Die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegen den Trend hoch

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- 31,2 Prozent sind länger als ein Jahr arbeitslos
- Ihr Anteil an den Arbeitslosen vergrößert sich zunehmend
- Ihre Zahl sank gegenüber Vorjahresmonat nur um 12 Prozent
- Planungen der Bundesregierung verschärfen den Trend

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist in Baden-Württemberg weiterhin sehr hoch. 64.487 Personen sind nach den neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit länger als ein Jahr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg im Juni beträgt zwar nur noch 3,9 Prozent - doch der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist von 30,6 Prozent im Mai auf 31,2 Prozent im Juni relativ sogar gestiegen. "Der Trend verfestigt sich, dass Langzeitarbeitslose weit weniger vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Die Bundesregierung darf diese Menschen nicht im Abseits stehen lassen", so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender der württembergischen Diakonie.

Seit einiger Zeit nimmt erfreulicherweise die Zahl der Arbeitslosen in Baden-Württemberg immer mehr ab. So ging die Arbeitslosigkeit gegenüber Juni 2010 um 48.251 Personen oder 18,2 Prozent zurück. Diese Entwicklung ist jedoch an den Langzeitarbeitslosen vorbeigegangen. Ihre Zahl sank gegenüber Juni 2010 nur um 8.790 Personen oder 12 Prozent. Während Baden-Württemberg hinsichtlich der Arbeitslosenquote immer einen Spitzenplatz einnimmt, steht es beim Anteil langzeitarbeitsloser Menschen weit schlechter da - nur an siebter Stelle unter allen Bundesländern.

Entgegen der Behauptung der Bundesregierung werden die gesetzgeberischen Planungen zur sog. Instrumentenreform schwerwiegende Folgen für Langzeitarbeitslose, deren Familien und für die Kommunen und Stadtquartiere haben. So muss die Bundesagentur für Arbeit bis 2014 über 10 Milliarden Euro einsparen. Hinzu kommen Kürzungen im Eingliederungstitel von mehreren Milliarden Euro. Die angestrebte Gesetzesnovellierung in Verbindung mit den geplanten Einsparungen wird dazu führen, dass Langzeitarbeitslose weitgehend aus der Förderung herausfallen. Eine öffentlich geförderte Beschäftigung gibt es dann so gut wie nicht mehr. Die Erfahrungen aller Fachleute zeigen aber, dass diese für die soziale Teilhabe und als Brücke in den Arbeitsmarkt für die Betroffenen von zentraler Bedeutung ist. "Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet damit Langzeitarbeitslosen, die unsere besondere Unterstützung brauchen, kein Zukunftsperspektiven mehr", so Oberkirchenrat Dieter Kaufmann.

Die Diakonie hat nachgewiesen, dass sich die Finanzierung des öffentlich geförderten Beschäftigungssektors mit ihrem Passiv-Aktiv-Transfer (PAT) weitgehend kostenneutral organisieren lässt. "Unser Ziel ist, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu fördern und damit für Langzeitarbeitslose eine sinnvolle Beschäftigung und eigenes Einkommen zu ermöglichen", betont Oberkirchenrat Kaufmann.

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Peter Ruf
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