KUCSKO: where does this message come from

Single foto video loop, 4 min, s/w
(lifePR) (Wien, ) .
- 12.6.- 30.9.2013 - Gassenlokal Berggasse 19
- Eröffnung am 12.6.2013, 18:00 Uhr
Begleitend zur Installation erscheint ein viersprachiges Booklet.

Das Sigmund Freud Museum zeigt im Gassenlokal des Hauses Berggasse 19 die Video-Installation "where does this message come from" von Guido Kucsko mit dem Sound-track "not yet over" von Karlheinz Essl.

Guido Kucsko über das Video "where does this message come from"

"Die Hand - eines unserer wichtigsten Kommunikationsmittel. Eine Geste, ein Signal, "Halt", "Komme näher", "Vielleicht" - alltäglich und gewohnt sind jene Botschaften, die wir willentlich und unwillentlich mit unseren Händen vermitteln. Die Hand im Videoloop transportiert vieldeutige Informationen. Unmotiviert und heftig bewegt sie sich, um dann wieder in völliger Ruhe zu verharren. Wir sehen eine Botschaft, aber sie entzieht sich scheinbar der Deutung. Die Botschaft steht für sich allein, die Ursache der eindringlichen Bewegung ist nicht bekannt. Ebenso entzieht sich das Symptom des Patienten der selbsterklärenden Information. Dabei geht es um jene Symptome, deren Ursache und Ursprung Sigmund Freud beschäftigt haben.

Die Frage nach der Herkunft, dem Ursprung einer Botschaft, nach dem Schöpfer, dem Urheber eines Werks, hat durch das digitale Schaffen und die globale Distribution von Inhalten, Nachrichten und Produkten eine neue Dimension erhalten. Marken sind definiert durch die "Herkunftsfunktion", also durch ihre Eigenschaft, auf die Herkunft einer Ware oder Dienstleistung aus einer bestimmten Herkunftsquelle zu verweisen. Sie gewähren Orientierung in der Fülle der Angebote. "Geistiges Eigentum" im urheberrechtlichen Sinn kann nur dort existieren und durchgesetzt werden, wo eine Zuordnung des Werks zu einem Rechtssubjekt (originär zu einem schöpferischen Menschen und derivativ zu einem individualisierten Rechtssubjekt) möglich ist. Die Frage nach der Quelle ist auch juristisch zentral bedeutend."

Das Video "where does this message come from" ist aus einem einzigen vorbestehenden Foto entstanden (also gleichsam der gegenteilige Vorgang zum Entnehmen eines Stills aus einem Film). Es zeigt eine künstliche Hand, die auf einer schwebenden Glasplatte liegend einem Magier der vorigen Jahrhundertwende dazu diente, Botschaften aus dem Jenseits durch Klopfsignale wahrnehmbar zu machen.

Guido Kucsko lebt und arbeitet in Wien. Seine konzeptuellen Arbeiten - etwa "Collect" (Galerie Ulysses, 2012), "Double Coated IP Capsule" (Bank Austria Kunstforum/Tresor, 2011), "It's very nature" (Galerie Grita Insam, 2009) - thematisieren Fragestellungen zum geistigen Schaffen. Er lehrt "Geistiges Eigentum" an der Universität Wien und praktiziert dieses Fachgebiet als Anwalt.
www.kucsko.com

Karlheinz Essl über den Soundtrack

"Am 7. Dezember 1938 interviewte ein Radioteam der BBC Sigmund Freud. Seine Stimme in diesem Tondokument und die Vorgaben des Videos "where does this message come from" bildeten die Ausgangspunkte meiner Klangarbeit "not yet over". Die einzige erhaltene Audioaufnahme von Freuds Stimme wurde in Klangpartikel aufgespalten und durch spezielle Algorithmen der Granularsynthese neu zusammengefügt. Durch Dekonstruktion und Resynthese entstand so der Soundtrack zu dieser Videoinstallation."
www.essl.at

Kunst im Gassenlokal

2001 erhielt das Sigmund Freud Museum im Rahmen einer Erweiterung das Geschäftslokal im Haus, in dem sich zu Freuds Zeiten die Fleischerei von Siegmund Kornmehl befand. Durch dieses Gassenlokal erhielt das Museum eine "Außenfläche". Die Schaufenster des Gassenlokals definieren den Eingangsbereich neu zu einer künstlerischen Interventionsfläche. Als erstes Signal wurde im Jänner 2002 der amerikanische Künstler Joseph Kosuth eingeladen, sich mit dieser neuen Form der Berührung von Museum und Außenraum auseinander zu setzen. Im Rahmen des 2011 abgeschlossenen Installationszyklus "A View from Outside" mit seinen Fortsetzungen "Continued" und "Reloaded" waren unter anderem Arbeiten von Louise Bourgeois, Ernesto Neto, Clegg&Guttmann und Lala Rascic zu sehen.

Kontakt

Sigmund Freud Museum Wien
Berggasse 19
A-1090 Wien
Peter Nömaier
Sigmund Freud Privatstiftung
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