VAG-Jahresbilanz 2010

74,4 Millionen Fahrgäste / 7,55 Millionen Euro Defizit
(lifePR) (Freiburg im Breisgau, ) Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) ist auch im Jahr 2010 sehr gut bei ihren Kundinnen und Kunden angekommen und konnte erneut - zum dritten Mal in Folge - mit einem Rekordergebnis abschließen: Die rund 74,4 Millionen Personenfahrten bedeuten eine Steigerung von 2,2 Prozent im Vergleich zu 2009. Dieser Zuwachs wirkte sich auch auf die Umsatzerlöse aus, die 49,3 Millionen Euro betrugen, was einer Steigerung von 1,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Dies ist umso positiver zu bewerten, als der Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) im Jahr 2010 auf eine Tariferhöhung verzichtet hatte. Dank der guten Ertragslage konnte die VAG das Geschäftsjahr mit einem Jahresergebnis von minus 7,55 Millionen Euro abschließen und lag damit um mehr als 2 Millionen Euro besser als geplant.

Bei einem Pressegespräch wertete VAG Vorstand Dr. Helgard Berger die erneut gestiegene Nachfrage und das gute Wirtschaftsergebnis als Ansporn "auf dem eingeschlagenen Weg der kontinuierlichen Erhöhung der Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger Verbesserung des Nahverkehrsangebotes" fortzufahren. Allerdings habe die VAG mit den anstehenden drei Neubauvorhaben sowie einigen großen Sanierungsprojekten ein enormes Investitions- und Arbeitsvolumen vor sich, das dem Nahverkehr in Freiburg einen gewaltigen Schub versetzen werde, sich in den kommenden Jahren aber auch in den wirtschaftlichen Ergebnissen niederschlagen wird.

Ertragslage

Die guten Wirtschaftsdaten basieren im Wesentlichen auf den gestiegenen Umsatzerlösen, die mit 49,3 Millionen Euro den Vorjahreswert um 1,3 Millionen Euro übertrafen. Dabei standen Mehrerlöse bei den Fahrscheinverkäufen und den Ausgleichleistungen für die Beförderung von Schwerbehinderten rückläufigen Erträgen bei der Schauinslandbahn und bei der Fahrzeugwerbung entgegen. Positiv auf das Ergebnis hat sich auch ausgewirkt, dass der Materialaufwand um 433.000 Euro niedriger lag, als geplant.

Entwicklung der Fahrgastzahlen

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen fiel mit inzwischen 74,4 Millionen erneut positiv aus. Ausgehend von einer bereits hohen Basis wurde die Rekordmarke des Jahres 2009 um rund 1,6 Millionen Fahrgäste übertroffen. Es hatte sich schon im Jahresverlauf angedeutet, dass die Fahrgastzahl weiter steigen wird. Doch dann kam noch der Monat Dezember mit seinem Wintereinbruch, der alle Rekorde brach! Allein in diesem Monat wurden die Freiburger Busse und Bahnen für mehr als 6,8 Millionen Fahrten genutzt. Im Vergleich zum Dezember 2009 bedeutet dies eine Steigerung um satte 12,9 Prozent! Der positive Trend bei den Fahrgastzahlen setzt sich bislang auch im Jahr 2011 fort. Bis zum Mai lag die Fahrgastzahl erneut um rund 2,1 Prozent über der des Vorjahres.

Dass das VAG Angebot in Freiburg Anklang findet, bestätigen nicht nur die steigenden Fahrgastzahlen. Die hohe Akzeptanz zeigt sich auch beim bundesweit durchgeführten "ÖPNV Kundenbarometer" des Bielefelder Meinungsforschungsinstitut "TNS Infratest". Die VAG erreichte in allen Einzelkriterien Werte über dem "ÖPNV-Durchschnitt 2010". Bei der über alle Fragen ermittelten "Globalzufriedenheit" kam die VAG unter den teilnehmenden Verkehrsbetrieben und Verbünden wie bereits in den beiden Vorjahren auf Platz 3.

Personalstand

Zum 31. Dezember 2010 waren bei der VAG 709 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 18 Auszubildende, beschäftigt. Das sind 5 mehr als im Vorjahr.

Ereignisse, Innovationen und Investitionen 2010

Betrachtet man die Investitionen, so stand das vergangene Jahr im Zeichen der Sanierung der Habsburgerstraße, für die die VAG im Jahr 2010 einen Betrag von rund 8,7 Millionen Euro aufgewendet hat. In der Habsburgerstraße wurden auf einer Streckenlänge von 1.500 Metern Gleise verlegt. Dazu entstanden die drei jeweils 42 Meter langen Haltestellen "Tennenbacher Straße", "Hauptstraße" und die "Solarhaltestelle Okenstraße", die den bei der VAG üblichen kunden- und behindertenfreundlichen Standards entsprechen. Am 13. November 2010 feierten Tausende die Wiedereröffnung der Strecke.

Eine Qualitätsverbesserung gab es auch durch die Beschaffung neuer besonders umweltschonender Busse im Wert von etwa 2,9 Millionen Euro. Der Schadstoffausstoß ist bei diesen Fahrzeugen, die mit den besonders abgasarmen Motoren der Stufe "Euro 5/EEV" ausgestattet sind, sehr gering.

Die neu eingeführte Hard- und Software "IBIS PLUS" führt zu einem verbesserten Störungsmanagement, vereinfacht und beschleunigt Prozesse im alltäglichen Betriebsablauf und kommt so direkt auch den Kundinnen und Kunden zu Gute.

