Noch (gut) 100 Tage gemeinsame Einrichtung: Arbeitsagentur und Landkreis Potsdam-Mittelmark ziehen positive Bilanz

Vorbereitungen für Optionskommune laufen auf Hochtouren
(lifePR) (Potsdam, ) Ab dem 1. Januar 2012 haben die Arbeitsuchenden nach dem Sozi-algesetzbuch II ("Hartz IV") zwischen Teltow und Ziesar einen neuen, alten Ansprechpartner. Die MAIA, Jobcenter im Landkreis Potsdam-Mittelmark, geht zum Jahreswechsel in eine Optionskommune über. Anlässlich der August-Arbeitslosenzahlen blicken Arbeitsagentur und Landkreis gut hundert Tage vor der Umstellung auf die Ergebnisse ihrer siebenjährigen Zusammenarbeit in der ARGE bzw. gemeinsamen Einrichtung zurück.

"In Potsdam-Mittelmark ernten wir jetzt die Früchte, die wir seit 2005 gemeinsam gesät haben", freut sich Edelgard Woythe, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam, mit Blick auf die aktuellen Arbeitsmarktzahlen.

So waren im August 4.812 Potsdam-Mittelmarker im Rechtskreis SGB II arbeitslos gemeldet. Das sind 32,7% weniger als im August 2005. Besonders deutlich ist die Reduzierung bei den Langzeitarbeitslosen, die zwei Jahre oder länger keine Arbeitsstelle finden konnten: Im August 2005 waren es 1.946 Personen gegenüber 932 im August 2011 - ein Rückgang von 52,1%.

Durch Arbeitsmarkt-Projekte wie STÄRKEN oder LUNA sei es in der gemeinsamen Einrichtung gelungen, insbesondere auch vielen älteren Arbeitslosen und Alleinerziehenden eine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt zu geben. Junge Menschen profitierten zudem von der Berufsberatung und Ausbildungsvermittlung der Agentur für Arbeit Potsdam.

"An diese Erfolge hätten wir gern angeknüpft und die Zusammenarbeit in der MAIA fortgesetzt", betont Edelgard Woythe. "Aber natürlich respektieren wir die Entscheidung des Landkreises für die Optionskommune und werden uns an einigen Stellen auch in Zukunft partnerschaftlich einbringen, um die Arbeitsuchenden in Potsdam-Mittelmark weiterhin bestmöglich zu betreuen."

Auch Landrat Wolfgang Blasig bewertet die Arbeit der MAIA in den vergangenen Jahren als gemeinsamen Erfolg und betont: "Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur in der MAIA war immer konstruktiv und von dem Willen geprägt, das Beste für die Arbeitslosen zu erreichen."

Allerdings erhofft sich der Kreis von einer direkten Aufgabenwahrnehmung in der Kreisverwaltung klarere Strukturen, mehr Flexibilität und letztlich noch bessere Integrationserfolge als bisher. "Es ist ganz einfach nicht optimal, wenn in einer Behörde Mitarbeiter mit unterschiedlichen Arbeitsbedingungen wie Arbeitszeiten und Vergütung die gleiche Arbeit erledigen und wenn sich zwei Träger regelmäßig zu einer Vielzahl von Fragen abstimmen müssen. In Zukunft werden wir uns weniger mit der inneren Organisation der MAIA beschäftigen müssen und noch mehr Zeit für die eigentliche Integrationsarbeit haben", so Landrat Blasig.

Einig sind sich Wolfgang Blasig und Edelgard Woythe, dass an die gute Zusammenarbeit auch in der neuen Organisationsform angeknüpft werden soll. Auf verschiedenen Gebieten sind Kooperationsvereinbarungen geplant, so im Bereich der Ausbildungsstellenvermittlung, zum Arbeitgeberservice und dem Übergang vom Arbeitslosengeld I zum Arbeitslosengeld II.

Das Jobcenter MAIA wird zum 1. Januar 2012 als neuer Fachbereich 6 in die Kreisverwaltung integriert. Dieser Übergang soll die Betreuung der Leistungsberechtigten aber nicht beeinträchtigen. "Es ist durchaus eine Herausforderung, die MAIA mit ihren 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geordnet in die Kreisverwaltung zu überführen. Zum Glück haben wir uns bereits seit Dezember intensiv darauf vorbereitet", freut sich Bernd Schade, der Geschäftsführer der MAIA.

Die Neuorganisation ist als Projekt mit mehr als 120 Teilaufgaben, die jeweils terminlich aufeinander abgestimmt sind, detailliert geplant. Bereits im Winter wurde die neue Fachsoftware ausgeschrieben, der Zuschlag im April erteilt. Aktuell werden 25 Datenerfasser eingestellt, die in den kommenden Wochen die erforderlichen Daten in das neue Software-Programm eingeben, damit auch ab 2012 die Zahlung des Arbeitslosengeldes II pünktlich erfolgt. Die bisher in der MAIA tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur (BA) werden in die Kreisverwaltung übernommen. Bernd Schade ist zuversichtlich: "Derzeit liegen wir voll im Zeitplan."

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hatte im Dezember 2010 den Antrag auf Zulassung als Optionskommune beim Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF) des Landes Brandenburg eingereicht. Auf Vorschlag des MASF erteilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im März 2011 den Zuschlag. Damit wird der Landkreis Potsdam-Mittelmark 2012 eine von 110 Optionskommunen bundesweit.

Die Agentur für Arbeit Potsdam, bisher neben dem Landkreis Träger der MAIA in der "gemeinsamen Einrichtung", ist in Potsdam-Mittelmark ab 2012 ausschließlich für Arbeitslose im Sozialgesetzbuch III zuständig.

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