Der Arbeitsmarkt im August

Arbeitslosenzahl sinkt erwartungsgemäß
(lifePR) (Nürnberg, ) .
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt wie erwartet
- Regierungsbezirk Kassel hat weiterhin die Nase vorn
- Guter Markt für Ausbildungsplatzsuchende


Wie für einen August üblich ist die Arbeitslosigkeit in Hessen im Vergleich zum Vormonat gesunken. Der Rückgang liegt mit 5.118 über der durchschnittlichen Abnahme der letzten Jahre.

Insgesamt 180.991 Frauen und Männer wurden in diesem Monat zum Stichtag als arbeitslos gezählt. Das sind 7,5 Prozent weniger als im August des Vorjahres und 2,8 Prozent weniger als im Vormonat Juli.

Die Arbeitslosenquote – gemessen an allen zivilen Erwerbspersonen - liegt jetzt bei 5,8 Prozent das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Juli. Im August 2010 lag die Quote noch bei 6,3 Prozent.

„Insgesamt kann man mit der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen für diesen Monat zufrieden sein, nachdem die letzten Monate hinter den Erwartungen zurückblieben. Wie prognostiziert, ist die Jugendarbeitslosigkeit gesunken, da viele jungen Menschen nach ihrer Ausbildung eine Anschlussbeschäftigung gefunden haben. Und auch bei den Über-50-Jährigen zeigt sich ein erster positiver Trend. Dennoch sollte man diese kleinen Fortschritte nicht überbewerten. Die Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt gestaltet sich für diese Personengruppe weiterhin äußerst schwierig“, so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten in erster Linie Arbeitslose im Rechtskreis SGB III. Ihre Zahl sank mit 3.812 oder 6,7 Prozent auf 53.415. Im Rechtskreis SGB II ging die Zahl lediglich um 1.306 oder 1,0 Prozent zurück auf jetzt 127.576. Damit bleiben Arbeitslosengeld II – Empfänger mit 70,5 Prozent die größte Personengruppe gemessen an allen Arbeitslosen in Hessen.

Jugendarbeitslosigkeit sinkt wie erwartet

Die Zahl der arbeitslosen jungen Frauen und Männer ist auf rund 19.500 gesunken. Das sind 7,8 Prozent weniger als im Vormonat und 10,5 Prozent weniger als im August des letzten Jahres. Weitere Besserungen sind für die Folgemonate zu erwarten, da der Semesterbeginn an den Universitäten und der Beginn dualer Studiengänge zu einem weiteren Rückgang führen wird.

Rund 29,3 Prozent aller hessischen Arbeitslosen sind über 50 Jahre alt. 53.111 Frauen und Männer dieser Altersgruppe waren im August auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Ein kleiner Lichtstreifen zeichnet sich am Horizont ab: Ihre Zahl sank um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat und 3,6 Prozent zum Vorjahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hinkt hinterher

Die Zahl der der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen bleibt mit einem Anstieg zum Vorjahr mit 2,1 Prozent weiterhin hinter dem Wert des Bundes (+ 2,5 Prozent) und Westdeutschlands (+ 2,6 Prozent) zurück. Der hochgerechnete Wert für Juni 2011 liegt bei 2.232.400.

Den größten absoluten Zuwachs an Beschäftigen können wie im Vormonat die Bereiche Gesundheits- und Sozialwesen (+ 8.309), Logistik (+ 7.950) und das Verarbeitende Gewerbe (+ 7.116) verzeichnen.

Der Bestand der gemeldeten offenen Stellen und die Zahl der gemeldeten Stellen bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau: Über 40.000 offene Stellen standen zum Stichtag den Agenturen für Arbeit in Hessen zur Vermittlung zur Verfügung; 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahle der neu gemeldeten Stellen im abgelaufenen Monat lag bei rund 15.100.

Regierungsbezirk Kassel hat weiterhin die Nase vorn

Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet auch in diesem Monat der Regierungsbezirk Kassel mit 5,6 Prozent vor dem Regierungsbezirk Gießen (5,8%) und dem Regierungsbezirk Darmstadt (5,9%).

Die niedrigste Arbeitslosenquote erreicht im August der Landkreis Fulda mit 3,8 Prozent gefolgt vom Hochtaunuskreis (4,0 Prozent). Die höchsten Arbeitslosenquoten in Hessen haben unverändert die Städte Offenbach (10,7 Prozent) und Kassel (10,1 Prozent).

Im Vergleich der 26 Kreise und kreisfreien Städte bleibt die Situation ebenfalls gleich: nur im Rheingau-Taunus-Kreis (+4,0 Prozent) und im Odenwaldkreis (+0,8 Prozent) stiegen die die Arbeitslosenzahlen entgegen dem allgemeinen Trend im Vergleich zum Vorjahr an.

Guter Markt für Ausbildungsplatzsuchende

Zum ersten Mal in der Geschichte des hessischen Ausbildungspaktes gab es in einem August mehr offene Lehrstellen als Bewerber. Den derzeit noch 6.898 offenen Stellen stehen 5.738 junge Menschen gegenüber, die noch einen Ausbildungsplatz suchen.

Während die Anzahl der Bewerber im Vergleich zum Vorjahr fast konstant blieb, wurden den Agenturen für Arbeit in Hessen rund 15,0 Prozent mehr Ausbildungsplätze gemeldet als noch im August 2010.

„Die meisten offenen Lehrstellen gibt es derzeit noch in Frankfurt; rund 2.000. Die Chancen in dieser, für die Bewerber günstigen Situation einen Ausbildungsplatz zu finden, ist groß. Dennoch wissen wir jetzt schon, dass nicht jeder junge Mensch eine Stelle finden wird. Wer gerne eine Ausbildung im Einzelhandel machen möchte, wird sich leider nur schwer für einen handwerklichen Beruf begeistern lassen. Und nicht jeder Betrieb findet unter den Bewerber/innen den Wunschkandidaten. So wird es auch in diesem Jahr auf beiden Seiten enttäuschte Gesichter geben“, beschreibt Frank Martin die Situation.

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Angela Köth
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