DAV veröffentlicht Studie zur Zukunft des Rechtsdienstleistungsmarkts 2030

Mehrwert der Anwaltsleistung liegt zukünftig stärker in der hochspezialisierten, umfänglichen und begleitenden Beratung
(lifePR) (Berlin, ) Deutschland schrumpft und altert. Auch die Anwaltschaft hat sich auf die Konsequenzen des demographischen Wandels einzustellen. Das Geschäft verlagert sich in die Ballungsgebiete. In ländlichen Regionen geht die Nachfrage nach anwaltlichen Dienstleistungen zurück. Besonders betroffen ist der klassische "Wald- und Wiesenanwalt". Dieser wird nur überleben können, wenn er sich flexibel und mandatsbezogen in Netzwerken zusammenschließt. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie hervor, die der Deutsche Anwaltverein (DAV) bei der Prognos AG in Auftrag gegeben hat.

"Wir setzen uns dafür ein, dass Anwältinnen und Anwälte auch in Zukunft die beruflichen Rahmenbedingungen vorfinden, um im Rechtsdienstleistungsmarkt professionelle anwaltliche Dienstleistungen zu wettbewerbsfähigen Konditionen erfolgreich anbieten zu können", sagt Rechtsanwalt Professor Dr. Wolfgang Ewer, Präsident des Deutschen Anwaltvereins. Das Wissensmonopol der Anwaltschaft werde schrumpfen, die allgemeine Verfügbarkeit des Rechtswissens nehme zu. Durch die Virtualisierung entstehen neue Online-Geschäftsmodelle, von denen insbesondere Verbraucher profitieren.

"Der Mehrwert der Anwaltsleistung liegt zukünftig stärker in der hochspezialisierten, umfänglichen und begleitenden Beratung", so Ewer. Dies sei auch erforderlich, da der Anwalt 2030 mit nicht-anwaltlichen Akteuren wie bspw. Versicherern und Verbänden konkurriere. Der Anwalt 2030 berate als (internationaler) Dienstleister und Problemlöser seine Mandanten mobil auch außerhalb der Kanzlei und dort, wo Rechtsrat gebraucht wird.

Die Zukunftsstudie ist eines der größten Projekte des DAV der vergangenen Jahre. Ziel war es, die zukünftigen Entwicklungen und Szenarien der Ausgestaltung des (anwaltlichen) Rechtsdienstleistungsmarkts so aufzuarbeiten und darzustellen, dass einerseits die DAV-Mitglieder die notwendige Orientierung zur Aus- und Fortbildung ihres Kanzleimanagements und des - wirtschaftlich immer bedeutend werdender - Kanzleimarketings und andererseits der DAV als freier Berufsverband der Anwältinnen und Anwälte in Deutschland die notwendigen Grundlagen und Handlungsoptionen zur effektiven und erfolgreichen Interessenvertretung erhalten.

Die Untersuchungen der Prognos AG begannen im Sommer 2011 mit Literatur- und ersten Basis- und Marktstrukturanalysen. Es folgten Experteninterviews mit Vertretern aus Wissenschaft, Verwaltung und Anwaltschaft sowie eine groß angelegte Online-Umfrage im Sommer 2012, an der sich mehr als 7.200 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte beteiligten. Trend- und Szenarioworkshops mit Experten aus allen Bereichen der Anwaltschaft aber auch externen Sachverständigen und gewerblichen Mandanten vervollständigten die Analyse.

Die Ergebnisse der Studie stehen Ihnen sowohl als Kurzversion (Executive Summary) als auch als Langversion zum Download auf www.anwaltverein.de zur Verfügung.

 

 

 

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