Osteopathie fürs Herz, bei Asthma und Reflux

Brustkorb im Blickpunkt des Postdamer Osteopathie-Kongresses
(lifePR) (Potsdam, ) Herzrasen, -stolpern und -schmerzen, Atemnot und die Angst vor einer ernstzunehmenden Herzerkrankung treten häufig ohne körperlichen Befund auf. Diese medizinisch nicht ausreichend zu erklärenden Funktionsstörungen, die Organsysteme betreffen, die das vegetative Nervensystem kontrolliert, werden als „somatoforme autonome Störungen“ bezeichnet. Osteopathische Behandlungen führen zu einer klinisch relevanten Verbesserung der Anzahl und Schwere der Symptome und senken die Intensität und Häufigkeit der Beschwerden bei somatoformen autonomen Funktionsstörungen des Herz-Kreislaufssystems. Auch bei chronischem Asthma bronchiale und dem ständigen Zurückfließen vom Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroösophagealem Reflux) haben Studien positive Einflüsse der Osteopathie deutlich gemacht.

Wenn rund 450 Osteopathen und Osteopathische Ärzte vom 29. September bis 02. Oktober 2011 im Potsdamer Seminaris Hotel zu ihrem ersten gemeinsamen Internationalen Kongress in Deutschland zusammen treffen, wird das Thema „Thorax (Brustkorb) – Bewegung, Atmung, Leben“ in aller Munde sein. Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Osteopathische Medizin (DGOM) e.V. erwarten Teilnehmer aus Deutschland und dem europäischen Ausland sowie Referenten aus aller Welt, die sich mit dem Einfluss der Osteopathie auf Beschwerden rund um den Thorax beschäftigen.

Als eine wirksame Form der Medizin, die nur mit den Händen praktiziert wird, verzichtet die Osteopathie auf Medikamente und chirurgische Eingriffe. Gemeinsames Ziel von Osteopathen und Osteopathischen Ärzten ist es, den Patienten als Ganzes zu betrachten, zu untersuchen und zu behandeln. Sie untersuchen den Körper nach den Ursachen der Beschwerden. Grundlage hierfür ist eine genaue Kenntnis der menschlichen Anatomie und Physiologie. Dabei versteht sich die Osteopathie als eine die Schulmedizin sinnvoll ergänzende Form der Therapie.

Studien von Osteopathen, die teilweise auf internationalen Kongressen präsentiert wurden, haben ergeben, dass oft schon wenige osteopathische Behandlungen statistisch signifikante positive Ergebnisse erzielen (http://www.osteopathie-akademie.de/...).

Osteopathin Nicola Mühlen aus Mönchengladbach, verantwortlich für eine randomisiert-kontrollierte Studie mit Herzpatienten ohne kardiologischen Befund, ist beeindruckt: „Es verleiht Flügel, dass man bei ganz unterschiedlichen Menschen so viel erreichen kann.“ Auch nach einer dreimonatigen Behandlungspause waren in ihrer Studie die Beschwerden von Patienten mit somatoformen autonomen Funktionsstörungen des Herz-Kreislaufsystems im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe deutlich seltener und von geringerer Stärke aufgetreten. Spannungen im Brustkorb, die mitunter eine „Härte wie Stahlbeton“ vermitteln und auf eine Problematik des thorakalen Diaphragmas hinweisen können, seien häufig spürbar gewesen, so Nicola Mühlen. Das Zwerchfell spielt in der osteopathischen Behandlung eine herausragende Rolle und ist Bindeglied zwischen Skelett und Organsystem.

Dass Osteopathie auch bei chronischem Asthma bronchiale und dem ständigen Zurückfließen vom Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroösophagealem Reflux) helfen kann, zeigen Studien von Susanne Sauerburger und Marc Zorgmann beziehungsweise von Johannes Zielinski.

Aktuelle Forschungsergebnisse der Osteopathie werden auf dem Internationalen wissenschaftlichen Symposium im Rahmen des Internationalen Kongresses in Potsdam am 01. Oktober 2011 präsentiert, bei dem auch Dr. Gerd Antes, Leiter des German Cochrane Centre, einen Vortrag halten wird.

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Michaela Wehr
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit VOD
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