Minister Tesch: Bildungsmonitor bestärkt eingeschlagenen Weg in der Bildungspolitik - nur Kontinuität bringt Erfolg!

(lifePR) (Schwerin, ) Der aktuelle Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bescheinigt Mecklenburg-Vorpommern die stärksten Verbesserungen aller Bundesländer. Danach hat sich Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich der Bildungssysteme der einzelnen Bundesländer vom 15. auf den 10. Rang verbessert.

*Der Bildungsmonitor belegt, dass wir mit der Ausrichtung auf die Selbstständige Schule und mit der Konzentration auf eine Verbesserung der Unterrichtsqualität auf dem richtigen Weg sind. Die Kontinuität der Schulstruktur in den vergangenen 5 Jahren und die inhaltliche Arbeit in den Schulen bringt langfristig Erfolg*, so die Reaktion von Bildungsminister Henry Tesch auf den aktuellen Bericht des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln.

Grundlage des Berichts sind statistische Daten aus dem Jahr 2009. In den untersuchten 13 Handlungsfeldern und 111 Indikatoren erreicht unser Land zum Teil Spitzenwerte. So stellt die Studie positiv für Mecklenburg-Vorpommern heraus, dass es bereits gut gelungen ist, Kinder mit ungünstigen sozialen Voraussetzungen gut zu integrieren. Überdurchschnittlich werden die Betreuungsrelationen in Schulen, die Förderinfrastruktur, das Gewicht der Forschung und die MINT-Fächer an den Hochschulen bewertet. Laut Bildungsmonitor wird dagegen die Bildungszeit in Schule und Lehre nicht effizient genug genutzt. Minister Tesch: *Die Senkung der Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss und die Senkung des zu hohen Anteils der Schüler mit sonderpädagogischen Abschlüssen haben wir erfolgreich in Angriff genommen.*

Zu den bildungspolitische Handlungsfeldern:

Integration (BM 2011: 1. Platz):

Bei PISA-2006 hingen in Mecklenburg-Vorpommern der der Erfolg der Kinder und die Herkunft der Eltern kaum zusammen - der zweitbeste Wert in Deutschland. Auch bei der Überprüfung der Mindeststandards im Lesen im Jahr 2009 war der Effekt des sozialen Hintergrunds auf die Bildungsergebnisse der Jugendlichen geringer als im Bundesländerdurchschnitt - hier wurde ein Platz im vorderen Mittelfeld erreicht. Ein weiterer Erfolgsfaktor: unter ausländischen Jugendlichen erwarben mit 19,1 Prozent an allgemein bildenden Schulen deutlich mehr Schüler als im Bundesdurchschnitt (11,7 Prozent) das Abitur.

Förderinfrastruktur (BM 2011: 4 Platz):

Eine ausgebaute Förderinfrastruktur ist wichtig, um Bildungsgerechtigkeit zu erreichen. Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich durch eine gute Ganztagsinfrastruktur aus: 24,0 Prozent der 0 bis 3-jährigen Kinder und 55,9 Prozent der 3 bis 6-jährigen Kinder hatten im Jahr 2010 einen Ganztags-KITA-Platz (Bundesdurchschnitt: 10,2 bzw. 32,1 Prozent). Beim Ganztagsangebot an Schulen ergab sich im Jahr 2009 ein uneinheitliches Bild: bei den Grundschulen war das Angebot geringer als im Durchschnitt, bei gebundenen Angeboten der Sekundarstufe wies Mecklenburg-Vorpommern den Bestwert in Deutschland auf.

MINT (BM 2011: 6. Platz):

Die Hochschulausbildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) hat in Mecklenburg-Vorpommern ein hohes Gewicht. 64,6 Prozent des Hochschulpersonals des Jahres 2009 hatten eine MINT-Ausrichtung (Bundesdurchschnitt: 54,6 Prozent). Ein höherer Anteil als im Bundesdurchschnitt erwarb an Hochschulen einen MINT-Abschluss. Verglichen mit der Anzahl aller Beschäftigten in der Forschung und Entwicklung wies Mecklenburg-Vorpommern zudem die dritthöchste Zahl an MINT-Absolventen auf. Bei der Ingenieurersatzquote werden ebenso überdurchschnittliche Werte erreicht. Auf 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure kamen rechnerisch 8,1 Ingenieurabsolventen (Bundesdurchschnitt: 6,8; Bestwert Thüringen: 13,3).

Zeiteffizienz (BM 2011: 15. Platz):

Besonders problematisch in Mecklenburg-Vorpommern ist, dass im Jahr 2009 4.470 Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst wurden. Gemessen an den 11.152 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen betrug die Abbruchquote damit 40,1 Prozent. Sie war damit die höchste bundesweit (Durchschnitt: 25,2 Prozent). Nachholbedarf besteht auch noch bei der Umsetzung der Bologna-Beschlüsse an den Hochschulen. 12 Bundesländer hatten im Jahr 2009 bereits einen höheren Anteil der Plätze für Studienanfänger umgestellt.

Akademisierung (BM 2011: 15. Platz):

An allgemein bildenden Schulen erreichte im Jahr 2009 ein ähnlicher Anteil wie im Durchschnitt der anderen Bundesländer eine Studienberechtigung (Quote: 30,3 Prozent; Bundesdurchschnitt: 29,9 Prozent). Auch wenn sich die Quoten in den letzten Jahren verbessert haben: Die beruflichen Schulen trugen weiterhin kaum etwas zur Akademisierung der Bevölkerung bei. Mit 8,4 Prozent der Bevölkerung erwarb der geringste Anteil bundesweit ein Abitur auf diesem Bildungsweg (Durchschnitt: 17,6 Prozent). Auch Duale Studiengänge sind bislang in Mecklenburg-Vorpommern wenig verbreitet.

Hintergrund der Studie *Bildungsmonitor*

In die Studie Bildungsmonitor 2011 werden 111 Indikatoren einbezogen. Darunter Indikatoren zur Beschreibung der Infrastruktur, beispielsweise die Verfügbarkeit von Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuungsmöglichkeiten sowie die Betreuungsrelationen an Schulen. Des Weiteren sind es Indikatoren, die den Zugang zu Bildung beschreiben, wie Schulabbrecherquoten, Abbrecherquoten von Ausländern und den Anteil der Schüler, die von Bildungsarmut betroffen sind. Außerdem werden Indikatoren einbezogen, die den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen messen, wie Studienberechtigtenquoten an beruflichen und allgemeinen Schulen oder Ingenieurabsolventen. Damit messen die Indikatoren sowohl Aspekte der Bildungsgerechtigkeit, als auch Impulse des Bildungssystems zur Stärkung der Qualifikationsbasis der Volkswirtschaft. Die zu Grunde liegenden Daten beziehen sich zumeist auf das Jahr 2009: zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine aktuelleren statistischen Daten in Deutschland vor.

Neben einer Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems werden die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2011 auch mit den Vorjahren verglichen. So gibt die Studie auch darüber Auskunft, welches Bundesland die größten Verbesserungen in seinem Bildungssystem erreicht hat. Ferner steht im Bildungsmonitor 2011 die Frage im Mittelpunkt, in wieweit durch Verbesserungen im Bildungssystem in den letzten Jahren Fortschritte auf dem Weg zu mehr Wachstum und Bildungsgerechtigkeit erreicht werden konnten.

Weitere Informationen unter http://www.insm-bildungsmonitor.de/...

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Katrin Schwarz
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