DJV: Wissensbasierter Prozess muss fortgesetzt werden

(lifePR) (Berlin/Marburg, ) Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) fordert eine bundeseinheitliche Regelung für den Einsatz von alternativen Jagdbüchsengeschossen. Ziel von Politik und Verbänden muss es sein, in den nächsten Jahren die Entwicklung innovativer Jagdmunition zu unterstützen, um die Lebensmittelqualität von Wildbret weiter zu verbessern und dem Tier- sowie dem Umweltschutz stärker Rechnung zu tragen. Das bekräftigte DJV-Präsident Hartwig Fischer anlässlich des Bundesjägertages 2013 in Marburg.

"Wildbret ist ein qualitativ hochwertiges und nachhaltiges Lebensmittel, das Jägerinnen und Jäger in Deutschland gewinnen und vermarkten", so Fischer. "Dazu benötigen wir aber ein Handwerkszeug, auf das wir uns verlassen können." In der Debatte um bleifreie Jagdbüchsenmunition sind für den DJV zentrale Fragen noch ungeklärt. So müsse das laufende Lebensmittelsicherheitsprojekt von Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) abgeschlossen werden. Nach der Vorstellung erster Zwischenergebnisse im März auf der BfR-Tagung "Alle(s) Wild?" könnten weiterführende Analysen der vorliegenden Datensätze dazu dienen, optimale Geschosse zu identifizieren. Innovative Geschosskonstruktionen sollten so wenig Material wie möglich in das Lebensmittel eintragen, tierschutzgerecht töten und größtmögliche Sicherheit im jagdlichen Alltag gewährleisten.

Weiterhin müssen nach Angaben des DJV einheitliche und verbindliche Wirksamkeitskriterien für Jagdbüchsenmunition aufgestellt werden. Laut einer Studie im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) befindet sich im Moment Munition am Markt, die unter bestimmten Bedingungen nachweislich nicht tierschutzgerecht tötet. Eine DJV-Umfrage unter Jägern kam zu ähnlichen Rückschlüssen. Der DJV fordert daher einheitliche und verbindliche Kriterien, die die Anforderungen für die Wirksamkeit von Munition im Ziel definieren - und zwar vor einer politischen Umstellung auf bleifreie Büchsenmunition.

Die Sicherheit zahlreicher Schießstände bezüglich der Verwendung neuer Büchsengeschosse ist ebenso zu klären. Bestimmte Schießstände in Deutschland sind nur für bleihaltige Munition zugelassen. Nach Angaben der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (DEVA) müssen Schießstände hinsichtlich ihrer Tauglichkeit für den Einsatz bleifreier Geschosse überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Eine bundesweit einheitliche Regelung sei eine elementare Voraussetzung für die Umstellung auf bleifreie Büchsenmunition, so Fischer. Dabei sind besonders die Finanzierungsfragen zu klären.

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