Was vom Manne übrig blieb

Vortag im Freilichtmuseum über die Krise und Zukunft des "starken" Geschlechts
(lifePR) (Neuhausen ob Eck, ) Das starke Geschlecht schwächelt. Während die Quote weiblicher Erwerbstätigkeit weiter steigt, geht die der Männer stetig zurück. Inzwischen werden mehr Männer arbeitslos als Frauen und der Schulerfolg von Mädchen ist höher als der von Buben. In einem Vortrag unter dem gleichnamigen Titel seines Buches "Was vom Manne übrig blieb. Krise und Zukunft des "starken" Geschlechts stellt der Basler Soziologe und "Männerforscher" Prof. Dr. Walter Holstein am Donnerstag, 25. August im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck die Ergebnisse seiner langjährigen Forschungen vor.

Der emeritierte Hochschullehrer, der als freier Autor in Basel lebt, war lange Jahre Mitglied der Enquetekommission des Deutschen Bundestages für Jugendfragen und Gutachter des Europarates für Jugendkriminalität. Er war maßgeblich am Aufbau verschiedener Männerforschungsprojekte beteiligt und hat zahlreiche Publikation hierzu veröffentlicht.

Das Thema ist aktueller denn je. Und wer sich Gedanken um die künftige Rolle der Jungen und männlichen Jugendlichen macht, sollte sich dieser Diskussion stellen. Hollstein macht gerade auch aktuelle Probleme von Jugendkriminalität und Krawallen, wie vor kurzem in Großbritannien, nicht zuletzt auch an der Krise der Männlichkeit fest. Jungen machen seit geraumer Zeit das Gros von Problemkindern, notorischen Schulschwänzern, Schulversagern, Ausbildungsabbrechern und Frühkriminellen aus. Auch dort, wo die Situation für Jungen und Männer lebensbedrohlich gravierend ist, würden die Nöte des männlichen Geschlechts gesellschaftspolitisch ignoriert. So bringen sich zum Beispiel in den deutschsprachigen Ländern Männer circa viermal häufiger um als Frauen, und für die Pubertät gibt es sogar Zahlen, dass sich Buben bis zu zehnmal mehr selbst töten als Mädchen. "Das aber ist öffentlich kein Thema. Die Wahrnehmung ist durch den Einfluss von Frauenbewegung und Feminismus selektiv eingestellt worden. Das schließt einerseits die Thematisierung weiblichen Problemverhaltens aus und verhindert andererseits die Anerkennung männlicher Problemlagen. Beides gehört nicht mehr zur political correctness", so eine der Thesen des renommierten "Männerforschers". Dabei geht es nicht um rückwärts gewandte Verklärung früherer Männerrollen, sondern um die schonungslose Analyse gegenwärtiger gesellschaftlicher Entwicklungen.

Die Veranstaltung ist auch ein Beitrag zum diesjährigen Schwerpunkthema der sieben baden-württembergischen Freilichtmuseen, das sich um "Mannsbilder" dreht und zu dem jedes der sieben Freilichtmuseen eigene Veranstaltungen durchführt. Sie findet in der Museumsgaststätte "Ochsen" statt. Der Eintritt beträgt 4,- EUR. Platzreservierung ist nicht möglich. Das Museum ist von 9 - 18 Uhr geöffnet.

Mehr Infos beim Info-Service unter Tel. 07461/926-3205 oder auch im Internet unter www.freilichtmuseum-neuhausen.de.

Kontakt

Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck
Bahnhofstraße 123
D-78532 Tuttlingen
Walter Knittel
Museumsleiter
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