Modernisierung zwischen Denkmalschutz und Energiesparwünschen

Deutsche Annington macht 50er-Jahre-Bauten für die Zukunft fit
Frankfurt-Dornbusch, Ziegenhainer Straße: In den Mehrgeschossgebäuden aus den 1950er Jahren haben sogar Generaldirektoren mit ihren Familien gewohnt. Doch das Gesicht des Stadtteils hat sich mit der Zeit verändert  (Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz/Claus Graubner) (lifePR) (Ober-Ramstadt, ) Mit dem festen Willen, die Lebensqualität im Wohnquartier Ziegenhainer Straße zu verbessern, entschied sich die Deutsche Annington für eine umfassende energetische Modernisierung ihrer Bestandsgebäude im Frankfurter Stadtteil Dornbusch. Auf einer Fassadenfläche von rund 6.000 Quadratmeter kam dabei die neu entwickelte Hochleistungsdämmplatte S 024 von Caparol zu ihrem ersten Großeinsatz. Das Ergebnis der von A bis Z gelungenen Premiere macht dort seither auf Passanten und Anwohner gleichermaßen Eindruck.

Es gibt mindestens zwei Wege, dem immer wiederkehrenden Phänomen der Wohnungsknappheit in Großstädten und Metropolregionen zu begegnen: Grundsätzlich macht es Sinn, den Wohnungsneubau in Ballungszentren und städtischen Randlagen zu forcieren, indem man die erforderlichen Anstrengungen für gewerbliche und/oder genossenschaftliche Investoren so attraktiv wie möglich gestaltet; insoweit ist die Politik gefragt, für passende Rahmenbedingungen zu sorgen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dadurch entstehende Mietwohnungen nach ihrer Fertigstellung auch für Gering- und Normalverdiener bezahlbar sind.

Damit zeitgemäßes Wohnen in Stadtlagen auch auf lange Sicht erschwinglich bleibt, bietet sich an, die schon vorhandene Bausubstanz älterer Wohnquartiere mit Sachverstand und Augenmaß instand zu setzen. Für den anspruchsvollen Weg einer umfassenden Modernisierung im Bestand entschied sich die Deutsche Annington Immobilien SE, eines der führenden Wohnungsunternehmen in Deutschland, das bundesweit mehr als 200.000 Wohnungen vermietet und verwaltet.

Bewohnt saniert

Die Aufgabenstellung zur Sanierung der Wohnhäuser in Frankfurt-Dornbusch ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Aus grundsätzlichen Erwägungen kam selbst eine vorübergehende Umquartierung der zahlreichen langjährigen Mieter nicht in Betracht. Die baulichen Sanierungs-, Instandsetzungs- und Dämmmaßnahmen mussten daher so geplant und aufeinander abgestimmt werden, dass die Bewohner, die teils schon seit etlichen Jahrzehnten in ihren angestammten Häusern leben, darin trotz erheblicher Bautätigkeit verbleiben konnten.

"In den 1960er und 1970er Jahren haben hier sogar Generaldirektoren mit ihren Familien gewohnt. Doch der Stadtteil hat sein Gesicht mit der Zeit verändert", sagt eine Bewohnerin. In den frühen 1960ern sei sie in die Ziegenhainer Straße gezogen und habe hier rasch eine neue Heimat gefunden. Inzwischen fühle sie sich so verwurzelt, dass es ihr niemals in den Sinn käme, aus welchem Grund auch immer wegzuziehen, berichtet sie.

Die konstruktiven Ertüchtigungsmaßnahmen begannen wie geplant im Mai 2012 und dauerten bis ins Frühjahr 2013 an. Den berechtigten Belangen der Bewohner, die am Geschehen vor ihren Fenstern regen Anteil nahmen, wurde während der gesamten Zeit durch eine besonders schonende Vorgehensweise Rechnung getragen.

Unter Denkmalschutz

Bemerkenswert ist weiterhin der Umstand, dass die Sanierungsobjekte Ziegenhainer Straße 26 bis 48 seit 2011 unter Denkmalschutz stehen. "Auf Wunsch der Denkmalschutzbehörde sollten die Fassaden nach vollendeter Sanierung das ursprüngliche Erscheinungsbild der 1950er Jahre widerspiegeln. Das erforderte eine Angleichung der Farbtonwerte des gewählten Capatect Fassadenputzes an die damaligen Anstrichmittel, was nach Abstimmung mit dem Restaurator und dem Denkmalamt mit Bravour gelang", betont Günter auf der Landwehr, Objektberater in Diensten des Farbenherstellers Caparol aus dem südhessischen Ober-Ramstadt.

