Fruchtbares Linzgau

Entlang der grünen Wanderwege locken bunte Obstbäume zu Mundraub und ständigen Verführungen
Linzgau Äpfel vom Bodensee (lifePR) (Überlingen, ) Hungern muss im Linzgau derzeit kein Wanderer. Der grüne Landstrich am nördlichen Bodenseeufer präsentiert sich in den herbstlichen Monaten wie der viel besungene „Garten Eden“. Und tatsächlich bestehen Parallelen zu den Vorstellungen des „goldenen Zeitalters“ aus der griechisch-römischen Mythologie: Golden tanzen die reifen Ähren in den sanften Herbstwinden, verführerisch locken die rotwangigen Äpfel an den Obstbäumen. Zwetschgen und Mirabellen oder Birnen und Äpfel – jeder Wanderer pflückt vom Baum, wonach es ihn gelüstet. Gerade in diesem Jahr schenken die Obstbäume von ihrem süßen Überfluss. Manche Streuobstwiese ist vom saftigen Fallobst bunt gepflastert.

Über einhundert verschiedene Apfelsorten gibt es. Viele von ihnen reifen noch im Linzgau. Die unterschiedlichsten Sorten stehen meist abseits. Auf den großen Plantagen wachsen in gezüchteter Pflückhöhe die Gängigen, wie „Golden Delicious“ oder „Boskoop“. Das „Obst vom Bodensee“ gilt in den Supermärkten Deutschlands als Qualitätssiegel. Doch nicht in den Regalen, dafür aber entlang der Wanderwege, da stehen ganz andere, adlige Kulturträger, wie der „Großherzog Friedrich von Baden“, oder der „Salemer Klosterapfel“. Sie hängen an großen alten Bäumen, sind meist kleiner, vielleicht auch mal runzliger, aber deshalb nicht weniger schmackhaft – nur nicht ganz so süß.
Den Wanderern dienen sie gerade deshalb als eine wahre Erfrischung, oft auch als eine Neuentdeckung. Manche der Obstbäume wurden dank Umweltschützern erst wieder heimisch. Entlang des Naturlehrpfads in Owingen-Billafingen wurden viele der vom Aussterben bedrohten Obstbäume neu bepflanzt. Der Naturlehrpfad ist ein Wanderweg rund um das Linzgaudorf Billafingen mit schönen Ausblicken auf das Urstromtal, das durch die Gletscher der Würmeiszeit vor etwa 10.000 Jahren geformt wurde. Die natürliche Talaue, die umgebenden Drumline, Höhenzüge und tief eingeschnittene Seitentäler bilden reizvolle landschaftliche Kontraste.
Entlang des Weges sind Bäume, Sträucher und andere Pflanzen durch Schilder gekennzeichnet, so dass vieles, was am Wegesrand wächst, dem Wanderer erklärt wird. Ebenso gibt es Hinweise auf die verschiedenen Nistkästen und deren Bewohner entlang des Wanderweges. Neben dem Ort liegt der „Heinz-Sielmann-Weiher“, ein Anfang 2005 neu geschaffenes Biotop mit einer großen Vielfalt an Pflanzen und Vögeln, Lurchen und Fischen.

Obst auch flüssig

Das „Nationalgetränk“ des Linzgaus ist der Most. Am nördlichen Bodenseeufer haben vermutlich die Römer die ersten Weinreben nördlich der Alpen gepflanzt, aber Apfelbäume wuchsen zu dieser Zeit am Bodensee schon längst. Und natürlich hatten selbst die Menschen in den heute berühmten Pfahlbauten, unterhalb der Klosterkirche Birnau, schon erkannt, wie lecker vergorener Apfelsaft schmeckt. Most, trinkt man im Linzgau seit Menschengedanken. Doch seine Nachwirkungen sind manchmal heimtückisch. Dagegen schmeckt ein frisch gepresster Apfelsaft jedem Wandersmann ohne schädliche Nebenwirkungen.
Wie man Most gärt, oder Apfelsaft presst, das zeigen die Linzgauer Bauern in ihrem Obstmuseum in Frickingen. Auf dem Herbstmarkt servieren sie ihre „Linzgau-Genüsse“, jedes Jahr am zweiten Wochenende im September.


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