Nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt trifft Langzeitarbeitslose

(lifePR) (Stuttgart, ) .
- Mehr als die Hälfte aller Arbeitslosen sind Hartz-IV-Empfänger
- Öffentlich geförderter Arbeitsmarkt ist unumgänglich

Im Mai 2013 ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr um 18.619 Arbeitslose oder 8,6 Prozent auf 234.087 Personen gestiegen. Rechnet man die Personen dazu, die derzeit in Maßnahmen der Arbeitsagentur sind, sind tatsächlich 311.592 Personen unterbeschäftigt. Gleichzeitig hat sich die Zahl der gemeldeten freien Stellen in diesem Monat laut Regionaldirektion aber um 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verringert. 71.211 Personen oder 30,4 Prozent aller Arbeitslosen sind länger als ein Jahr arbeitslos - das sind über 500 Personen mehr als im letzten Monat. Diese Zahlen zeigen: Immer mehr Menschen geraten in die Gefahr, langzeitarbeitslos zu werden. Ihre Chancen auf Rückkehr in den Arbeitsmarkt werden mit der Dauer der Arbeitslosigkeit immer geringer. Zwar konnten im Januar 59.812 ihre Arbeitslosigkeit beenden. Nur ein geringer Teil davon hat wirklich Arbeit gefunden. Denn 45,4 Prozent von ihnen, bei den Hartz-IV-Empfängern sogar 57,6 Prozent, gingen in Nichterwerbstätigkeit oder in einen unbekannten Status.

Die offizielle Zahl der Langzeitarbeitslosen zeigt nur einen Teil der Wahrheit. Denn tatsächlich sind es erheblich mehr. Schon kurzfristige Unterbrechungen (Krankheit, kurzfristige Jobs etc.) führen zur Beendigung der statistischen Langzeitarbeitslosigkeit. Deshalb sind 132.771 oder 56,7 Prozent aller Arbeitslosen im Februar Hartz-IV-Empfänger. Dazu gehören die, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, und die, die sich keinen Anspruch auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung erarbeiten konnten, weil sie nur kurzfristig beschäftigt waren. Insgesamt sind mit Angehörigen 431.745 Menschen in Baden-Württemberg Hartz-IV-Empfänger. Problematisch für diese ist die lange Zeit der Arbeitslosigkeit. Die durchschnittliche Dauer ihrer Arbeitslosigkeit beträgt jetzt 515 Tage, während es im Mai letzten Jahres 502 Tage waren. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) muss sich nahezu die Hälfte ehemaliger Arbeitslosengeld-II-Empfänger nach einer Arbeitsaufnahme binnen eines halben Jahres erneut arbeitslos melden. 30 Prozent derer, die sich nach einer Beschäftigung arbeitslos melden müssen, erhalten direkt wieder SGB-II-Leistungen, weil es ihnen nicht gelungen ist, Ansprüche der Arbeitslosenversicherung zu erarbeiten.

Die nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt, bedeutet: Immer mehr Menschen haben ohne Unterstützung keine Aussicht auf Integration und Teilhabe. Langzeitarbeitslosigkeit ist die Hauptursache für langfristige Armut und Ausgrenzung. Nach Meinung der Diakonie ist deshalb die Politik gefordert, die arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen erheblich zu verstärken. Sie fordert die Bundesregierung und die Bundesagentur auf, vor allem die öffentlich geförderte Beschäftigung wieder zu verstärken, damit Langzeitarbeitslose eine Chance auf Teilhabe und menschenwürdiges Leben haben.

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Peter Ruf
Presse, Kommunikation und Internationale Diakonie
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