Das Jahr 2010 war erneut durch Innovationen im Vertriebsbereich geprägt: Was für die Studierenden der Albert-Ludwigs-Universität schon seit einem Jahr Wirklichkeit war, konnte im Frühjahr 2010 auch für die Studierenden der Pädagogischen Hochschule Freiburg realisiert werden: das Semesterticket online. Unter dem Motto "Rund um die Uhr vom Netz ins Netz" wird damit einer weiteren wichtigen Kundengruppe ein moderner und bequemer Vertriebsweg eröffnet.

Ein großes Augenmerk legte die VAG im Jahr 2010 wieder auf das Thema "Sicherheit". Als Unternehmen, das rund ein Viertel der Mobilität in Freiburg sicherstellt, fühlt sich die VAG verpflichtet, ihren Teil zur Sicherheit im Stadtverkehr zu leisten. Neben einer sorgfältigen Ausbildung der Fahrerinnen und Fahrer zählt dazu auch, bei den anderen Verkehrsteilnehmern für ein verständnisvolles und rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr zu werben. Seit Jahren bewährt hat sich dabei die von der VAG angebotene Mobilitätserziehung für Grundschülerinnen und Grundschüler "Klasse in Fahrt". Um das Miteinander im Verkehr noch sicherer zu gestalten, hat die VAG im Jahr 2010 unter dem Motto "Schau mit! Aufmerksam ist sicher" eine stadtweite Kampagne gestartet. Angesprochen wurden dabei die Themenblöcke "Miteinander im Straßenverkehr", "Augen auf am Gleis", "Erst schauen, dann laufen", "Stopp, wenn die Bahn kommt" und "Vorsicht, Bahn fährt sehr leise".

Zwar sind VAG Fahrzeuge nur an etwa einem Prozent aller Verkehrsunfälle in Freiburg beteiligt, dennoch ist es uns ein Anliegen, dass alle am Verkehr Beteiligten sicher ihre Ziele erreichen.

Das seit vielen Jahren erfolgreich bestehende System "Eintrittskarte = Fahrausweis" konnte im Herbst 2010 entscheidend ergänzt werden. Getreu dem Motto "Spielend einfach zum Theaterbesuch" gelten die Eintrittskarten der Städtischen Bühnen nun auch für die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nach Ende der Aufführung kann ein weiterer Service genutzt werden: Wer sich vor der Vorstellung oder spätestens in der Pause anmeldet und den pauschalen Fahrpreis von 4,50 Euro pro Person im Foyer des Theaters bezahlt, den erwartet ein Taxi nach dem Ende der Vorstellung direkt vor dem Haupteingang.

Schauinslandbahn

Die Schauinslandbahn hat vor allem in der ersten Jahreshälfte 2010 und auch im Dezember unter dem schlechten Wetter gelitten. Auch der ungewohnt kühle und verregnete August bescherte Fahrgastzahlen, die deutlich hinter den Erwartungen lagen. Insgesamt wurden 195.602 Berg- und Talfahrten gezählt. Das sind 10.806 - oder 5,2 Prozent - weniger als im Jahr 2009.

Auf der Erlösseite wurde das Vorjahresergebnis um 5,3 Prozent unterschritten. Insgesamt wurden 902.027 Euro eingenommen. Die Entwicklung bei der Schauinslandbahn deckt sich mit der vom "Verband der deutschen Seilbahnen" beobachteten allgemeinen Tendenz, stabiler, tendenziell leicht sinkender Fahrgastzahlen.

Der Ausblick für das laufende Jahr sieht bei der Schauinslandbahn hingegen erheblich besser aus: In der ersten Jahreshälfte sind die Fahrgastzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 23,8 Prozent und die Erlöse um 21,9 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen heißt das, dass bis Juni 16.068 Personen mehr mit der Seilbahn gefahren sind als 2010.

Breisgau-S-Bahn GmbH (BSB)

Die BSB - eine jeweils 50prozentige Tochter der VAG und der SEWG - hatte im vergangenen Jahr mit 7,4 Millionen Fahrgästen (2009: 7,3 Millionen) wieder eine gute Nachfrage. Der Umsatz lag bei 12,2 Millionen Euro.

Stadtwerke Freiburg GmbH

Das Unternehmensergebnis der Stadtwerke Freiburg GmbH wird von der Geschäftsentwicklung ihrer Tochtergesellschaften VAG, Stadtwerke Freiburg Bäder GmbH (StwB), Abwasser Freiburg GmbH (AWF) und Flugplatz Freiburg Breisgau GmbH (FFB) und dem Ergebnis aus der Beteiligung an badenova AG & Co. KG bestimmt.

Neben dem Defizit der VAG von rund 7,55 Millionen Euro trägt die Stadtwerke GmbH auch den Verlust der Stadtwerke Freiburg Bäder GmbH in Höhe von 6.3 Millionen Euro. Allein für Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen im Hallenbad West wurden im Geschäftsjahr 2010 insgesamt rund 6 Millionen Euro aufgewendet.

Erstmalig wird der Ertrag aus der Beteiligung an der badenova in Höhe von 18,5 Millionen Euro phasenverschoben erst in diesem Jahr verbucht. Deshalb weist die Stadtwerke GmbH für 2010 einen Jahresfehlbetrag von 16,4 Millionen Euro auf.

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