011 abzuschließen. Dabei steht für die Teilfläche Wunstorf im Norden als Nächstes die Erarbeitung eines Strukturkonzeptes und einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung an. Für die anderen beiden Teilflächen stehen dagegen die Entscheidungen auf Landesebene aus.

Logistikregion Hannover

Die Region Hannover gehört zu den führenden Logistikregionen Deutschlands - das belegen zahlreiche renommierte Studien. Durch die zentrale Lage an der Kreuzung von A 2 und A 7 wird die Region vor allem als Hinterlandstandort für die internationalen Seehafenverkehre immer wichtiger. Dementsprechend liegt die Region Hannover bei den Flächenumsätzen für Logistikansiedlungen in Deutschland nach Berlin und Frankfurt inzwischen auf Platz 3 aller Binnenstandorte. Seit 2003 wurden über 50 Logistikbetriebe mit etwa 6.000 neuen Arbeitsplätzen in der Region Hannover geschaffen, die ca. 800 Millionen € investierten. Um die Weichen für die Zukunft zu stellen, hat die Region Hannover unter Beteiligung der Städten und Gemeinden das "Logistikflächenkonzept 2020" erarbeitet. Darin ist die mögliche Entwicklung von Logistikschwerpunkten im Osten und im Westen Hannovers vorgesehen.

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