Straßenverkehr: Im Vorjahr mehr Unfälle und weniger Verkehrstote

(lifePR) (Bad Windsheim, ) Das Jahr 2010 war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes das unfallreichste Jahr seit elf Jahren. Die Polizei erfasste bundesweit rund 2,4 Millionen Verkehrsunfälle, 4,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Gleichzeitig starben im Straßenverkehr mit 3 646 Personen so wenig Menschen wie noch nie seit 60 Jahren und zwölf Prozent weniger Verkehrstote als im Jahr zuvor. Vor vierzig Jahren gab es in einem Jahr 21 000 Todesopfer - sechs Mal mehr als heute bei nur halb so viel motorisierten Fahrzeugen auf den Straßen! Zurück ging im vergangenen Jahr auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten um 7,2 %. Deutschland hat damit das von der Europäischen Union vor zehn Jahren ausgegebene Ziel, die Zahl der Verkehrstoten innerhalb einer Dekade zu halbieren, nach Berechnungen der Statistiker nur knapp verfehlt.

Doch bleiben noch immer bedrückende Zahlen: Alle zwei Stunden stirbt ein Mensch auf Deutschlands Straßen, alle acht Minuten wird ein Verkehrsteilnehmer bei einem Unfall schwer verletzt. Die Zahl der getöteten Kinder unter 15 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent wieder auf 104 an, jedes zweite getötete Kind verunglückte als Mitfahrer in einem Pkw. Jeder fünfte Verkehrstote kommt aus der Altersgruppe der 18- bis 24-jährigen, der Anteil dieser jungen Erwachsenen an der Gesamtbevölkerung liegt aber nur bei rund acht Prozent.

Bis 2050 will die EU die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr weiter in Richtung Null senken, als Zwischenetappe sind in Deutschland 40 Prozent weniger Verkehrstote als heute angepeilt. Dieses Ziel wird laut ARCD, der sich seit vielen Jahren in der Verkehrssicherheitsarbeit engagiert, nur erreichbar sein, wenn die Hauptursachen für tödliche Unfälle energisch bekämpft werden. Dazu zählen erhöhte Geschwindigkeit, Alkoholeinfluss, riskante Fahrmanöver und falsches Verhalten gegenüber Zweiradfahrern und Fußgängern - aber auch verkehrsunsichere Straßen in Deutschland. Der Club hofft daher auf neue Impulse durch das von Verkehrsminister Ramsauer angekündigte Nationale Verkehrssicherheitsprogramm.

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