Anstieg der Arbeitslosigkeit - Zuwachs - aber geringer als im Vorjahr

Arbeitslosenquote steigt auf 4,4 Prozent; im Vergleich zu Juli plus 360 Jugendliche mehr arbeitslos; Einstellungsbereitschaft der Betriebe nimmt aber weiter zu
(lifePR) (Karlsruhe, ) "Mit einem erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit habe ich gerechnet. Er ist typisch für diese Jahreszeit, er liefert aber keine Hinweise auf Veränderungen in der positiven wirtschaftlichen Entwicklung", sagt Ingo Zenkner, der Vorsitzende der Arbeitsagentur Karlsruhe, bei Vorlage der aktuellen Daten.
"In den Sommermonaten treffen junge Leute immer wieder auf Probleme beim Übergang von Ausbildung und Studium in Beschäftigung - das ist auch in diesem Jahr nicht anders. Deshalb ist auch die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren nochmals angestiegen Sie liegt jedoch weit unter dem Vorjahreswert. Bereits im September gehe ich von einer Gegenentwicklung aus. Das heißt, viele dieser gut ausgebildeten jungen Menschen werden bis dahin ihre erste Anstellung finden. In den letzten Wochen meldeten sich zusätzlich rund 340 Fachkräfte aus der Berufsgruppe Sozial- und Erziehungsberufe arbeitslos. Auch dies ist nicht ungewöhnlich. Es erklärt aber die überdurchschnittliche Zunahme der Frauenarbeitslosigkeit. Nach wie vor sind mehr Frauen als Männer in Sozial- und Erziehungsberufen beschäftigt. Ein Großteil von ihnen wird zum Schulbeginn wieder Arbeit aufnehmen", erläutert Zenkner.

Der Arbeitsmarkt im Überblick

16.457 Frauen und Männer sind derzeit ohne Arbeit; 596 oder 3,8 Prozent mehr als im Juli aber 2.325 weniger als vor einem Jahr. Der Blick auf die Personengruppen der jungen Arbeitslosen und der Frauen unterstreicht Zenkners Aussage.

Im August waren knapp 1.980 jüngere Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Dabei kamen die meisten nach Ende der Ausbildung. Gegenüber dem Vormonat eine Steigerung von 362. Sie liegt aber deutlich unter dem Vorjahresniveau (minus 15,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote der jungen Menschen unter 25 Jahren liegt derzeit bei 4,7 Prozent - vor einem Jahr lag sie noch bei 5,5 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Frauen. Hier wurde ein Anstieg von 6,0 Prozent gegenüber dem Vormonat registriert. Dieser liegt zwar deutlich über dem monatlichen Gesamtanstieg von 3,8 Prozent, aber ebenfalls unter Vorjahresniveau.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit erfolgte zu gut zwei Dritteln bei den Versicherungskunden (Sozialgesetzbuch III - SGB III). Im Berichtsmonat erhielten 9.965 Frauen und Männer oder 60,6 Prozent aller Arbeitslosen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe Leistungen zur Grundsicherung (SGB II), 185 Personen mehr als vor vier Wochen. Auffällig dabei, dass der Anstieg ausschließlich Frauen betrifft.

In der Stadt Karlsruhe sind aktuell 72,3 Prozent oder 6.392 Personen aller arbeitslosen Menschen SGB-II-Kunden. Im Landkreis Karlsruhe erhalten jetzt 3.573 Personen die Leistung der Grundsicherung; der Anteil ist hier mit 48,2 Prozent deutlich niedriger.

Die Arbeitslosenquote, die auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen berechnet wird, ist um zwei Zehntelprozentpunkte gestiegen Mit aktuell 4,4 Prozent liegt sie weiterhin 0,3 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,0 Prozent. Die Entwicklung im Stadt- und Landkreis ist dabei sehr unterschiedlich. Im Stadtkreis liegt sie jetzt bei 6,0 Prozent (Vorjahr: 6,4), im Landkreis bei 3,3 Prozent (Vorjahr: 4,1)

Um den Arbeitsmarkt aussagekräftig beurteilen zu können, ist ein Blick auf seine Bewegungen erforderlich. Rund 10.580 Zugänge und Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit wurden allein im August registriert.
5.000 Menschen und damit gut 15,0 Prozent mehr als im Juli konnten in den letzten vier Wochen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Sie haben jetzt wieder neue Arbeitsstellen, nehmen an einer beruflichen Weiterbildung teil oder besuchen eine betriebliche oder schulische Ausbildung. Ein Teil hat sich auch in den vergangen vier Wochen aus persönlichen Gründen aus dem Arbeitsmarktgeschehen zurückgezogen.
Gleichzeitig mussten sich aber auch rund 5.580 Frauen und Männer bei einer der fünf Agenturgeschäftsstellen in Karlsruhe, Bretten, Bruchsal, Ettlingen Waghäusel oder im JobCenter Stadt Karlsruhe neu oder wieder arbeitslos melden. Gut 5,0 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Die Einstellungsbereitschaft der regionalen Unternehmen hält an. Arbeitgeber meldeten dem Arbeitgeberservice trotz Urlaubszeit 1.864 neue Arbeitsstellen, das waren 142 mehr als im letzten August. Seit Jahresbeginn sind rund 12.650 neue Stellenmeldungen eingegangen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von über 2.120 oder 20,0 Prozent. Das Gesamtangebot im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe im August lag mit gut 3.890 um rund 790 höher als im Vorjahresmonat.

Der Ausbildungsmarkt ist nach wie vor noch kräftig in Bewegung. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich bisher insgesamt 3.585 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Stadt-und Landkreis Karlsruhe für Berufsausbildungsstellen, 5,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zeitgleich meldeten die Arbeitgeber 3.950 Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 7,3 Prozent.

Im August meldeten die Arbeitgeber noch über 200 freie Ausbildungsplätze. Im Gegenzug fanden über 420 junge Menschen in den letzten Wochen noch einen Ausbildungsplatz. Nach der aktuellen Ausbildungsmarktstatistik waren Ende August noch knapp 680 Berufsausbildungsstellen unbesetzt. Die Aktivitäten der Berufsberatung laufen in den kommenden Wochen weiter auf Hochtouren. Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte sich schnellstmöglich mit der Berufsberatung in Verbindung setzen, denn es gibt noch Ausbildungsangebote in unterschiedlichen Berufen.

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