Der Mercedes-Benz Econic NGT erschließt neue Betätigungsfelder

Der Mercedes-Benz Econic NGT mit Gasantrieb unterstützt eine umweltverträgliche Transport- und Lieferlogistik für den Magna-Steyr-Konzern in Österreich durch Antrieb mit Erdgas und Biogas (lifePR) (Stuttgart / Graz, ) .
- Der Mercedes-Benz Econic NGT im Einsatz bei der Magna Steyr AG in Graz
- Die umweltfreundliche Econic-Sattelzugmaschine soll künftig die Aufrechterhaltung der Nachtschicht ermöglichen
- Mit Biogas aus heimischer Produktion fährt der Econic CO2-neutral und schont die knapper werdenden Ressourcen
- Geräuschemissionen nochmals erheblich gemindert
- Imagegewinn durch emissionsfreie Nutzfahrzeuge

Ein von der TU Wien und der Magna Steyr AG in Graz initiiertes Forschungsprojekt "Clean Heavy Duty" ("Umweltfreundliches Nutzfahrzeug") ist nun mit einem bemerkenswerten Ergebnis abgeschlossen worden: Eine umweltverträgliche Transport- und Lieferlogistik für den Magna-Steyr-Konzern soll künftig zum großen Teil mit erdgas- und biogasbetriebenen Lastwagen des Typs Mercedes-Benz Econic abgewickelt werden. Hierzu sollen in einem ersten Schritt 20 bis 30 Diesel-Lkw durch Econic-Sattelzugmaschinen ersetzt werden. Der Mercedes-Benz Econic erschließt somit auch in Graz neue Betätigungsfelder, denn ohne Einsatz des besonders umweltfreundlichen Spezialisten hätte sich eine dritte Schicht, die Nachtschicht, wie sie Magna Steyr nach der Konjunkturbelebung wieder anpeilt, kaum realisieren lassen.

Vorreiterrolle bei der emissionsarmen Logistik

Mitgetragen hat die Entscheidung für den Mercedes-Benz Econic vor allem auch die Tatsache, dass dieser ohne technische Veränderungen mit Biogas (Methan) aus Bioabfällen fährt, zum Beispiel aus Schnittgras, das in Österreich bislang ungenutzt in großen Mengen vorhanden ist. Durch die regenerative Energie werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern obendrein auch Arbeitsplätze geschaffen, verdeutlicht der Abschlussbericht des Forschungsprojekts. Der besondere Vorteil für Magna Steyr: Als Technologie-Schmiede, die Hybrid-Antriebe, Wasserstoff- und Gasmotoren mitentwickelt, kann man auch bei der "emissionsarmen" Logistik eine Vorreiterrolle übernehmen.

In Österreich wird, wie in allen hoch entwickelten Industrieländern der Erde, dem Erhalt der Umwelt große Bedeutung beigemessen. Geräusch- und Abgasgrenzwerte oder Feinstaub-Verordnungen gelten nicht nur in Deutschland oder Österreich, sondern europaweit und zwar mit aktivem Klagerecht der Betroffenen. Dem Erhalt der Umwelt dienen beispielsweise auch europäische Richtlinien wie die EC 2001/547, die besagt, dass bis zum Jahr 2020 zwischen 20 und 23 Prozent des Verkehrs mit alternativen Treibstoffen erfolgen soll.

Professor Ernst Pucher, der an der TU Wien lehrt und speziell auf dem Gebiet der Hybrid- und CNG-Antriebe (Erdgas) einen internationalen Ruf hat, nahm sich der Sache an und erstellte zusammen mit Magna Steyr ein Konzept für den künftigen Werkverkehr, der nun offiziell eröffnet wird. Hierzu befand sich seit gut einem Jahr eine Mercedes-Benz Econic-Sattelzugmaschine mit Erdgasantrieb im erfolgreichen und jetzt abgeschlossenen Testbetrieb. Bislang zirkulierten täglich gut 100 Lastwagen zwischen den Werken und den Terminals der Bahn.

