Der Arbeitsmarkt im Juli

Arbeitslosigkeit steigt saisonbedingt
(lifePR) (Nürnberg, ) .
- Weiterer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit
- Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst
- Ausbildungsmarkt: Immer noch mehr Bewerber als freie Stellen


Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im Juli 2011 wie erwartet saisonbedingt angestiegen: um 4.851 oder 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 6,0 Prozent das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im Juni und 0,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Der Juli-Anstieg war geringfügig höher als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Insgesamt 186.109 Frauen und Männer wurden in diesem Monat zum Stichtag als arbeitslos gezählt. Das sind 6,7 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren in erster Linie Arbeitslose im Rechtskreis SGB III betroffen. Ihre Zahl stieg mit 4.017 oder 7,5 Prozent auf 57.227; im Rechtskreis SGB II kam es zu einem Zuwachs von 834 oder 0,7 Prozent auf 128.882. An der Gesamtsituation ändert sich jedoch nichts: Noch immer bilden mit rund 70,0 Prozent Arbeitslosengeld II – Empfänger die größte Personengruppe gemessen an allen Arbeitslosen in Hessen.

Weiterer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Saisonüblich ist die hohe Zahl der jungen Menschen unter 25 Jahren, die in diesem Monat als arbeitslos gezählt wurden. 21.151 junge Frauen und Männer suchen derzeit nach einer Stelle; das sind 3.184 oder 17,7 Prozent mehr als im Vormonat, aber rund 10,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im Juli 2010 fiel der Anstieg zum Vormonat mit 25,3 Prozent noch wesentlich höher aus.

„Ein Großteil der jungen Frauen und Männer hat nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht direkt eine Anschlussbeschäftigung gefunden. Im Vergleich zum Vorjahr sind allerdings wesentlich weniger junge Menschen davon betroffen. Die Betriebe halten dieses Jahr stärker an ihren jungen Mitarbeitern fest, was angesichts des beklagten Fachkräfte- und Lehrlingsbedarfs eine gute Entscheidung ist. Erfahrungsgemäß geht die Zahl junger Arbeitsloser bis zum Oktober deutlich zurück. Viele finden einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz, und auch Schul- und Studienbeginn lassen die Zahlen weiter sinken“, so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.

Kaum Bewegung gibt es in diesem Monat bei den Über-50-jährigen. Ihre Zahl bleibt mit 53.703 im Vergleich zum Vormonat stabil; im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 2,5 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst

Die Zahl der der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen hat im Vergleich zum Vorjahreswert etwas aufgeholt (+ 2,4 Prozent), bleibt aber dennoch weiterhin hinter dem Wert des Bundes (+ 2,6 Prozent) und Westdeutschlands (+ 2,7 Prozent) zurück. Der hochgerechnete Wert für Mai 2011 liegt bei 2.237.800.

Den größten absoluten Zuwachs an Beschäftigen können die Bereiche Gesundheits- und Sozialwesen (+ 9.038), Logistik (+ 8.675) und das Verarbeitende Gewerbe (+ 7.111) verzeichnen.

Der Bestand der gemeldeten offenen Stellen bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau und ist nochmals gestiegen. Über 40.200 offene Stellen standen zum Stichtag den Agenturen für Arbeit in Hessen zur Vermittlung zur Verfügung.

„Betrachtet man sich allerdings den monatlichen Zugang der gemeldeten Stellen, trübt sich das Bild ein. Der Rückgang zum Vorjahr beträgt ganze 13,0 Prozent. Das ist unter anderem ein wichtiger Frühindikator für das Einstellungsverhalten der Betriebe im Herbst und ein Zeichen dafür, dass es zu einer abschwächenden konjunkturellen Entwicklung kommen könnte“, denkt Frank Martin.

Regierungsbezirk Kassel hat niedrigste Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquoten in den Regierungsbezirken Darmstadt (6,0 Prozent), Gießen (6,0 Prozent) und Kassel (5,8 Prozent) liegen unverändert dicht zusammen.

Die besten Werte erreichten der Hochtaunuskreis (4,1 Prozent) und der Landkreis Fulda (4,2 Prozent). Die höchsten Arbeitslosenquoten in Hessen haben unverändert die Städte Offenbach (11,0 Prozent) und Kassel (10,2 Prozent).

Im Vergleich der 26 Kreise und kreisfreien Städte stiegen nur im Odenwaldkreis (4,1 Prozent), im Rheingau-Taunus-Kreis (0,4 Prozent) und in der Stadt Kassel (0,2 Prozent) die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr an.

Ausbildungsmarkt: Immer noch mehr Bewerber als freie Stellen

Bisher wurden den Agenturen für Arbeit 34.761 Lehrstellen gemeldet; davon waren zum Stichtag noch 10.338 unbesetzt. 10.903 junge Frauen und Männer suchen derzeit noch nach einem Ausbildungsplatz. Die meisten offen Lehrstellen gibt es im Bezirk der Arbeitsagentur Frankfurt: 3049. Genauso wie in Fulda (455) reicht die Zahl der Bewerber/innen (Frankfurt: 1.874, Fulda: 412) nicht aus, um alle Stellen zu besetzen.

„Ich kann nur alle jungen Menschen, die derzeit noch auf der Suche sind, ermutigen, über die eigenen Stadtgrenzen hinweg nach einem Ausbildungsplatz zu suchen. Die Chancen stehen in diesem Jahr so gut wie noch nie, so dass für jeden noch etwas dabei sein sollte“, so Frank Martin.

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