Um dem angestrebten Erscheinungsbild von 1955 zu entsprechen, gab Restaurator Thorsten Moser aus Sulzbach/Taunus die ermittelten Ursprungsfarben so konkret wie möglich an. Beispielsweise hatte er herausgefunden, dass die Fassadengestaltung der Häuser 36 bis 38 in den 1950ern mit einem zweifarbigen Kratzputz erfolgt sein musste, und zwar in einem hellen Weißgrau und einem dunkleren Grauton. Dem entsprachen die Farbtöne Caparol Weiß 160 und Caparol Purpurit 60 am ehesten, so dass sich das FarbDesignStudio in Ober-Ramstadt bei der Entwurfsgestaltung an diese Vorgaben halten konnte. Ein weiteres Beispiel: Bei den gleichen Häusern war der Sockel ursprünglich mit einem hellgrünen Waschputz versehen worden. Dem gesuchten Farbton kommt Caparol Chromgrün 13 recht nahe; der Restaurator wies orientierungshalber darauf hin, dass eine etwas hellere Nuance noch authentischer wäre. Wie gut den Fachhandwerkern des renommierten Malerbetriebs Brück aus Münster die Umsetzung der Denkmalschutzvorgaben mit nahezu originalgetreu rekonstruierten Farbtönen gelungen ist, merkt man daran, dass man sich beim Anblick der inzwischen fertiggestellten Fassaden in der Ziegenhainer Straße wie auf einer imaginären Zeitreise fühlt, auf geheimnisvolle Art zurückversetzt in die 1950er Jahre. Authentischer ließe sich das damalige Straßenbild kaum nachempfinden.

Energiebedarf gesenkt

Die Vorgaben des Denkmalschutzes hinsichtlich Materialwahl und Farbgebung mit dem Kundenwunsch nach zeitgemäßer Energieeinsparung in Einklang zu bringen, machte das Projekt für alle Beteiligten zu einer echten Herausforderung. "Man hört ja immer wieder, dass Denkmalschutzauflagen und Energiesparwünsche für gewöhnlich zwei Paar Schuhe sind. In der Ziegenhainer Straße ist es jedoch gelungen, beide Notwendigkeiten auf einen Nenner zu bringen, der im Ergebnis dem Sanierungsziel optimal entspricht", sagt Caparol-Verkaufsberater Günther auf der Landwehr.

Anders als bisweilen kolportiert, müssen sich die Auflagen des Denkmalschutzes in der Praxis keineswegs als Hemmschuh energetischer Sanierungsvorhaben erweisen. "Obwohl bauliche Maßnahmen an Fassaden aus denkmalpflegerischer Sicht mit Überlagerungen von Details einhergehen, die historisch schützenswert sein können, haben wir durchaus Verständnis für den Wunsch, Energie zu sparen", sagt Konservatorin Heike Kaiser. Für die Mehrgeschossgebäude in der Ziegenhainer Straße galt es mithin, einen tragfähigen Kompromiss zu finden zwischen der behutsamen Wiederherstellung des Erscheinungsbildes der Siedlung im Originalzustand und dem anderen, ebenfalls zu berücksichtigenden gesellschaftlichen Ziel, den Energiebedarf im Gebäudebestand zu senken.

In Frankfurt einigte man sich darauf, die Hochleistungsdämmplatte S 024 von Caparol zum Aufdämmen der Gebäudeumfassungswände zu verwenden und die genaue Festlegung der historischen Farbnuancen des Putzes in die Hände eines Restaurators zu legen.

Die neuentwickelte Dämmplatte S 024 bot sich für das Sanierungsvorhaben an, weil sie bereits bei einer Dicke von nur acht Zentimeter ähnlich hohe Energieeinspareffekte erzielt wie vergleichbare herkömmliche Dämmsysteme bei wesentlich stärker ausgeprägter Plattendicke. Somit bot sie beste Voraussetzungen, sowohl dem Wunsch des Amtes für Denkmalschutz zu entsprechen, die Fassaden "möglichst schlank" zu dämmen, um den ursprünglichen Charakter der Albert-Schweitzer-Siedlung zu bewahren, als auch dem Anliegen der Deutschen Annington gerecht zu werden, eine gute Wärmedämmung zu erzielen.

Dämmstoffinnovation

In Deutschland wurden seit den 1970er Jahren gut 800 Millionen Quadratmeter Außenwandfläche gedämmt. Zu etwa 85 Prozent bzw. auf rund 700 Millionen Quadratmeter wurden dabei expandierte Polystyrol-Hartschaumplatten (EPS) verwendet. Doch die Zeit bleibt auch im Baubereich nicht stehen: Auf die stetig steigenden Anforderungen an die energetische Qualität von Wohngebäuden reagieren die Dämmstoffhersteller mit Neuentwicklungen, unter denen der Kombination eines hochwärmedämmenden Polyurethankerns mit einer beidseits kaschierenden EPS-Putzträgerschicht große Erfolgsaussichten bescheinigt werden. Dementsprechend hat Caparol auf der Basis seiner im Markt fest etablierten Dalmatinerplatte die neue Hochleistungsdämmplatte S 024 entwickelt. Ihr hochwärmedämmender PU-Kern macht es möglich, die Dicke der Dämmlage von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) gegenüber bisherigen EPS-Ausführungen deutlich zu verringern und trotzdem eine vorbildliche Wärmedämmung des Gebäudes zu bewirken. Ein weiterer Vorteil besteht in der praxisgerechten Verarbeitbarkeit der beidseits schleifbaren S 024, die sich von professionellen Bauhandwerkern ebenso routiniert beschichten lässt wie die millionenfach bewährte reine EPS-Ausführung. Der einzige nennenswerte Unterschied im Handling besteht darin, dass die S 024 wegen ihres PU-Kerns nicht mit dem heißen Draht geteilt wird, sondern mit der Säge. Anpassungen an den Baukörper sind dadurch auch auf dem Gerüst problemlos möglich.

