Deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit

(lifePR) (Nürnberg, ) Im Mai waren in Sachsen mit rund 199.500 Frauen und Männern deutlich weniger Menschen in den Arbeitsagenturen und Grundsicherungsstellen arbeitslos gemeldet, als im Vormonat und Vorjahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,4 Prozent erstmals in diesem Jahr im einstelligen Bereich.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist insbesondere auf die stabile konjunkturelle Situation in Sachsen zurückzuführen. Aber auch Aufholprozesse nach dem langen Winter führen in Außenberufen zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit.

„Die gute Entwicklung auf dem sächsischen Arbeitsmarkt hat sich auch im Mai fortgesetzt. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Sachsen ist in erster Linie auf die relativ stabile konjunkturelle Entwicklung, aber auch auf witterungsbedingte Nachholeffekte im Zuge der anhaltenden Frühjahresbelebung zurückzuführen. Aktuell stehen die Chancen auf eine neue Beschäftigung recht gut“, sagte Konstantine Duscha, Vizechefin der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Mai: 199.525
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich: -13.011 oder -6,1 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: -8.294 oder -4,0 Prozent
Arbeitslosenquote im Mai: 9,4 Prozent

Arbeitslosigkeit


Die Arbeitslosigkeit ist im Monatsverlauf weiter zurückgegangen. Aktuell sind in Sachsen 199.525 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vormonatsvergleich sind das 13.011 weniger. Damit liegt der Rückgang über dem Niveau der vergangenen zwei Jahre.

Blendet man jahreszeitliche Einflüsse aus, entwickelt sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr weiter positiv. Die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit liegt mit aktuell 200.000 Personen um 2.000 in etwa auf dem Niveau von April und um 8.000 unter dem Wert vom Mai 2012.

Im Mai wurden 28,7 Prozent aller Arbeitslosen (57.173) im Rechtskreis SGB III von einer Agentur für Arbeit und 71,3 Prozent (142.352) im Rechtskreis SGB II von einem Träger der Grundsicherung betreut. Im Vergleich zum Vormonat sind sowohl in den Arbeitsagenturen, als auch in den Jobcentern weniger arbeitslose Frauen und Männer gemeldet.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich entwickelt. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung hat sie sich um 3.715 Personen (6,9 Prozent) erhöht während sie in der Grundsicherung um 12.009 Personen (7,8 Prozent) zurückging.

Die Arbeitslosenquote liegt mit 9,4 Prozent erstmals im Jahr 2013 im einstelligen Bereich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte. Differenziert nach Rechtskreisen liegt die Arbeitslosenquote im Bereich der Arbeitslosenversicherung bei 2,7 Prozent und im Bereich der Grundsicherung bei 6,7 Prozent.

Beschäftigung

Im März 2013 waren in Sachsen nach ersten Hochrechnungen rund 1,444 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Zuwachs von 7.300 liegt der Beschäftigungsanstieg gegenüber dem Vorjahr bei 0,5 Prozent.

Den kräftigsten Beschäftigungsaufbau gab es im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 6.600), im Gastgewerbe (plus 1.900) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (plus 1.800). Aber auch in den Bereichen Information und Kommunikation (plus 1.300) sowie Verkehr und Lagerei (plus 800) sind deutlich mehr Menschen beschäftigt als noch vor einem Jahr.

„Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist weiter auf Wachstumskurs. Diese Entwicklung zeigt sich sowohl in der tatsächlichen als auch in der um saisonale Einflüsse bereinigten Beschäftigung. Das ist ein positives Signal aus der sächsischen Wirtschaft“, so Duscha.

Die saisonbereinigte sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, welche um jahreszeitliche und witterungsbedingte Faktoren korrigiert ist, stieg im März 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 7.000 auf rund 1,461 Millionen Beschäftigte.

Arbeitskräftenachfrage

In diesem Jahr wurden insgesamt 37.158 freie Arbeitsstellen gemeldet. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,9 Prozent. Im Mai wurden den elf sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 7.525 neue Stellen gemeldet, 2,9 Prozent mehr als im Vormonat, jedoch 27,2 Prozent weniger als im Mai 2012. Die meisten freien Stellen meldeten Arbeitgeber aus der Zeitarbeit (1.944), dem Verarbeitenden Gewerbe (838), dem Baugewerbe (718) sowie aus dem Gesundheits- und Sozialwesen (700).

