Bayer stellt positive Zwischenergebnisse der Langzeitstudie PATENT-2 mit Riociguat vor

Internationaler Kongress der American Thoracic Society in Philadelphia
(lifePR) (Berlin, ) .
- Riociguat zeigt ein gutes Sicherheitsprofil in der Langzeitbehandlung
- Riociguat führt bei Patienten mit pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) zu signifikanter und nachhaltiger Verbesserung beim Sechs-Minuten-Gehtest (6MWD) und bei der Funktionsklasse nach WHO

Bayer HealthCare hat heute auf dem internationalen Kongress der American Thoracic Society in Philadelphia positive Ergebnisse der Interimsanalyse aus der noch laufenden PATENT-2-Studie mit Riociguat publiziert. Die PATENT-2-Studie ist die offene Langzeitstudie der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie PATENT-1. Die heute bekanntgegebenen Ergebnisse stützen die Daten aus der Zulassungsstudie PATENT-1: Es wurden eine gute Langzeitverträglichkeit und nachhaltige klinische Verbesserungen unter Riociguat bei Patienten mit pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) beobachtet.

"Obwohl es inzwischen mehrere zugelassene und wirksame Behandlungsoptionen für PAH gibt, haben die Patienten weiterhin eine schlechte Prognose, und die Mortalität liegt nach wie vor hoch. Die Zwischenergebnisse der PATENT-2-Studie stützen die positiven Daten, die wir bereits in der PATENT-1-Studie gesehen haben. Wir sind zuversichtlich, dass diese Ergebnisse in der Gesamtschau die Rolle von Riociguat - sofern eine Zulassung erfolgt - als neue Option in der Behandlung der PAH entsprechend stärken werden", sagte Dr. Kemal Malik, Vorstandsmitglied bei Bayer HealthCare und Leiter der Globalen Klinischen Entwicklung.

In der ersten Zwischenauswertung der PATENT-2-Studie zeigte sich eine gute Verträglichkeit für Riociguat und ein gutes Sicherheitsprofil auch in der Langzeitbehandlung, sowohl für unbehandelte als auch für vorbehandelte Patienten mit PAH. Die häufigsten medikamentenbedingten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Schwindel, Verdauungsstörungen und niedriger Blutdruck.

Wurde Riociguat nach Beendigung von PATENT-1 weiter eingenommen, so wurden zusätzliche Verbesserungen im Sechs-Minuten-Gehtest erreicht. Nach weiteren 12 Wochen Behandlung in der PATENT-2-Studie hatte sich die zurückgelegte Distanz im Sechs-Minuten-Gehtest bei diesen Patienten gegenüber dem Ausgangswert der Zulassungsstudie PATENT-1 noch weiter verbessert. Die Patienten, die in der ersten Studie mit Placebo behandelt worden waren, erreichten nun unter Riociguat eine ähnliche Verbesserung.

Auch die Funktionsklasse nach WHO verbesserte sich unter Weiterführung der Riociguat-Behandlung noch weiter. In einer Patientenkohorte aus der Studie, die inzwischen ein Jahr lang mit der Studienmedikation behandelt wurde, zeigte sich eine nachhaltige Wirkung sowohl beim Sechs-Minuten-Gehtest als auch bei der Funktionsklasse nach WHO.

Die Präsentation dieser positiven Daten folgt auf den Status der vorrangigen Prüfung ("Priority Review"), den die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) dem Zulassungsantrag für Riociguat kürzlich gewährt hat.

Über die Ergebnisse der Interimsanalyse der PATENT-2-Studie

PATENT-2 ist die offene Langzeitstudie für die multinationale und multizentrische Phase-III-Studie PATENT-1. Sie wird derzeit in 30 Ländern durchgeführt. In der randomisierten, placebokontrollierten und doppelblind durchgeführten Zulassungsstudie PATENT-1 erhielten unbehandelte oder vorbehandelte Patienten mit pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) über einen Zeitraum von 12 Wochen entweder Placebo oder Riociguat in einer von zwei verschiedenen Dosistitrationsgruppen - entweder eine individuelle oder eine exploratorische, gedeckelte Dosistitration. Etwa 90% der Patienten aus der PATENT-1-Studie setzten die Behandlung in der PATENT-2-Studie fort. Das primäre Studienziel ist hier die Untersuchung des Sicherheitsprofils von Riociguat in der Langzeitbehandlung. Als sekundäres Studienziel wurde auch die Nachhaltigkeit der in der ersten Studie erzielten Behandlungserfolge beim Sechs-Minuten-Gehtest und bei der Funktionsklasse nach WHO untersucht.

Während der ersten, acht Wochen dauernden Studienphase von PATENT-2 wurde eine doppelblinde Pseudo-Titration durchgeführt. Die Patienten der ursprünglichen Riociguat-Gruppe mit individueller Titration erhielten weiterhin ihre vorher ermittelte optimale Dosis von bis zu 2,5 mg dreimal täglich, die Patienten der ehemaligen Riociguat-Gruppe mit gedeckelter Titration (bis zu 1,5 mg dreimal täglich) und die ehemaligen Placebo-Patienten wurden bis auf ihre optimale Riociguat-Dosis auftitriert (bis zu 2,5 mg dreimal täglich).

