FADE INTO YOU - Series of Film Screenings - episode X

Helen Marten: Orchids, or a hemispherical bottom (2013) präsentiert von Thomas D. Trummer am Mittwoch, 26. Juni 2013 um 19 Uhr
(lifePR) (Mainz, ) "Orchids, or a Hemispherical Bottom" entsteht für die diesjährige Biennale in Venedig und die Ausstellung "Palazzo Enciclopedico - The Encyclopedic Palace". Die englische Künstlerin Helen Marten kombiniert Video mit skulpturalen Elementen. Diese sind schon an der Außenwand der Koje angebracht, elegant geschwungene Handläufe, auf denen kleine Figuren und Gegenstände sitzen oder herab hängen. Auch im Raum sitzen mysteriöse Objekte unter der Projektion wie Körbe und Stäbe. Im Video geht es um Schattenverläufe, um Zeichnungen, die sich selbst löschen, um ausgefeilte Konsumgegenstände und eklektische Beziehungen. Marten zeigt laser-geschnittene Materialien aus Küchen- und Badezubehör, Verpackungen, Spielzeuge, Computerzeichnungen und Logos. Zweifellos wird hier mit symbolischen Werten hantiert, noch mehr aber eine heutige Produktästhetik angesprochen, die aus der Designwelt in digitaler Herstellung entsteht. Der herkömmliche Begriff der Skulptur löst sich auf, nicht nur weil Tragen und Lasten, Substanz und Raum sich in den Simulationen verlieren, sondern weil die Veränderung zum permanenten Zustand wird. Dies gilt für die Illusion auf dem Bildschirm ebenso wie die Gegenstände aus der Konsumkultur.

In "Orchids, or a Hemispherical Bottom" werden die Dingbewegungen auf der Projektionswand von einer Männerstimme aus dem Off begleitet. Die Stimme begleitet die langsam vorüber ziehenden Szenen, rezitiert in Sprache, was sich bildhaft ereignet: die Sprunghaftigkeit der Assoziationen, die Dehnbarkeit von Zuständen, die Kompression und Verformung der Dinge. Es geht um faszinierende Speisen, um einen Aufmarsch von Tieren, eine Schaukel als Display, Birnen mit Wasserhähnen und Blaubeeren aus der Küche, Arschbacken, schwebende Viertelnoten, Spaltungen und Kontinentbildungen. Die langsame Kamerabewegung verführt in eine verlebendigte Imagination, die jenen von Kindern gleicht und tatsächlich dem tagtäglichen Internetkonsum ähnlich ist. Zur Poesie dieser artifiziellen Wirklichkeit kommt ein Bewusstsein von Sprache. Ihr Klang und eine rhythmisierte Ästhetik tritt hervor, nicht zuletzt ihre Beziehung zu den Dingen als Name oder Begriff. "I'll speak in figures to those figures who speak in figures," sagt die Stimme einmal und erinnert daran, dass Sprache selbst die Rolle der Figur, der Rhetorik annehmen kann, ebenso wie umgekehrt die Dinge, die sie beschreibt, als körperliche Figuren Stellung wie in Sätzen einnehmen können.

Thomas D. Trummer

Helen Marten geboren 1985 in Macclesfield, Vereinigtes Königreich, studierte an der Central Saint Martins, University of Art in London und der Ruskin School of Fine Art, University of Oxford. Sie gewann den LUMA Prize 2012 und den Prix Lafayette 2011. Marten hatte Einzelausstellungen am CCS Bard Hessel Museum, USA (2013), an der Chisenhale Gallery London, (2012) dem Palais de Tokyo Paris, (2012) der Kunsthalle Zürich

Diskussionsrunde nach dem Motto: VIEW, DRINK AND TALK

Kostenbeitrag 3,- Euro. Ein Glas Wein gratis.

Für die Weinspende danken wir der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung aus Bingen am Rhein, die junge zeitgenössische Kunst mit dem Schwerpunkt Skulptur fördert und in einem dreijährigen Rhythmus eine Skulpturenausstellung in Bingen am Rheinufer realisiert.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Kunsthalle Mainz!

Vorschau
Donnerstag, 4.7.2013, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung Thomas Schütte / Danh Vo

Öffentliche Rundgänge
sonntags 15 Uhr

Öffnungszeiten: Di, Do, Fr 10 - 17 Uhr / Mi 10 - 21 Uhr / Sa, So 11 - 17 Uhr

Kontakt

Kunsthalle Mainz
Am Zollhafen 3-5
D-55118 Mainz
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