Maßstäbe in Technik und Sauberkeit

Der Erdgasmotor M 906 LAG leistet aus 6,9 Liter Hubraum 205 kW (279 PS). Die Emissionen des Econic mit Erdgasantrieb enthalten keine Feinstäube und Partikel. Hinzu kommt die Geräuscharmut des Gasantriebs. Der Geräuschpegel eines Ottomotors liegt üblicherweise bei 77 dBA, der eines Dieselmotors bei 85 bis 97 dBA. Die Geräuschemissionen des Mercedes-Benz Econic mit Erdgasmotor lagen bei 77 dBA. Durch weitere geräuschdämmende Maßnahmen ist es den Ingenieuren im Daimler-Werk Wörth nun gelungen, eine weitere signifikante Absenkung auf 72 dBA zu erzielen. Auf der logarithmisch aufgebauten Dezibelskala bedeutet eine Absenkung von 5 dBA eine Halbierung der Geräuschemissionen.

Erdgas, genau wie Biogas zu 98 Prozent Methan, verbrennt dank seiner hohen Oktanzahl wesentlich "weicher" als Benzin oder Diesel. Der Econic mit Erdgasantrieb erstaunt, wie alle Fahrzeuge mit Erdgasmotor, durch die geringe Geräuschentwicklung. Erdgas oder Methan verbrennt nahezu rückstandsfrei. So gut wie keine Rauch- oder Rußpartikel sind nachzu­weisen. Das haben gerade auch Untersuchungen der TU Wien untermauert. Diese beiden Punkte sind dann auch der Grund, warum der Mercedes-Benz Econic heute in fast allen Metropolen wie Berlin, Stock­holm, Paris, Prag, Valencia oder Athen zum Sammeln von Müll in den umweltempfindlichen Stadtbezirken eingesetzt wird. Selbst Singapur oder Mexiko interessieren sich heute für den Econic. Vielerorts, wie beispielsweise in Stockholm, wird bereits per Verordnung bestimmt, dass neben Elektrofahrzeugen nur solche mit Erdgasantrieb in die Stadtbezirke einfahren dürfen.

Der Econic darf in jeder Umweltzone verkehren

Der Econic als Sattelzugmaschine mit Kühlauflieger für den Lebensmitteltransport findet nicht nur bei Discountern wie Aldi Anklang. Mit Kofferaufbau begeistert er neuerdings auch etliche Spediteure aus den Niederlanden. Der Grund sind hier wie dort zunehmend schärfere Emissions-Vorschriften, speziell was die Geräusche angeht. Niemand, der in der Nähe eines Supermarkts oder einer Fußgängerzone wohnt, hat es gern, wenn er morgens zwischen vier und sechs Uhr durch Lieferfahrzeuge geweckt wird.

Hinzu kommt beim Erdgasmotor der Vorteil der regenerativen Energie, die aus guten Gründen in den meisten Staaten gefördert wird. Gerade das Forschungsergebnis am Beispiel Magna Steyr zeigt, dass sich das Konzept der alternativen Energie letztendlich lohnt. Denn nicht immer sind die reinen Anschaffungskosten ausschlaggebend für die Rentabilität einer Investition.

Spezialist für viele Fälle

Als echtes Spezialfahrzeug für den Kommunal-, Sammel- und Verteilerverkehr bringt der Mercedes-Benz Econic all die Eigenschaften auf die Straße, die von Fahrzeugen unterschiedlicher Branchen erwartet werden: für Entsorgungsfahrzeuge genauso, wie für Feuerwehr-, Flug­hafen- und Tankfahrzeuge, für Möbeltransporter, Milchsammler oder Heizölverteiler. Der Econic ist ein Spezialist für viele Fälle und mittlerweile selbst als Sattelzugmaschine für den Kühlverkehr bei großen Lebensmitteldiscountern unterwegs.