„Die Einstellungsbereitschaft der sächsischen Betriebe stabilisiert sich. Mit über 18.000 freien Stellen sind die Chancen auf eine neue Beschäftigung recht gut. Etwa 15.600 können sofort besetzt werden“, erklärt Duscha.

In der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sind die freien Stellen veröffentlicht und können von Interessenten per Internet unter www.arbeitsagentur.de oder auch mobil mit der neuen Smartphone-App abrufen werden.

Unterbeschäftigung

Im Mai 2013 haben nach ersten Hochrechnungen 68.800 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, z.B. Weiterbildungen, Praktika in Betrieben und Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten teilgenommen und dadurch den Arbeitsmarkt entlastet. Das waren etwa 3.300 oder 4,5 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – belief sich insgesamt auf 268.300 Personen. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Mai 2012 um 11.600 oder 4,1 Prozent.

Damit liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 74,4 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Unterbeschäftigungsquote im Mai bei 12,4 Prozent.

Der sächsische Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2012 bis Mai 2013 haben insgesamt 17.207 Mädchen und Jungen mit Hilfe der Berufsberatung einen Ausbildungsplatz gesucht. Das sind 776 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern (gemeinsame Einrichtungen) insgesamt 16.479 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 758 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Aktuell sind in Sachsen noch 8.714 gemeldete Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 9.480 freie Ausbildungsstellen.

„Auf den ersten Blick scheint der sächsische Ausbildungsmarkt recht ausgeglichen. Die Chancen auf einen Lehrvertrag stehen rein rechnerisch gut. So gibt es mehr freie Ausbildungsplätze als Bewerber, die noch auf der Suche nach einem Lehrvertrag sind“, erklärt Duscha.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Angebot und Nachfrage nicht immer zusammenpassen. Unterschiede in den schulischen Leistungen der Bewerber und dem Anforderungsprofil der Betriebe, aber auch bei den angebotenen und nachgefragten Berufen sowie in der räumlichen Entfernung zwischen Ausbildungsbewerbern und den zu besetzenden Ausbildungsstellen gehören zu den Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt.

„Jugendliche sollten deshalb regional flexibel sein oder mit Hilfe der Berufsberatung geeignete Alternativen zum Wunschberuf entwickeln. Die Berufsberater helfen, eigene Stärken und Talente zu finden, unterstützen mit der Beratung zu den mehr als 300 Ausbildungsberufen und können gleich vor Ort freie Ausbildungsstellen anbieten“, so Duscha. Zudem kennen die Berater regionale Besonderheiten, und beraten die Jugendlichen auch unter Berücksichtigung der aktuellen Arbeitsmarktentwicklung.

Gute Ausbildungschancen bestehen zum Beispiel im Bereich der Kunststoff und Kautschukherstellung, im Verkauf von Lebensmitteln (Fleischerei/Bäckerei), in der Metalloberflächenbehandlung sowie in der Energie- und Werkzeugtechnik. In diesen Berufen stehen einem Bewerber bis zu zehn freie Ausbildungsstellen gegenüber.

Personalentscheider treffen häufig noch allein auf Grundlage von Schulnoten ihre Entscheidungen oder lassen ihre freien Ausbildungsstellen unbesetzt. Mit Blick auf die steigenden Fachkräftebedarfe sollten Ausbildungsbetriebe auch schwächeren Jugendlichen eine Chance geben. „Teamfähigkeit und Motivation sowie Talente, besondere Fähigkeiten und auch Hobbies sollten mehr einbezogen werden. Entscheidungen allein auf Grundlage von Schulnoten sind nicht der Schlüssel zum Erfolg und damit zum richtigen Fachkräftenachwuchs“ sagte Duscha.

Betriebe die leistungsschwächeren Schülern eine Chance geben, werden im Falle von Ausbildungsproblemen von der Arbeitsagentur unterstützt. Durch ausbildungsbegleitende Hilfen – Nachhilfeunterricht in Theorie oder Praxis – können fehlende Kenntnisse oder schlechtere Ergebnisse in der Berufsschule ausgeglichen werden. Dieser Stützunterricht kostet den Betrieb keinen Cent und findet außerhalb der Arbeits- oder Schulzeit statt.

Hilfe und Unterstützung rund um die Themen Ausbildung und Beruf gibt es bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur vor Ort. Über die Hotline der Bundesagentur für Arbeit können die Jugendlichen einen Termin mit ihrem Berufsberater vereinbaren.
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