Geringste Arbeitslosigkeit seit Juli 1991

Der sächsische Arbeits- und Ausbildungsmarkt im August 2011
(lifePR) (Chemnitz, ) Der sächsische Arbeitsmarkt profitiert im August von der positiven konjunkturellen Entwicklung. Die Arbeitslosigkeit liegt den 21. Monat in Folge unter dem Vorjahresniveau. Alle Personengruppen haben von der positiven Entwicklung profitiert.

"Der sächsische Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Die Arbeitslosigkeit ist weiter gesunken. Wichtige Indikatoren zeigen einen positiven Trend. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt weiter zu und die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt weiterhin stabil. Die Gründe liegen in der positiven konjunkturellen Entwicklung, von der die sächsische Wirtschaft profitiert", sagte Jutta Cordt, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, heute in Chemnitz.

Arbeitslosenzahl im August: 217.055
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: - 2.492
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: - 21.787
Arbeitslosenquote im August: 10,2 Prozent

Die konjunkturelle Erholung hat sich in Sachsen im Jahresverlauf fortgesetzt. Im August 2011 waren in Sachsen etwa 217.000 Menschen arbeitslos gemeldet, rund 22.800 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit war in beiden Rechtskreisen rückläufig.

Von allen Arbeitslosen wurden 55.320 (25,5 Prozent) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 161.735 (74,5 Prozent) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung um 12.562 (18,5 Prozent) und in der Grundsicherung um 9.225 (5,4 Prozent) verringert.

Die Arbeitslosenquote belief sich im August auf 10,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um einen Prozentpunkt ab.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat weiter zugenommen und liegt deutlich über dem Vorjahresniveau. Nach ersten Hochrechnungen liegt die Zahl der Beschäftigten im Juni bei etwa 1,438 Millionen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs um rund 28.000.

"Die sächsische Wirtschaft befindet sich in einer soliden Phase. Die Indikatoren wie zum Beispiel der ifo Geschäftsklimaindex gehen aktuell in die richtige Richtung, auch wenn die Erwartungen der Wirtschaft für das nächste halbe Jahr nicht mehr so euphorisch sind. Nach wie vor wird Arbeit auf hohem Niveau angeboten und auch nachgefragt", so Cordt.

"Mit einem Plus von zwei Prozent sind heute deutlich mehr Menschen beschäftigt als vor einem Jahr. Davon haben insbesondere die Zeitarbeit, das Verarbeitende Gewerbe und der Logistikbereich profitiert. Auch im Handel, Gastgewerbe und im Bau sind deutlich mehr Menschen beschäftigt, als vor einem Jahr."

Im August 2011 wurden den zehn sächsischen Arbeitsagenturen insgesamt 9.929 Arbeitsstellen gemeldet. Damit haben die gemeldeten Arbeitsstellen gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,2 Prozent zugenommen. "Die Auftragslage der sächsischen Betriebe ist besser als vor einem Jahr. Das deutliche Plus bei der Arbeitskräftenachfrage ist auf die Erholung der sächsischen Wirtschaft zurückzuführen. Seit Jahresbeginn haben wir rund 77.000 Jobs gemeldet bekommen", so Cordt.

Im August haben rund 76.800 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, z.B. Weiterbildungen, Praktika in Betrieben, Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten, teilgenommen und dadurch den Arbeitsmarkt entlastet. Das waren rund 26.500 weniger als noch vor einem Jahr.

"Der sächsische Arbeitsmarkt hat sich seit Jahresbeginn sehr positiv entwickelt. Die Arbeitslosenzahl ist auf dem geringsten Stand seit Juni 1991 - damals waren rund 215.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Wenn man bedenkt, dass nach der Wiedervereinigung sehr viel Geld in Arbeitsmarktpolitik - zum Beispiel ABM - investiert wurde und heute die Entlastung deutlich zurückgeht, haben wir aktuell eine deutlich bessere Arbeitsmarktsituation", erklärt Cordt.

Aber für Cordt ist nicht alles positiv. Betrachtet man die einzelnen Personengruppen, gibt es Gewinner und Verlierer. "Mit Sorge beobachte ich seit langer Zeit, dass die Menschen ab 50 Jahren weniger von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren als andere. Die über 50-Jährigen machen mit einem Anteil von über ein Drittel die größte Gruppe der Arbeitslosen aus - profitieren aber nicht im gleichen Ausmaß wie andere vom positiven Trend. Mit Blick auf den wachsenden Bedarf nach Fachkräften, gibt es hier noch reichlich Potenzial", sagte Cordt.

"Wir müssen uns alle den neuen Herausforderungen stellen. Mir ist es wichtig, dass Unternehmer alle Potenziale berücksichtigen. Dazu gehören z.B. auch die über 50- Jährigen. Das sind Frauen und Männer mit Know-how, Berufs- und Lebenserfahrung. Hier sehe ich noch ein solides Potenzial, dass noch stärker nachgefragt werden sollte", appelliert Cordt an Personalentscheider.

Für den September 2011 rechnet Cordt mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit: "Oft werden Einstellungen wegen der Sommerpause auf August und September verschoben. Deshalb setzt typischerweise im September und Oktober die Herbstbelebung ein."

Der Ausbildungsmarkt hält seinen Trend.

Von Oktober 2010 bis August 2011 haben insgesamt 20.060 Mädchen und Jungen mit Hilfe der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz gesucht. Das sind 2.143 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern (gemeinsame Einrichtungen) insgesamt 19.997 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 2.049 mehr, als vor einem Jahr. In diesem Jahr stehen die Ausbildungsbewerber vor einer besseren Situation. "Es gibt deutlich mehr gemeldete Ausbildungsstellen, als die letzten Jahre", sagte Cordt.

Einen Monat vor Abschluss des Beratungsjahres stehen in Sachsen 4.708 unbesetzte Ausbildungsstellen, den 3.789 Ausbildungsbewerbern gegenüber.

"Rein rechnerisch steht eins fest: am Ende des Ausbildungsjahres wird es unbesetzte Ausbildungsplätze geben", so Cordt. Betriebe, die ihre Lehrstelle kurzfristig noch besetzen wollen, können auf die Unterstützung der Arbeitsagenturen bauen. Wenn sie leistungsschwächere Bewerber berücksichtigen, kann die Agentur für Arbeit mit ausbildungsbegleitenden Hilfen - eine Art Nachhilfeunterricht - unterstützen. Das kostet den Betrieb und den Jugendlichen keinen Cent.

Informationen für Arbeitgeber zur Nachwuchskräfterekrutierung: http://www.ich-bin-gut.de
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