Der Arbeitsmarkt im Mai

Frühjahrsbelebung bleibt weiter hinter den Erwartungen zurück
(lifePR) (Hessen, ) .
- Übliche Frühjahrsbelebung setzt ein, fällt jedoch schwach aus
- Arbeitslosenzahlen steigen im Vorjahresvergleich weiter an
- Offene Stellen gehen deutlich zurück

Die übliche Frühjahrsbelebung hat die Arbeitslosenzahlen im Mai zwar merklich sinken lassen, die Entwicklung bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, sieht sich in seiner vorsichtigen Prognose der Vormonate bestätigt: "Der hessische Arbeitsmarkt ist unverändert stabil und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst, die wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie das schwache vierte Quartal 2012 haben jedoch zuletzt ihre Spuren hinterlassen. Unsere ursprüngliche Hoffnung, die Arbeitslosigkeit etwa auf Vorjahresniveau zu stabilisieren, wird zunehmend schwieriger zu erreichen. Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt wird langsamer, und alle verfügbaren Frühindikatoren bestätigen diese leicht negative Entwicklung auch für die kommenden Monate. Die wirtschaftliche Untersicherheit macht sich zudem auch auf dem Ausbildungsstellenmarkt bemerkbar."

Noch im Dezember 2012 gingen die Regionaldirektion Hessen und das IAB Hessen in ihrer Prognose für das Jahr 2013 nur von einer leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit um rund 3000 Personen aus; somit wurden für Hessen im Jahresdurchschnitt 181 000 Arbeitslose erwartet.

Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im Mai 2013 zurückgegangen. Insgesamt waren 186.448 Frauen und Männer arbeitslos. Das waren 2,0 Prozent (3.870) weniger als im April, aber 5,4 Prozent (9.583) mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,8 Prozent (April: 6,1 Prozent). Im Vorjahresmonat lag die Quote bei 5,6 Prozent.

Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 1.000. Im Vergleich zum Vorjahr ist sogar ein Anstieg um 10.000 zu verzeichnen.

Die Entwicklung bei den Personengruppen der Männer, jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren sowie den Über-50-Jährigen bleibt weiterhin problematisch. Obwohl saisonüblich die Zahl der arbeitslosen Männer auf 99.841 gesunken ist, liegt die Zahl mit einem deutlichen Anstieg von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr über den Erwartungen. Somit liegt ihr Anteil an allen Arbeitslosen in Hessen bei 53,5 Prozent. Von einem hohen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sind auch jüngere Menschen betroffen. 17.336 junge Frauen und Männer (15 bis 25 Jahre) sind derzeit auf der Suche nach einem Job, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 9,3 Prozent. Mit einem Anstieg von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt die Zahl der arbeitslosen Menschen ab 50 Jahren und älter jetzt bei 57.697 (30,9 Prozent aller Arbeitslosen).

Stellenzugänge weiterhin rückläufig

Der Zugang an offenen Stellen hat sich in den letzten zwei Jahren signifikant verändert. Von Januar bis Mai 2013 gingen bei den Agenturen für Arbeit in Hessen 51.374 offene Stellen ein. Das sind rund 26,0 Prozent weniger als noch im gleichen Zeitraum des Jahres 2011. Im Bestand befinden sich derzeit 32.864 Stellen.

Beschäftigungsentwicklung bleibt konstant

Mit einem Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 0,9 Prozent im März 2013 im Vergleich zum Vorjahr liegt Hessen weiterhin hinter dem Bund (+1,3 Prozent) und Westdeutschland (+1,4 Prozent) zurück. Der hochgerechnete, vorläufige Wert beläuft sich auf 2.287.100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die höchsten prozentualen Beschäftigungsanstiege gab es in den Bereichen Information und Kommunikation (+ 7,4 Prozent), dem Gastgewerbe (+ 2,5 Prozent) und dem Verarbeitenden Gewerbe (+ 2,0 Prozent).

Aus den Regionen: Niedrigste Arbeitslosenquote in Fulda

Im Ranking der 26 hessischen Kreise und kreisfreien Städten liegt Fulda (3,5 Prozent) weiter vor dem Hochtaunuskreis (4,0 Prozent). Die höchste Arbeitslosenquote weist mit 10,9 Prozent die Stadt Offenbach auf. In 23 von 26 hessischen Regionen war die Arbeitslosigkeit höher als vor einem Jahr. Am deutlichsten machte sich der Anstieg in Darmstadt-Dieburg (+16,2 Prozent), dem Wetteraukreis (+15,5 Prozent) und Darmstadt-Stadt (+ 15,2 Prozent) bemerkbar. Die Arbeitslosenquoten der Regierungsbezirke verteilten sich wie folgt: Darmstadt: 5,9 Prozent, Gießen: 5,8 Prozent und Kassel: 5,8 Prozent.

Ausbildungsmarkt: Weniger Ausbildungsstellen als Bewerber/innen

Bis zum Mai 2013 meldeten sich 36.412 Bewerberinnen und Bewerber bei den Agenturen für Arbeit in Hessen. Das sind 2,0 Prozent weniger als im letzten Jahr. Ihnen gegenüber stehen 28.889 gemeldete Lehrstellen, 8,7 Prozent weniger als im Ausbildungsjahr 2011/2012.

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Angela Köth
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