Verpflichtender Eintrag in KfW-Energieexpertenliste bremst energetische Gebäudesanierung aus

(lifePR) (Mannheim, ) "Wer die von allen gewünschte flächendeckende energetische Gebäudesanierung will, der sollte den Energieberatern keine Steine in den Weg legen", kritisierte Walter Tschischka, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, die verschärften Bedingungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Beratungsförderung. Ab Juni müssen Energieberater, die als Sachverständige eine energetische Gebäudesanierung begleiten, in der Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie Agentur (dena) eingetragen sein und ein erhöhtes Weiterbildungspensum absolvieren.

Bisher sind bundesweit lediglich 4.233 Berater in dieser Liste eingetragen. Zum Vergleich: Alleine zum baden-württembergischen Förderprogramm EnergieSparCheck sind rund 720 qualifizierte Energieberater eingetragen. "Die Eintragung in die dena-Liste kostet 150 Euro und die Gebäudeenergieberater müssen innerhalb von zwei Jahren 16 Weiterbildungsstunden nachweisen", erklärt Tschischka die relativ niedrige deutschlandweite Zahl der gelisteten Berater. Im Zuge der verpflichtenden Eintragung müssen sich Gebäudeenergieberater künftig sogar alle zwei Jahre 80 Stunden fortbilden, um den Listeneintrag nicht zu verlieren. "Das ist deutlich überzogen und schießt übers Ziel hinaus", findet Tschischka. Natürlich sei auch theoretisches Wissen wichtig, aber in der Beratung brauche es vor allem qualifizierte Praktiker, die wissen, worauf es ankommt und was funktioniert. Neben der erforderlichen Listung für eine Baubegleitung hat die KfW zudem angekündigt, die Expertenliste der dena zum 1. Februar 2014 als zwingende Voraussetzung für eine Teilhabe an den KfW-Programmen "Energieeffizient Bauen" und "Energieeffizient Sanieren" verbindlich einzuführen.

Bereits zum 1. März 2013 hatte die KfW mit der Einführung der "Vorhabensbezogenen Unabhängigkeit" die Energieberater des Handwerks in weiten Teilen ausgeschlossen. Dem folgte die L-Bank mit ihrem Programm "Energieeffizienzfinanzierung - Sanieren". Die L-Bank sollte nicht nachmachen, was die KfW falsch mache, meinte Tschischka. Erklärtes Ziel der L-Bank sei es schließlich, Baden-Württemberg zu einem ökologischen Standort umzubauen und dafür die passenden Förderangebote zu schaffen. Tschischka: "Wenn die L-Bank nun auch in ihren Programmen die Energieeffizienz-Expertenliste der dena verpflichtend einführen sollte, wäre dies kontraproduktiv und würde die energetische Gebäudesanierung weiter ausbremsen."

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