Devisenfokus: US-Dollar

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) .
- Während der Euro gegenüber dem Dollar etwas nachgab, geriet der Japanische Yen erneut deutlich unter Druck. Noch stärker verlor der Australische Dollar. Die Währungen aus Schwellenländern zeigten sich überwiegend freundlicher.
- Den Euro belasteten einerseits schwächere Konjunkturdaten aus der Eurozone sowie die EZB-Zinssenkung, andererseits die wachsende Erwartung auf ein vorzeitiges Ende der sehr expansiven US-Geldpolitik. Kurzfristig dürfte die Federal Reserve noch zögern, bis Jahresende aber dann doch ihr Wertpapierkaufprogramm herunterfahren, der Euro-Dollar-Kurs wird deswegen vermutlich weiter nachgeben.
- Helaba Währungsprognosen

USD: Fed gibt einen Schub

Der Euro-Dollar-Kurs pendelt sich wieder unter 1,30 ein. Die leichte Abwertung des Euro erklärt sich kaum durch die europäische Schuldenkrise, denn hier stehen, auch nachdem Italien eine neue Regierung gefunden hat, die Signale eher auf Entspannung. Die Risikoaufschläge für Peripherieanleihen sind wieder gesunken. Die konjunkturelle Situation in der Eurozone hingegen enttäuscht weiter. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte zu Jahresbeginn nun zum sechsten Mal in Folge. Die EZB reagierte und senkte ihren Leitzins auf 0,5 %, zumal sich die Inflation mittlerweile deutlich unterhalb der Zielmarke befindet.

Wichtiger für den Euro-Dollar-Kurs war zuletzt aber wohl weniger die enttäuschende Entwicklung in der Eurozone als die in den USA. Das US-Wachstum zeigt sich zwar nicht überschwenglich, aber doch sehr widerstandsfähig. Schließlich kürzt mangels anderer Einigung im Kongress die USRegierung recht kräftig die Ausgaben. Dennoch wächst die Wirtschaft solide. Bei den Unternehmen ist die Stimmung nur moderat positiv. Aber der US-Verbraucher lässt sich nicht beirren und gibt sein Geld aus, zumal die Beschäftigung spürbar zulegt und die Arbeitslosenquote deutlich zurückgeht. Außerdem erholt sich der Wohnimmobilienmarkt weiter. Die Federal Reserve wird angesichts der positiveren Tendenz nervös und überlegt ihr Kaufprogramm zu reduzieren. Auch wenn die Fed kurzfristig wohl noch nicht reagieren wird, so dürfte sie im Verlauf des zweiten Halbjahres 2013 ihre Wertpapierkäufe herunterfahren. Bislang hatte die sehr expansive USGeldpolitik einen stärkeren Anstieg des US-Dollar verhindert, abgesehen von nervösen Marktphasen, in denen der Greenback als sicherer Anlagehafen gesucht war. Diesmal wird der Greenback wohl aus eigener Stärke zulegen können.

In der Eurozone dürfte sich die Konjunktur im Jahresverlauf allmählich fangen, die Rezession wird überwunden. Deswegen wird die EZB vermutlich auch keine neuen signifikanten Maßnahmen ergreifen. Die europäische Schuldenkrise wird sich damit tendenziell weiter entspannen. Grundsätzlich spricht dies zwar für eine Stabilisierung des Euro. Jedoch ist das Anstiegspotenzial mangels Aussichten auf eine restriktivere Geldpolitik begrenzt. Vielmehr sollte im zweiten Halbjahr die Fed den Euro-Dollar-Kurs dominieren. Die weniger expansive Geldpolitik wird dem US-Dollar einen Schub geben, der Euro-Dollar-Kurs dürfte bis Jahresende auf 1,25 fallen.

Kontakt

Landesbank Hessen-Thüringen
Neue Mainzer Straße 52-58
D-60311 Frankfurt am Main
Christian Apelt
Social Media