Verliert Festnetz den Anschluss?

"Mobile Onlys" mischen den Telekommunikationsmarkt auf
Verliert Festnetz den Anschluss? (lifePR) (Bonn, ) Wer hätte das gedacht: Die Anzahl von Deutschlands Haushalten ohne Festnetzanschluss ist deutlich gewachsen mit regional stark unterschiedlichen Ausprägungen. Zu diesem und noch vielen weiteren überraschenden Ergebnissen kommt der aktuelle Telekommunikationsmonitor von infas.

Es geht auch ohne: Rund 10 Millionen der in Deutschland lebenden Personen telefonieren nach eigener Angabe mittlerweile ausschließlich über das Handy. Umgerechnet auf die mittlerweile über 40 Mio. Haushalte in Deutschland betrifft dies fast jeden fünften. Tendenz weiter steigend. Die Nutzergruppe der sogenannten "Mobile Onlys", deren Anteil noch vor einigen Jahren deutlich unter der 10-Prozent-Grenze lag, substituiert das Festnetz entweder aus Kostengründen oder zu Gunsten der steigenden Mobilität. Der Gesamtmarkt für Festnetzdienste hat sich damit auf derzeit knapp 33 Mio. Haushalte entsprechend verkleinert.

Das Hauptziel der Studie war die Ermittlung regionaler Marktanteile, und zwar erstmals integriert für Mobilfunk, Festnetz und Internet. Dafür war es notwendig, die Interviews in einem völlig neuen Verfahren - dem Dual-Frame-Ansatz - durchzuführen. "So wurden rund 20.000 Personen teils über Festnetz und teils über Mobilfunk befragt, damit man diese "Mobile Onlys" überhaupt repräsentativ treffen kann", ergänzt Menno Smid, Geschäftsführer des Instituts.

In der regionalen Betrachtung verschärft sich dieses Bild noch mehr. Die "Mobile Onlys" machen in bestimmten Regionen im Nordosten Deutschlands schon einen Anteil von fast 30% aus. Zwangsläufig verlieren hier die Festnetzanbieter am Gesamtmarkt. Hat mit 58% deutschlandweit noch mehr als jeder zweite Haushalt seinen Festnetzanschluss beim Marktführer in Bonn, so ist dies in manchen Regionen nur noch jeder dritte Haushalt. "Das verbleibende Marktpotenzial wird durch zunehmenden Wettbewerb vor allen in den Städten immer härter umkämpft und verstärkt damit die regionalen Disparitäten", so Michael Herter, Geschäftsführer der infas geodaten GmbH, die gemeinsam mit führenden Telekommunikationsunternehmen Mitinitiatorin der Studie ist. "Wir können nun erstmals die Mobilfunk- und Festnetzmarktanteile für jedes Gebiet ausweisen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der Marktanteil der Kabelanbieter zwar bundesweit bei 12% liegt, in der Region aber weit über 20% betragen kann?", so Herter weiter.

Der Telekommunikationsmonitor überrascht mit vielen weiteren Ergebnissen, die in Kürze zusammenfassend einem Studienband veröffentlicht werden. Dort zeigt sich zum Beispiel auch, dass der Nachwuchs (6-10 Jahre) am liebsten mit der Telekom telefoniert oder mittlerweile jedes 7. verkaufte Handy in diesem Jahr ein iPhone ist. Wer hätte das gedacht!

Informationen zum infas-Telekommunikationsmonitor:

Umfassendste Studie zur Telekommunikation in Deutschland

In Kooperation haben infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft und infas geodaten eine umfangreiche und methodisch innovative Studie zur Telekommunikation in Deutschland entwickelt.

Aufbauend auf einer 2010 durchgeführten Pilotstudie mit bereits 1.492 Befragen wurde im Frühsommer 2011 die erste Hauptstudie durchgeführt. An den telefonischen Interviews haben sich bundesweit 17.965 Erwachsene beteiligt. Hinzu kamen einige regionale Aufstockungen.

Die Studie ist inhaltlich umfassend. Sie thematisiert alle Bereiche der privaten Telekommunikation - vom Telefon-Festnetz über die Internet- und Mobilfunk-Nutzung bis hin zur Inanspruchnahme des Fernsehens. Sie befragt nicht nur einzelne Personen, sondern stellt auch den wichtigen Haushaltsbezug her. Über Stellvertreterinterviews werden auch Angaben zur Mobilfunknutzung von Kindern und Jugendlichen in den befragten Haushalten erhoben. Alle Inhalte können kombiniert ausgewertet werden. So liefert die Analyse liefert neue Einblicke.

Die Studie liefert regionale Marktanteile für alle Bereiche der Telekommunikation. Nicht nur bundesweit, sondern regionalisiert für Marktgebiete einzelner Anbieter und bis zur Ebene dreistelliger Postleitzahlgebiete werden wichtige Eckwerte der einzelnen Märkte erhoben. Diese stehen so umfassend bisher nicht zur Verfügung. Ermöglicht wird diese Neuerung durch die außerordentlich große Stichprobe sowie den Einsatz elaborierter statistischer Verfahren bei der mikrogeographischen Auswertung.

Die Studie rechnet hoch. Ermittelt werden nicht nur Anteile, sondern auch absolute Marktkennziffern. Deren Eckwerte stimmen in ausgezeichnetem Maß mit bekannten bundesweiten Kennwerten der verschiedenen Anbieter im Bereich der Telekommunikation überein. Auf dieser Grundlage können sie zuverlässig weiter regionalisiert werden.

Die Studie ist methodisch einzigartig. Als erstes Projekt dieses Umfangs kombiniert sie eine Festnetz- mit einer Mobilfunkstichprobe - beides auf der Grundlage der anerkannten Stichprobenverfahren des ADM.

Die Studie wird regelmäßig aktualisiert und erweitert um neue Branchen. Beginnend mit dem Auftakt 2011 wird die Befragung jährlich wiederholt. So entsteht eine einmalige Zeitreihe, die verschiedene Märkte (z. B. Energie) beschreibt und allen Akteuren unverzichtbare Kenziffern und Erkenntnisse liefert.

Zum Thema Geomarketing

Erfolgreiches Marketing setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
1. Wissen, wer: Wer ist die geeignete Zielgruppe in meinem Marktgebiet?
2. Wissen, was: Welches Produkt passt optimal zu den regionalen Prioritäten?
3. Wissen, wo: Wo herrscht die höchste Affinität zw. Angebot und Nachfrage?
Die räumliche Komponente spielt in der Wirtschaft eine herausragende Rolle. Sie hilft, Unternehmen optimal effizient zu steuern und strategisch fundierte Entscheidungen mit minimalem wirtschaftlichem Risiko zu treffen. So werden flächendeckend Verfügbarkeiten und Nachfrage-Potenziale ermittelt und auf dieser Basis Filialen oder Standorte beurteilt oder Vertrieb, Werbung, Expansion, CRM, oder Logistik optimiert.

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Eckhard Georgi
infas geodaten GmbH
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