Rüdiger Nehberg - Ein Jubiläum der besonderen Art

30 Jahre Aktivist für Menschenrechte
Rüdiger Nehberg bei seiner Ankunft in Oberstdorf, um 25 Pfund leichter und etliche Erfahrungen reicher (lifePR) (Hamburg/Rausdorf, ) Als er am 1. September 1981 mit einem Grabstock im Wald das erste Nachtlager scharrte, ahnte der Hamburger Bäcker nicht, dass dieser Tag sein Leben verändern würde. Es war nicht nur der Start zu seinem inzwischen legendär gewordenen 1000-Kilometer-Marsch ohne Nahrung und Ausrüstung von Hamburg nach Oberstdorf. Es wurde der Beginn einer beispiellosen Menschenrechtsarbeit.

Um 25 Pfund leichter, aber um viel Selbstvertrauen reicher, wagte er sich nach diesem Testmarsch mutterseelenallein zu den Yanomami-Indianern in Brasilien. Sie sind das letzte große, noch ursprünglich lebende Regenwaldvolk. Ihnen drohte die Vernichtung durch eine übermächtige Armee mafiös organisierter Goldsucher. Zwanzig Jahre lang informierte Nehberg die Weltöffentlichkeit mit spektakulären Aktionen über das Drama. Ob er auf massivem Baumstamm über den Atlantik fuhr mit unübersehbaren Appellen auf dem Segel, ob er sich undercover unter die Goldsucher mischte oder den Papst und die Weltbank um Beistand ersuchte. Kreativität, Durchhaltevermögen und Mut zum Risiko wurden "Sir Vival's" Marken-zeichen. Und sein unerschöpfliches Wissen um Survival, die aberwitzigen Überlebenstricks. Im Jahre 2000 war die pro-indianische Lobby endlich so weit erstarkt, dass die Indianer einen akzeptablen Frieden erhielten.

Der Kampf gegen das Verbrechen der Weiblichen Genitalverstümmelung wurde seine nächste Herausforderung. Gemeinsam mit seiner Frau Annette gründete er die Menschenrechtsorganisation TARGET, und wieder war es seine unvergleichliche Strategie, die ihnen den Erfolg bescherte. Weil die meisten Opfer dieses grausamen Brauches Muslimas sind, verbündete er sich, gegen den Zeitgeist, mit den höchsten Führern des Islam und schaffte das Unvorstellbare: auf TARGETs inzwischen als "historisch" bewerteten Konferenz in der Al-Azhar Universität in Kairo ächtete die geistliche Elite des Islam den Brauch als Sünde wider höchste Werte ihrer Religion. Ein Durchbruch.

Seitdem arbeitet TARGET an der Verbreitung dieses Beschlusses. Aktuell bemüht sich Nehberg, den saudischen König Abdullah als Mitstreiter zu gewinnen. "Wenn er diese frohe Botschaft kraft seiner Autorität in Mekka verkünden würde, wäre das Ende des Verbrechens absehbar."

Der Koffer für Riad ist gepackt, das Ticket gebucht. Denn diesmal geht es nicht zu Fuß.

Weitere Infos
www.ruediger-nehberg.de
www.target-nehberg.de

BUCH: Karawane der Hoffnung - Mit dem Islam gegen den Schmerz und das Schweigen
Piper Verlag, ISBN 978-3-492-25209-6

Kontakt

TARGET e.V. Ruediger Nehberg
Großenseer Straße 1a
D-22929 Rausdorf

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