Waldenser in Württemberg

(lifePR) (Beuren, ) Unter dem Titel "Welsche Siedlungen, Kartoffeln und Maulbeeren" zeichnet der Historiker und Theologe Dr. Albert de Lange in einem Vortrag die Geschichte der "Waldenser in Württemberg" nach. Der Vortrag findet am Sonntag, dem 9. Juni, um 11 Uhr im Freilichtmuseum in Beuren statt. Er ist Teil der diesjährigen Vortragsreihe "Migration und regionaler Identität" im Museum. Im Veranstaltungsprogramm des Freilichtmuseums finden sich in dieser Saison zahlreichen Veranstaltungen, die unterschiedliche Aspekte von "Heimat und Fremde" beleuchten.

Der Vortrag von Dr. de Lange geht zurück ins Jahr 1698, als 3000 Waldenser, die nicht katholisch werden wollten, aus dem Piemont vertrieben wurden. Die meisten von ihnen fanden 1699/1700 in den württembergischen Ämtern Leonberg und Maulbronn eine neue Heimat. Ortsnamen wie Pinache, Perouse, Corres, Sengach und Serres zeugen noch heute von der "welschen" Herkunft der Siedler. Die Waldensergemeinden behielten ihre eigenen Gottesdienstformen in der Sprache ihrer Herkunft - alpinprovenzalisch - zunächst bei, ehe sie 1823 in die evangelische Landeskirche eingegliedert wurden. Versuche, Maulbeerbäume zu pflanzen um Seidenraupen zu züchten, scheiterten. Beim Anbau von Kartoffeln in Württemberg wird den Waldensern - zu Recht oder zu Unrecht - eine führende Rolle zugesprochen. Sie sollen die bis dahin als Nutzpflanze und Feldfrucht wenig geschätzte Kartoffel in die Landwirtschaft eingeführt haben.

Mit dem Vortrag startet die Gastronomie des Freilichtmuseums eine "kulinarischen Themenwoche". Es werden Waldenser Spezialitäten angeboten, darunter "Supa Barbeta", ein Eintopfgericht aus der Küche der französisch-italienischen Westalpen, das mit der Geschichte der Waldenser verknüpfte ist: "barbet" war ein Schimpfwort für die Waldenser, abgeleitet von "barba" (Onkel), einer Bezeichnung, die die Waldenser im Mittelalter ihren Wanderpredigern gegeben hatten.

Anreise und Kontakt

Das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Aus Richtung Stuttgart kommend verkehrt der Regionalexpress bis Nürtingen und von dort fährt die Tälesbahn bis Neuffen. Vom Neuffener Bahnhof geht es mit direktem Busanschluss nach Beuren, Ausstieg Haltestelle "Freilichtmuseum". Aus Richtung Tübingen kommend fährt man mit dem Regionalexpress bis Metzingen und von dort mit dem Bus nach Beuren bis zur Haltestelle "Freilichtmuseum".

Aktuelle Fahrplanauskünfte gibt es unter www.efa-bw.de im Internet.

Das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren ist in der Saison 2013 bis 3. November dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Freilichtmuseum Beuren, Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur, In den Herbstwiesen, 72660 Beuren, E-Mail: info@freilichtmuseum-beuren.de, Infotelefon 07025 91190-90, Telefax 07025 91190-10, www.freilichtmuseum-beuren.de

Kontakt

Freilichtmuseum Beuren
In den Herbstwiesen
D-72660 Beuren
Social Media