Handwerksberufe: Neue Techniken und Dienstleistungen erobern die Lehrpläne

(lifePR) (Mannheim, ) Die digitale Welt hat die Druckberufe erobert. Die neuen Ausbildungsordnungen tragen dem ab 1. August Rechnung: Die künftigen Mediengestalter und Medientechnologen lernen die neuen Verfahren für die Bereiche Druck, Siebdruck, Flexografie und Buchbinder in ihrer Ausbildung kennen und können zusätzliche Qualifikationen erwerben.

"Unser Team hat 5 Millionen Profis - und alle kommen aus der eigenen Jugend" heißt ein Motto der handwerklichen Imagekampagne. Damit das so bleibt, werden die Ausbildungsinhalte in über 130 Berufen von den Experten für berufliche Bildung im Handwerk ständig auf den aktuellen Stand gebracht. Zum neuen Ausbildungsjahr 2011/2012 wurden neun Ausbildungsordnungen für handwerkliche Berufe aktualisiert.

Dabei geht es zum einen um die Anpassung an die technischen In-novationen. Aber auch moderne Dienstleistungen stehen im Fokus: Bei den Augenoptikern wurde der Bereich "Kunden- und Typberatung" aufgewertet. Und mit dem "Textilgestalter im Handwerk" erfasst ein neuer Ausbildungsberuf nun alle Auszubildenden der Berufsfelder Sticken, Stricken, Weben, Klöppeln und Posamentieren.

Die seit 1. August geltenden Neuerungen im Detail:

- Buchbinder: Im Zuge der Modernisierung entstanden zwei Berufe: der handwerklich orientierte Buchbinder und der stärker prozessorientierte Medientechnologe Druckverarbeitung für die industrielle Produktion. Die Ausbildungen beinhalten jeweils Wahlqualifikationen.
- Mediengestalter Flexografie: Der bisherige Ausbildungsberuf "Flexograf" wurde umbenannt. Der Rahmenlehrplan ist identisch mit dem Rahmenlehrplan für den Mediengestalter Digital und Print.
- Medientechnologe Druck: Der bisherige Ausbildungsberuf "Drucker" wurde umbenannt. Den Erfordernissen der Betriebe wurde durch die Strukturierung nach Wahlqualifikationen Rechnung getragen. Die neue Verordnung ermöglicht auch, ein in der Ausbildung zusätzlich vermitteltes Druckverfahren als Zusatzqualifikationen prüfen zu lassen.
- Medientechnologe Siebdruck: Der bisherige Ausbildungsberuf "Siebdrucker" wurde umbenannt. Neu ist die Möglichkeit, den großformatigen Digitaldruck oder den Tampondruck als Zusatz-qualifikation prüfen zu lassen. Die Ausbildung erfolgt nach Wahl-qualifikationen.
- Augenoptiker: Die Prüfungsinhalte "Kunden-/Typberatung" wurden aufgewertet, die Gesellenprüfung wird in zwei zeitlich ausei-nanderfallende Prüfungsteile gegliedert Teile ("gestreckte Gesel-lenprüfung").
- Bootsbauer: Die Ausbildung erfolgt in einer der Fachrichtungen "Technik" oder "Neu-, Aus- und Umbau" und beinhaltet die gestreckte Prüfung.
- Textilgestalter im Handwerk: Dieser neue Ausbildungsberuf ersetzt die bestehenden Ausbildungsberufe Sticker, Stricker und Weber. Die Ausbildung erfolgt nach sechs Fachrichtungen (Sticken, Stricken, Weben, Klöppeln und Posamentieren). Die Qualifikationen der Paramentik können als Zusatzqualifikation während der Ausbildung erlernt und geprüft werden.
- Technischer Produktdesigner und Technischer Systemplaner: Mit der Schaffung dieser neuen Berufsgruppen wird der bisherige Beruf "Technische Zeichner" neu geschnitten und in die Berufe "Technischer Produktdesigner" und "Technischer Systemplaner" überführt.

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