Mit mehr als 10 000 Einheiten seit Mai 1998 hat der Econic eine hervorragende Marktposition und ist längst das Maß der Dinge bei Fahrzeugen mit Niederflur-Fahrerhaus geworden. Charakteristisch sind die große Panoramascheibe an der Front sowie die auf Knopfdruck automatisch öffnende Beifahrertür. Das geräumige Fahrerhaus bietet Stehhöhe. Hinzu kommen serienmäßig eine Vollluftfederung und ein aufbaufreundlicher Rahmen. Damit ist der Econic auch für die Aufnahme von Wechselbehältern bestens geeignet.

Fünf Radstände, bis zu vier Achsen

Alle Econic-Modelle verfügen über eine Hinterachse mit 13 t Tragfähigkeit - ein bemerkenswert hoher Wert, der spezifische Transportaufgaben wie Müllsammelaufbauten ermöglicht. Den Spezialisten gibt es in fünf Radständen, als Zweiachser (4x2), Dreiachser (6x2) sowie Dreiachser mit zwei angetriebenen Hinterachsen (6x4). Darüber hinaus steht er in einer Vierachs-Variante mit 32 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht für besonders schwere Einsätze zur Verfügung.

Imagegewinn durch emissionsfreie Nutzfahrzeuge

Abgesehen davon, dass Investitionen, die die Umwelt belasten, künftig kaum noch genehmigt werden, hätte sich ein Werkverkehr mit veralteten Fahrzeugen bei einem Technologie-Konzern wie Magna Steyr kaum mit dem fortschrittlichen Image vertragen. Die Österreicher entwickeln sich seit einiger Zeit zu einem Technologie-Konzern, der heute mit markenunabhängigem Engineering Fertigungspartner von nahezu allen Automobilherstellern mit Rang und Namen ist. Das Spektrum reicht von der Entwicklung bis zur Produktion, vom Konzept bis zum fertigen Fahrzeug. Hinzu kommt ein Portfolio für alternative Antriebe vom Hybrid- bis zum wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Fahrzeug.

Umfangreiche Transport- und Lieferlogistik

Die gesamten Aktivitäten, die während der Krisenjahre im Zweischichtbetrieb abgewickelt wurden, bedingen eine umfangreiche Transport- und Lieferlogisitik. Gut 100 Lastwagen zirkulieren hierzu jeden Tag zwischen den Werken und den Verladebahnhöfen, um die Produktion zu gewährleisten. Nachdem sich die Konjunktur in jüngster Zeit prächtig entwickelt, möchte Magna Steyr in Thondorf den Dreischichtbetrieb gerne wieder einführen, wobei die Belange der Anwohner und der Umwelt nicht vernachlässigt werden sollen.

Die Magna Steyr AG in Graz hat eine lange und altehrwürdige Tradition im Automobilbau. Johann Puchs erste Fabrikationsstätte stand in der Strauchergasse in Graz, gefertigt wurden Schlittschuhe und Fahrräder. Im Süden von Graz entstand später eine richtige Fabrik, das so genannte "Einser-Werk". Dort wurden ab 1901 auch Motoren und von 1904 an auch Autos gebaut. 1934 ging aus mehreren Fusionen die Steyr-Daimler-Puch AG hervor. In der Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Thondorf bei Graz das so genannte "Zweier-Werk" gebaut. Hier entstanden Fahrräder, Mopeds, Motorräder, Pkw und legendäre Geländewagen. Der Puch G ist baugleich mit dem Mercedes-Benz G, der ebenfalls in Graz gebaut wird. Die Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik AG & Co. KG wurde 2001 mit der Magna Europa AG zu Magna Steyr verschmolzen.

Weitere Informationen von Mercedes-Benz sind im Internet verfügbar: www.media.daimler.com und www.mercedes-benz.com

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