Die erste Zwischenauswertung der PATENT-2-Studie zeigt eine gute Verträglichkeit von Riociguat mit gutem Sicherheitsprofil auch in der Langzeitanwendung, und zwar sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Endothelin-Rezeptorantagonisten (ERAs) oder mit nicht intravenösen Prostanoiden. Nebenwirkungen wurden von 334 Patienten in der PATENT-2-Studie berichtet (92%), wobei 185 Patienten (51%) medikamentenbedingte Nebenwirkungen entwickelten. Die häufigsten medikamentenbedingten Nebenwirkungen (Auftreten bei mehr als 5%) waren Kopfschmerzen (8%), Schwindel (8%), Verdauungsstörungen (7%), und niedriger Blutdruck (5%). 140 Patienten (39%) berichteten über schwere Nebenwirkungen, in 17 Fällen (5%) wurden diese vom behandelnden Studienarzt/ärztin als medikamentenbedingt eingestuft.

Nach 12 Wochen in der PATENT-2-Studie hatte sich die zurückgelegte Distanz im Sechs-Minuten-Gehtest gegenüber dem Ausgangswert zu Beginn der PATENT-1-Studie bei den Patienten mit ehemals individueller Riociguat-Titration um 53 Meter verbessert, bei den Patienten mit ehemals gedeckelter Riociguat-Titration um 54 Meter und bei den ehemaligen Placebo-Patienten um 42 Meter. In der Kohorte der Patienten, die seit einem Jahr mit der Studienmedikation behandelt worden sind, hat sich die Gehstrecke im Sechs-Minuten-Gehtest im Vergleich zum Ausgangswert der PATENT-1-Studie um 48 Meter verbessert. Dieses ermutigende Ergebnis sollte allerdings zunächst mit Vorsicht interpretiert werden, bis die kompletten Ein-Jahres-Daten für alle Patienten in der PATENT-2-Studie vorliegen.

Nach 12 Wochen Behandlung in der PATENT-2-Studie wurde bei 34% der ehemals individuell titrierten Riociguat-Patienten, bei 33% der ehemals gedeckelt titrierten Riociguat-Patienten und bei 22% der ehemaligen Placebo-Patienten eine Verbesserung in der Funktionsklasse nach WHO festgestellt. In der Kohorte der Patienten, die bereits ein Jahr lang die Studienmedikation erhalten haben, hat sich die WHO-Funktionsklasse gegenüber dem Ausgangswert der PATENT-1-Studie bei 36% verbessert, bei 58% stabilisiert und bei 7% verschlechtert. Auch hier müssen die ermutigenden Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden, bis die kompletten Ein-Jahres-Daten für alle Patienten in der PATENT-2-Studie vorliegen.

Nach einem Jahr lebten noch 96% der Patienten in der PATENT-2-Studie, 86% hatten keine klinische Verschlechterung erlebt. Insgesamt 46 Patienten (13%) erhielten während der PATENT-2-Studie noch eine zusätzliche Medikation zur Behandlung des Lungenhochdrucks.

Über die pulmonal-arterielle Hypertonie

Die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) ist eine seltene und lebensbedrohliche Krankheit, bei der der Druck in den Lungenarterien erhöht ist. Die PAH ist charakterisiert durch morphologische Veränderungen der inneren Auskleidung der Lungenarterien (Endothel). Daraus resultieren ein 're-modeling' des Gewebes, Vasokonstriktion und Blutgerinnsel in den kleinen Blutgefäßen (In-situ-Thrombose). Aufgrund dieser Veränderungen ziehen sich die Blutgefäße in der Lunge zusammen, und das Herz muss stärker arbeiten, um Blut in die Lunge zu pumpen. Weltweit sind schätzungsweise 52 Menschen pro Million Einwohner von PAH betroffen. Jüngere Frauen leiden öfter unter PAH als Männer. Meist findet sich keine Ursache, in einigen Fällen scheint die Krankheit auch erblich zu sein.

Obwohl es inzwischen mehrere zugelassene Medikamente für die Behandlung der PAH gibt, bleibt die Prognose für die Patienten ungünstig.

Über Riociguat

Riociguat (BAY 63-2521) ist ein Stimulator der löslichen Guanylatcyclase (sGC), der erste Vertreter einer neuartigen Medikamentenklasse, der als neuer und spezifischer Behandlungsansatz für verschiedene Formen des Lungenhochdrucks untersucht wird. sGC ist ein Enzym, das im Herz-Lungensystem vorkommt und der Rezeptor für Stickstoffmonoxid (NO). Wenn NO an sGC bindet, katalysiert das Enzym die Synthese des Signalmoleküls 'zyklisches Guanosinmonophosphat' (cGMP). cGMP spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung zellulärer Funktionen wie Gefäßspannung, Zellvermehrung, Fibrose und Entzündung.

Lungenhochdruck ist verbunden mit einer Fehlfunktion der Gefäßwände (Endothel), einer verminderten NO-Synthese und in Folge dessen einer unzureichenden Stimulierung der sGC. Riociguat hat einen einzigartigen Wirkmechanismus - es sensibilisiert sGC für das körpereigene NO, indem es die NO-sGC-Verbindung stabilisiert. Riociguat stimuliert sGC auch direkt über eine andere Bindungsstelle, unabhängig von NO. Als Stimulator der sGC adressiert Riociguat den NO-Mangel, indem es den NO-sGC-cGMP Signalweg wiederherstellt, was zu einer vermehrten Bildung von cGMP führt.

Mit seinem neuen Wirkmechanismus hat Riociguat das Potenzial, eine Reihe von Einschränkungen derzeit zugelassener PAH-Medikamente zu überwinden, einschließlich der NO-Abhängigkeit, und ist das erste Medikament, das klinischen Nutzen in CTEPH nachweisen konnte, wo keine medikamentöse Behandlung zugelassen ist.

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