Gute Beispiele aus der Praxis sollen Schule machen

Betriebe entwickeln Antworten auf den demographischen Wandel
(lifePR) (Hannover, ) Welche Herausforderungen, welche Chancen, welche Möglichkeiten bringt der demographische Wandel für Unternehmen und Betriebe mit sich? Und wie reagieren Unternehmen auf diese Herausforderungen? Seit dem Jahr 2008 beschäftigt sich das Netzwerk "Demographische Entwicklung und betriebliche Antworten", unterstützt von der Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover und der Kooperationsstelle Hochschule und Gewerkschaften, mit diesen Fragen. Die Broschüre "Betriebe handeln! Antworten auf den demographischen Wandel" stellt jetzt Wege und Strategien aus der Praxis vor. Sie präsentiert unter anderem sieben regionale Unternehmen aus Industrie, Gesundheits- und Dienstleistungswirtschaft, deren Lösungsansätze Schule machen können.

"Qualifizierte Mitarbeiter sind unsere wichtigste Ressource", sagt Ralf Waibel, Director Human Resources der RICOH DEUTSCHLAND GmbH. "Deshalb kümmern wir uns seit Jahren intensiv und systematisch um die Ausbildung von Nachwuchskräften." 180 der 2600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RICOH DEUTSCHLAND sind Azubis. Um junge Menschen zu gewinnen, beteiligt sich das Technologieunternehmen regelmäßig an der "Langen Nacht der Berufe" und den "Azubi- und Studientagen" und gibt Schülerinnen und Schülern an einem eigenen "Tag der Ausbildung" die Möglichkeit, das Unternehmen kennen zu lernen. Hinter der Ricoh Academy in Hannover versteckt sich ein eigenes Schulungs- und Ausbildungszentrum. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen stehen den Berufsanfängerinnen und -anfängern als Mentorinnen und Mentoren zur Seite. Außerdem hat RICOH Deutschland alle Angebote und Leistungen wie Betriebssport und Angeboten zur betrieblichen Altersversorgung zu einem Paket geschnürt, um damit bei potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern punkten zu können. "Wir betreiben gezieltes Ausbildungsmarketing", sagt Waibel.

Die VGH-Versicherungen haben sich das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Fahnen geschrieben. Flexible Arbeitszeitmodelle, die Kita "S-krabbelt" - ein gemeinsames Projekt mit der Sparkasse und Nord/LB - und Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche gehören zum Angebot. "Zahlreiche Fachkräfte und Wissensträger scheiden bei uns in den nächsten Jahren aus. Wir wollen motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter frühzeitig qualifizieren, damit sie diese Lücken schließen können", sagt Birgit Marz-Quade, Gleichstellungsbeauftragte der VGH. "Dabei setzen wir auch auf das Potenzial der Frauen - aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit hochqualifizierte Frauen den Schritt nach oben auf der Karriereleiter wagen." Positiver Nebeneffekt: Vermehrt nähmen inzwischen auch Väter die Elternzeit in Anspruch", berichtet Birgit Marz-Quade.

Auch die Sparda-Bank Hannover eG investiert auf hohem Niveau in die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Bei einem Durchschnittsalter von über vierzig Jahren haben wir auch die Älteren im Blick", erklärt Christiane Visbeck, Bereichsleiterin Personal und Kommunikation der Sparda-Bank Hannover eG. Auf Initiative des Betriebsrates entstand das Projekt "Gesundheit und Demographie". Arbeitsgruppen entwickelten Ideen für gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen und zum Umgang mit dem demografischen Wandel. Mittlerweile gibt es Schallschutzwände in Gruppenbüros, Tageslichtlampen und Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Schreibtischen und innovativen Stühlen. Im Jahre 2009 wurde die WohlfühlBank" wegen ihrer familienfreundlichen Arbeitsbedingungen erstmals mit der Zertifizierung Audit "berufundfamilie" der Hertie-Stiftung ausgezeichnet.

"Es gibt bei Unternehmen in der Region Hannover viele gute Ansätze, um dem demographischen Wandel zu begegnen", lobt Ulf-Birger Franz, Dezernent für Wirtschaft, Bildung und Verkehr. "Unser Ziel ist es, diese Ansätze bekannt zu machen und den Austausch über diese Fragen zu fördern. Schließlich stehen alle vor denselben Problemen." Die Broschüre "Betriebe handeln! Antworten auf den demographischen Wandeln" enthalte gute Anregungen. "Wir hoffen, dass sich Unternehmen anregen lassen, eigene Ideen zu entwickeln, um dem demographischen Wandel zu begegnen", ergänzt Dr. Dagmar Borchers von der Kooperationsstelle Hochschule und Gewerkschaften.

Die Broschüre kann angefordert werden beim Team Beschäftigungsförderung Region Hannover, Telefon (0511) 616 23 247. Sie steht außerdem unter www.unternehmerbuero-hannover.de zum Download bereit.

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