Außen Dalmatiner, dazwischen Polyurethan

Eingekleidet in einen eleganten, grau-weiß gesprenkelten Dalmatiner-Mantel aus EPS, sorgt die innovative Materialkombination mit Polyurethan für bis zu 30 Prozent mehr Dämmleistung an der Fassade. Trotzdem reicht die reduzierte Dicke der innovativen Caparol-Hochleistungsdämmplatte S 024 vollkommen aus, um auf Mauerwerk einen erheblich besseren Außenwand-U-Wert sicher zu erzielen. Obwohl Gebäude unter Denkmalschutz von EnEV-Anforderungen befreit sind, kommt das erzielte Ergebnis dem unter Normalbedingungen geforderten Dämmstandard schon recht nahe.

Zum Vorteil der Mieter

Die Deutsche Annington hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Bausubstanz und Vermietbarkeit der Mehrgeschossgebäude in der Ziegenhainer Straße dauerhaft zu sichern. Ihr vornehmliches Ziel in Frankfurt-Dornbusch bestand darin, den Energiebedarf der Wohngebäude durch bedarfsgerechte Dämmmaßnahmen deutlich zu verringern, zugleich aber den Denkmalschutzauflagen zu entsprechen. Besser wohnen, weniger heizen, mehr Geld sparen - diese Maxime betrachteten die Auftraggeber als erstrebenswertes Ziel, das den Mietern einen dauerhaften Mehrfachnutzen stiftet: Über die Einsparung von Heizkosten hinaus können sie wertiges Wohnen im vertrauten Umfeld täglich neu erleben.

Bautafel

Objektanschrift
Albert-Schweitzer-Siedlung
Ziegenhainer Straße 26 – 48
60433 Frankfurt am Main

Auftraggeber

Deutsche Annington Immobilien SE
Philippstr. 3
44803 Bochum
Fon 02 34-3 14-0
Fax 02 34-31 48 88-44 14
Mail info@deutsche-annington.com
Web http://www.deutsche-annington.com

Bauleitung
Jürgen Altwasser
c/o Deutsche Annington Immobilien SE
Philippstr. 3
44803 Bochum
Fon 02 34-3 14-15 76
Mobil 01 73-9 68 83 66
Mail juergen.altwasser@deutsche-annington.com

Denkmalschutz
Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Amt 60 B - Denkmalamt
Heike Kaiser, Konservatorin
Kurt-Schumacher-Straße 10
60311 Frankfurt am Main
Fon 0 69-2 12-3 61 99
Fon 0 69-2 12-3 68 99
Fax 0 69-212-4 05 39
Mail denkmalamt@stadt-frankfurt.de
Web http://www.frankfurt.de

Restaurator
Thorsten Moser
Hauptstraße 68
65843 Sulzbach/Taunus
Fon 0 61 96-75 99 41
Fax 0 61 96-75 99 42
Mobil 01 70-2 75 99 41
Mail thorsten.moser@t-online.de

Verarbeiter
Malerbetriebe Hermann Brück GmbH & Co. KG
Holger Hoffmann, Bereichsleiter
Geister Landweg 8 – 13
48153 Münster
Fon 02 51-7 88 91 13
Mobil 01 77-7 88 91 13
Mail holger.hoffmann@firmengruppe-brueck.de
Web www.firmengruppe-brueck.de
WDVS-Zulieferer

Hersteller:
Caparol Farben Lacke Bautenschutz GmbH
Roßdörfer Str. 50
64372 Ober-Ramstadt
Fon: 0 61 547/71-0
Fax: 0 61 54771-13 91
Mail: info@caparol.de
Web: www.caparol.de

Fachberater:
Günter auf der Landwehr
Verkaufsberater
Ackerwiese 10
67728 Münchweiler an der Alsenz
Fon 0 63 02-32 01
Fax 0 61 54-71 97 80 10
Mobil 01 71-5 52 09 41
Mail: guenter.aufderlandwehr@caparol.de

Farbkonzept:
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Roßdörfer Str. 50
64372 Ober-Ramstadt
Fon: 0 61 54/71-0
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